The Necronomnomnom

16.12.2019 von Marcus Pohlmann

The Necronomnomnom

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ISBN: 978-1682684382

Format: Hardcover

Seiten: 208

Preis: 19,50

Erscheinungsdatum: 09.10.2019

Sprache: Englisch

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Praktisch zu allen Aspekten aus Leben und Werk von H. P. Lovecraft gibt es mittlerweile viel Sekundärliteratur. Daher hat es mich im letzten Jahr nicht sonderlich gewundert, ein Kochbuch zu finden, dass sich auf den Cthulhu-Mythos bezieht. Anscheinend gibt es einen Markt für diese Art von Fachliteratur, denn mit The Necronomnomnom ist nun ein weiterer Band mit Rezepten erschienen. Beziehen lässt sich dieses Grimoire direkt über den Autor – für den Buchhandel haben dagegen The Countryman Press den Vertrieb übernommen.

Um was geht es?

Der über 200 Seiten starke Hardcover-Band ist in acht Kapitel unterteilt, die jeweils auf einen Menü-Teil eingehen. Fast alle 50 Rezepte erstrecken sich über zwei Seiten. Die Beschreibung besteht dabei aus der Zutatenliste und der Verarbeitungsanleitung – allerdings in Form eines Rituals oder einer alchemistischen Formel. Hinzu kommen Illustrationen und Diagramme, wie sie der Leser wohl auch in einem okkulten Band vermuten würde.

Der Alkohol konserviert das Hirn

Der Alkohol konserviert das Hirn

Den Anfang machen die „Drinks“ – sechs Rezepte mit (zumeist alkoholischen) Getränken. Beispielsweise handelt es sich bei „Gin and Miskatonic“ natürlich um einen Klassiker. Allerdings wird hier eine weitere Zutat hinzugefügt, die dem Ganzen einen ungesunden Farbton verleiht. Die vorgeschlagene Dekoration liefert eine zusätzliche Mythos-Komponente. „Herbert West’s Deanimator“ strahlt in radioaktivem Grün – eine deutliche Warnung vor dem toxischen Inhalt. Vier Spirituosenarten werden hier ohne weitere Zutaten gemischt; entsprechend hoch ist der Alkoholgehalt.

Das nächste Kapitel präsentiert die vier „Appetizers“. Die Zutatenlisten sind hier deutlich umfangreicher als bei den Getränken. Diese, wie auch die folgenden Gerichte, sind für vier bzw. acht Personen ausgelegt. Das „Sacrificial Lamb“ soll einen Körper verschwinden zu lassen, wenn das Ritual gescheitert ist – so zumindest der Autor. Im Endeffekt handelt es sich hier um gegrillte, marinierte Lammstreifen, in Honig.

Unter „Soups and Salats“ finden sich ebenfalls vier Einträge. Vor allem für die kalte Jahreszeit bietet sich dabei der „Investigator Gumbo“ an. Dieser Eintopf orientiert sich an den klassischen Südstaaten-Rezepten und enthält Krabben, Muscheln und Fisch. Hinzu kommen viele Gewürze, vor allem Pfeffer, aber auch ungewöhnliche Zutaten wie Bier und Alligator-Fleisch.

Wo kriege ich einen Pinguin her?!?

Wo kriege ich einen Pinguin her?!?

Nachdem der erste Hunger gestillt ist, kommt der Band zu den „Main Dishes“ – den Hauptgerichten. Mit 15 Rezepten handelt es sich hier um das umfangreichste Kapitel des Buches. Schwarze Nudeln sind zentraler Bestandteil der „Formless Spawnghetti“. Diese winden sich, Tentakeln gleich, in einem zähflüssigen Brei in dem Shrimps als einzig definierbarer Bestandteil schwimmen. Ähnlich wie die namesgebenden außerirdischen Kreaturen kombiniert der „Mi-Go to Go“ eine Reihe unterschiedlicher Komponenten zu einem Gericht. Die Basis bilden Pilze, Tomaten und Käse – hinzukommen Brombeeren und Cashew-Nüsse. Wer es etwas deftiger mag, sollte das „Shogghoulash“ probieren. Dieses Rezept besteht eigentlich aus zwei Teilen: einem Rinder-Gulasch und Bällchen aus Käse- und Kartoffelpüree als Beilage. Hier ist es vor allem die optische Kombination der Gerichte, die den cthuloiden Effekt ausmacht. Der Geschmack ist dagegen weit weniger exotisch.

