At the Mountains of Madness – Volume I

05.12.2020 von Marcus Pohlmann

At the Mountains of Madness - Volume I

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ISBN: 978-1624650086

Format: Hardcover

Seiten: 64

Erscheinungsdatum: 18.11.2020

Sprache: Englisch

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Im letzten Jahr hat François Baranger für den schwedischen Verlag Free League Lovecrafts wohl bekannteste Geschichte The Call of Cthulhu illustriert. Eine ausführliche Rezension zu dem Band findet ihr HIER. Da seinerzeit die Resonanzen durchweg positiv waren, folgte letzten Monat At the Mountains of Madness – Volume I. Da es sich hierbei um eine längere Story handelt, teilen Autor und Verlag sie auf zwei Bücher auf. Diese Rezension befasst sich mit dem ersten Teil.

Um was geht es?

Die Hintergrundgeschichte um die Antarktis-Expedition sollte eigentlich jedem Lovecraft-Kenner geläufig sein. Auch auf unserer Seite war sie bereits Gegenstand von gleich mehreren Rezensionen, beispielsweise dieser HIER. Daher beschränke mich hier nur auf eine kurze Inhaltsangabe.

Im Jahr 1930 schickt die fiktive Miskatonic Universität aus dem neuenglischen Städtchen Arkham eine Expedition in Richtung Südpol. Die Forscher sollen dort Probebohrungen vornehmen und neue technische Gerätschaften testen. Kurz nach ihrer Ankunft kommt es zu Unstimmigkeiten zwischen zwei Gruppen. Die eine, unter Führung des Expeditionsleiters Professor Dyer, hält am ursprünglich Plan fest. Die zweite, mit dem Wissenschaftler Lake als Leiter, macht sich an einem anderen Standort auf die Suche nach Fossilien. Dies Bohrungen sind von Erfolg gekrönt, wie im Funkkontakt zwischen den beiden Gruppen berichtet wird.

Gemütliche Abende am Funkgerät

Gemütliche Abende am Funkgerät

Nach einem Sturm ist Lakes Expedition nicht mehr zu erreichen und Dyer macht sich mit seinem Team auf die Suche. Als sie das Lager reichen, ist von den Forschern niemand mehr am Leben; auch das Camp ist weitgehend zerstört. Lediglich einer der Studenten und einer der Schlittenhunde bleiben verschwunden. Zusammen mit einem seiner Gehilfen startet Dyer zu einem Erkundungsflug zu einem nahegelegenen Bergmassiv. Dort stoßen die beiden Wissenschaftler auf die gewaltigen Ruinen einer untergegangenen Zivilisation. Damit endet dieser erste Band.

Harte Kost für Xeno-Biologen

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Der Aufbau gleicht dem von The Call of Cthulhu – 64 Seiten mit Hardcover mit Schutzumschlag. Auch das ungewöhnliche Format von 27 x 36 cm wurde beibehalten. Praktisch jede Illustration nimmt eine Doppelseite ein, ergänzt durch teils recht umfangreiche Textteile.

Ein Vorwort des französischen Schriftstellers Maxim Chattam, Kurzbiografien von Lovecraft und Baranger und Anmerkungen zum Hintergrund ergänzen den Band.

Gehört der Band in die Sammlung?

Für mich ist At the Mountains of Madness eine der besten Stories, die Lovecraft geschrieben hat. Die Atmosphäre ist dicht, die Beschreibungen sehr bildlich und dem Leser bleibt, ähnlich wie Professor Dyer im ersten Teil der Geschichte, nur die Rolle des ohnmächtigen Zuschauers. Mehr dazu habe ich bereits an anderer Stelle geschrieben – hier stehen daher die Illustrationen im Vordergrund.

Es gelingt François Baranger ausgesprochen gut, Lovecrafts Beschreibungen in Bilder zu übertragen – teils so gut, dass er die Geschichte einzig durch seine Zeichnungen erzählt. Hier haben es mir vor allem die weiten, eisigen Landschaften und die Stadt im Gebirge angetan. Diese vermitteln dem Betrachter einen sehr guten Eindruck von der Größe und Einsamkeit des Settings. Die Menschen und ihre Maschinen wirken winzig und fehl am Platz. Rückt die Perspektive dagegen näher ans Geschehen heran, spart der Künstler nicht mit Details. Grade die Autopsie des Älteren Wesens und das verwüstete Lager mit den toten Forschern bleiben nachhaltig im Gedächtnis.

Merkwürdige Dinge warten im Eis

Merkwürdige Dinge warten im Eis

Druck, Verarbeitung und Aufmachung des Bandes bieten keinen Anlass zur Kritik. Einzig der Schutzumschlag hätte eine Winzigkeit länger sein können. Das Buch macht einen sehr hochwertigen Eindruck und sticht schon alleine auf Grund des ungewöhnlichen Formates hervor. Die Aufteilung des Bandes in zwei Teile finde ich dagegen weniger gelungen – wahrscheinlich ist dies jedoch der Produktion und Preisgestaltung geschuldet. Neben der vorliegenden englischen Auflage ist At the Mountains of Madness zudem noch in französischer Sprache erschienen.

Einen tieferen Einblick in den Band gibt es auf der Homepage von Free League. Wer sich für andere Arbeiten des Künstlers interessiert, kann sich HIER umschauen.

Mit At the Mountains of Madness – Volume I legt der Verlag ein wirklich gelungenes Buch vor, dessen Zeichnungen der Intensität der Texte in nichts nachstehen.

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