The Call of Cthulhu

21.10.2019 von Marcus Pohlmann

The Call of Cthulhu

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ISBN: 979-1028107819

Format: Bildband

Seiten: 64

Erscheinungsdatum: 05.11.2019

Sprache: Englisch

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Es ist tatsächlich einige Monate her, dass ich zum letzten Mal The Call of Cthulhu gelesen habe – seinerzeit in Form eines Bilderbuches für jüngere Leser. Auch die mir jetzt vorliegende Ausgabe könnte als Bilderbuch bezeichnet werden, allerdings auf einem etwas anderen Niveau. Der französische Illustrator François Baranger hat sich für den Verlag Design Studio Press der Geschichte von Howard Phillips Lovecraft angenommen und diese bebildert.

Um was geht es?

Der 64seitige Hardcover-Band verfügt über einen separaten Schutzumschlag. Das Format ist mit 27 x 36 cm ungewöhnlich groß ausgefallen. Außer der eigentlichen Geschichte enthält der Band ein Vorwort des Illustrators John Howe, sowie Informationen zu Lovecraft und Baranger.
Der Plot von The Call of Cthulhu sollte hinlänglich bekannt sein. Für alle, die die Geschichte nicht kennen, hier eine sehr kurze Zusammenfassung: Im Winter 1926 verstirbt der Sprachwissenschaftler Professor George Gammell Angell unter mysteriösen Umständen. Sein Neffe, der sich um die Auflösung des Haushaltes kümmert, findet heraus, dass der Verstorbene einem weltweiten Kult auf der Spur war.
Ein Bildhauer hat im Traum die Skulptur eines abscheulichen Monsters geschaffen und möchte nun eine Erklärung für die Schriftzeichen.

Nicht alle Bilder sind düster

Nicht alle Bilder sind düster

Vor Jahren ist auf einer Konferenz dem Professor so etwas schon einmal begegnet. Damals ging es um degenerierte Kultisten und Menschenopfer in New Orleans, sowie eine obskure Eingeborenen-Religion auf Grönland. Bei seinen Nachforschungen findet der Professor heraus, dass empfängliche Menschen in einem bestimmten Zeitraum Träume von dieser monströsen Kreatur haben.

Die Nachforschungen des Neffen geraten ins Stocken, bis ihn ein zufällig gefundener Zeitungsartikel wieder auf die Spur des Kultes bringt. Im Südpazifik wurde eine weitere dieser Statuen gefunden und er macht sich auf den Weg nach Sydney. Dort will er mit dem Matrosen Johansen über die Herkunft des Bildnisses sprechen. Allerdings ist der Mann bereits in seine Heimat nach Oslo gereist. Dort angekommen, erfährt der Neffe, dass der Matrose ebenfalls vor kurzem verstarb, aber ein Tagebuch hinterlassen hat. In diesem beschreibt er die Entdeckung einer kleinen Insel, auf der ein Großteil der Besatzung von einer Kreatur getötet wurde – eben jenes Wesen von den Skulpturen. Nur mit Glück konnte Johansen mit einem Kameraden entkommen. Die Geschichte endet mit der Befürchtung des Erzählers, dass die Kultisten nun auch hinter ihm her sind, da er zu viel weiß.

Die Zeitungsseite ist ein nettes Detail

Die Zeitungsseite ist ein nettes Detail

Die Texte nehmen nur relativ wenig Platz ein – selten mehr als zwei oder drei Absätze auf einer Doppelseite. Dagegen haben die Illustrationen viel Raum, meist erstrecken sie sich über beide Seiten. Gelegentlich stehen auch zwei Illustrationen nebeneinander. Die Zeichnungen haben dabei einen direkten Bezug zum Text, häufig wird eine markante Szene illustriert. Der Stil ist sehr realistisch, François Baranger arbeitet viel mit Licht und Schatten, während die Farbpalette zu einem Großteil aus gedeckten, kühlen Farben besteht. Neben Personen und einzelnen Szenen sind es auch immer wieder groß angelegte Landschaften, die der Künstler umsetzt.

Gehört der Band in die Sammlung?

Der Große Alte erwacht

Der Große Alte erwacht

Die meisten Lovecraft-Fans werden The Call of Cthulhu in der einen oder anderen Version sicherlich bereits im Regal stehen haben. Dennoch lohnt sich ein Blick in den Bildband, hat François Baranger doch einige sehr atmosphärische, beklemmende Illustrationen geschaffen. Der Druck ist sauber, trotz der vielen düsteren Illustrationen sind die Details klar zu erkennen. Auch die Verarbeitung macht einen sehr ordentlichen Eindruck. Durch das ungewöhnliche Format ist es schwierig, den Band im Regal unter zu bringen, andererseits haben die Bilder dadurch mehr Raum, um ihre Wirkung zu entfalten. Insgesamt ein wirklich gelungener Band, der die außerweltlichen Schrecken des Cthulhu-Mythos gekonnt zu Papier bringt. Die Geschichte selbst hat, zumindest für mich, kaum von ihrer Intensität verloren. H.P. Lovecraft hat es geschafft, hier eine neue Art von Horror-Story zu erschaffen, deren Einfluss auch über 80 Jahre nach seinem Tod noch immer spürbar ist.

Außer in Englisch ist der Band noch in verschiedenen anderen Sprachen erschienen. Potentielle Käufer sollten daher auf die Produktbeschreibung achten. Auf der Seite des ursprünglichen Crowdfunding-Projektes gibt es weitere Informationen zur Entstehung des Bandes, außerdem einen Überblick über einige der Illustrationen. Die Homepage des Verlages findet sich HIER.

Die Kurzgeschichte The Call of Cthulhu wird hier als opulenter Bildband für die Liebhaber des Mythos neu aufgelegt.

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