Auch einige „Sides“ finden sich unter den Rezepten. Die vier Beilagen sind universell einsetzbar und verzichten komplett auf Fleisch. Der „The Side Dish Not to Be Named“ bildet nach der Zubereitung tatsächlich eine unbeschreibliche Masse aus Spinat, Pok Choy, Zwiebeln und Käse. Optisch nicht wirklich ansprechend, aber geschmacklich sehr interessant – was wohl hauptsächlich am verwendeten Colby-Jack-Käse liegen dürfte.

Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Daher präsentiert das Kapitel „Breakfast“ gleich fünf Rezepte. Direkt ins Auge fällt dabei „The Muesli of Erich Zann“ – wahrscheinlich wegen der Anweisungen in Deutsch. Haferflocken und Joghurt bilden die Basis des Frühstücks, die mit Obst, Nüssen und Samen angereichert wird. Honig sorgt für die notwendige Süße und verstärkt die Konsistenz.

Auch die Kleinen dürfen ran

Auch die Kleinen dürfen ran

Für die jüngsten Kultisten sind die „Children’s Menu“ gedacht. Vier Rezepte bringen den Horror in der Küche. Neben Klassikern wie Kultisten in Robe, cthuloiden Makkaroni und Shoggothen-Brötchen gibt es noch den „Yiggy Pudding“. Dabei handelt es sich um einen einfachen Schoko-Pudding, der allerdings mit Kirschen und Fruchtgummi-Würmern etwas aufgepeppt wird.

Zu jedem gelungenen Menü gehören natürlich auch die „Desserts“. Hier bietet der Band mit acht Rezepten eine breit gefächerte Auswahl. Die „Mounds of Tindalos“ haben glücklicherweise keine Ecken – dennoch quillt aus ihrem Innern, eine amorphe, glibberige Masse. Dieser Zuckerexzess besteht aus einem Schokoladenkuchen, der mit Schokoladenpudding gefüllt und mit Kokosraspeln verziert ist. Dagegen ist „The Cake in Yellow“ ein geradezu simpler Rührkuchen, angereichert mit ein wenig Lebensmittelfarbe. Der Autor empfiehlt dazu eine Sauce nach Wahl.

Die Rezepte und Zutatenlisten im Hauptteil des Buches sind selbst für erfahrene Köche und/oder Kultisten schwer verständlich. Daher wiederholt der knapp 70seitige Appendix alle Anweisungen in lesbaren Englisch. Auch dieser Teil des Buches wurde mit Illustrationen ergänzt.

Gehört der Band in die Sammlung?

Die Rezepte, die sich im The Necronomnomnom finden, sind meist nicht übermäßig komplex. Auch der Aufwand unterscheidet sich nicht nicht von der Zubereitung normaler Speisen. Bis auf wenige Ausnahmen – beispielsweise einige Käsearten oder Alligator-Fleisch – sind die Zutaten einfach erhältlich. Viele der Rezepte enthalten Fisch oder Meeresfrüchte, aber auch an Vegetarier wurde gedacht. Natürlich habe ich im Rahmen dieser Rezension nicht alle Gerichte ausprobiert, aber zumindest die, die ich getestet habe, waren durchaus schmackhaft. Die Getränke, von „At the Fountains of Madness“ abgesehen, haben eine recht hohe Alkoholkonzentration und sind nur mit Vorsicht zu genießen.

Die richtigen Rezepte

Die richtigen Rezepte

Der Hardcover-Band macht einen hervorragenden, wertigen Eindruck – fast schon zu schade, um ihn in die Küche zu stellen. Der Einband ist einem alten Folianten nachempfunden, einschließlich Prägung und Heißfolienveredelung. Für den Innenteil wurde die Seiten mit einem sepiafarbenen Pergamentmuster bedruckt, was den Eindruck eines Mythos-Buches verstärkt. Auch die Präsentation der Rezepte in Form von Ritualanweisungen samt Formeln und Illustrationen unterstützt diesen Eindruck. Dagegen liefert der Appendix klare, strukturierte Anweisungen zur Zubereitung.

Auf der Homepage des Autors gibt es mehr Informationen zum Band. Hier kann der Leser auch ein Auge auf die Sonderedition werfen.

Für die kulinarisch interessierte Rollenspielrunde oder eine cthuloide Themenparty bietet das The Necronomnomnom eine ganze Reihe stimmiger Rezepte.

2 Gedanken zu “The Necronomnomnom”

  1. Thank you for the detailed review. It is wonderful to see the reception in other countries. A happy holiday season to you!

    1. My pleasure! 😉
      Happy holidays to you, too!

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