King of Monster Island

17.09.2023 von Marcus Pohlmann

King of Monster Island

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Spieleranzahl: 1 bis 5 Spieler

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Spieldauer: 45 bis 60 Minuten

Erscheinungsdatum: 02.02.2023

Sprache: Deutsch

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Es ist kein Geheimnis, dass ich ein großer Fan der King of Tokyo-Reihe von Richard Garfield bin. Die zwanglose Monster-Prügelei kommt bei unseren Spieleabenden regelmäßig auf den Tisch und auch die eine oder andere Erweiterung ist gerne mit dabei. Daher war ich sehr gespannt, was mich erwartet, als ich auf der diesjährigen Nürnberger Spielwarenmesse einen ersten Blick auf den neuesten Ableger erhaschen konnte. King of Monster Island nutzt ähnliche Abläufe wie das Grundspiel, erwartet diesmal aber von den Spielern, dass sie gemeinsam (!) gegen eine noch größere Bedrohung antreten. Wie gewohnt wird das Spiel von Iello und deren deutschem Partner Hutter veröffentlicht.

Was steckt drin?

Der Spielplan stellt das titelgebende Monster Island dar. Diese kleine Insel ist in insgesamt sieben Sektoren aufgeteilt. Bei sechs davon sind Ablageflächen für Versorgungsschiffe und Kristalle/Würfel eingezeichnet. Das siebte Segment befindet sich im Zentrum der Insel. Auf diesem wird der Vulkan platziert, der zuvor aus Papp- und Kunststoff-Teilen zusammengesetzt werden muss. Im Spielverlauf dient er nicht nur als Blickfang, sondern auch als Würfelturm. Dieser kommt für die bis zu acht „Boss-Würfel“ zum Einsatz. Die sechsseitigen Würfel haben anstatt der Ziffern Symbole auf ihren Seiten: Schergen, Kristalle oder Ruhmespunkte in verschiedenen Kombinationen. Die Bosse, insgesamt drei an der Zahl haben ihren eigenen Aufsteller und einen doppelseitigen Bogen mit zwei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Auf dem Bogen ist neben dem Namen und einer großformatigen Illustration auch die Anzahl der Lebenspunkte und der zur Verfügung stehenden Würfel aufgedruckt. Außerdem gibt es eine Übersicht der Sonderfähigkeiten, die bei einer bestimmten Anzahl an Ruhmespunkten ausgelöst werden. Der Boss hat außerdem 30 Schergen in Form von Papp-Plättchen zur Verfügung, die unterschiedliche Fähigkeiten haben und den Spielern das Leben zusätzlich schwer machen. Ein kleines Stoff-Säckchen bietet Platz für die Marker.

Willkommen auf der Insel

Willkommen auf der Insel

Für die Spieler, also in diesem Fall die „guten“ Monster, gibt es fünf verschiedene Kreaturen zur Auswahl, beispielsweise eine bissige Pflanze, eine riesige Motte oder eine wandelnde Festung. Hier besteht das Spielmaterial aus einem Papp-Aufsteller samt Kunststoff-Fuß und einer Monster-Tafel, auf der Lebens- und Ruhmpunkte eingestellt werden. Beides ist mit dem Material aus King of Tokyo identisch undlässt sich zwischen den Spielen tauschen. Außerdem können die Monster auf sechs Verbündete in Form von Übersichtsbögen zurückgreifen. Auch hier schalten Ruhmespunkte besondere Fähigkeiten frei. Es gibt insgesamt zehn, grün-schwarze Monsterwürfel mit Symbolen auf den sechs Seiten. Herzen, Ruhm, Energie und Klauen sind aus dem ursprünglichen Spiel bekannt und haben fast die gleichen Effekte. Neu sind dagegen der Fuß, der es einem Monster ermöglicht, sich entweder zu bewegen oder Schaden zuzufügen und der Schraubenschlüssel, mit dessen Hilfe Verstärkung ins Spiel kommt.

Keine schönen Aussichten

Keine schönen Aussichten

Mittels Energie (liegen als Glasquader bei) lassen sich die über 50 Powerkarten erwerben, die einem Monster entweder einmalige oder dauerhafte Vorteile bringen. Dagegen haben die 15 Ereigniskarten positive, aber auch negative Effekte. Papp-Marker für Kristalle, Energie und Hilfslieferungen ergänzen das Spielmaterial. Die Regeln finden in der 12seitigen Anleitung Platz.

Wie wird’s gespielt?

Vor Beginn der Partie stecken die Spieler den Vulkan zusammen und platzieren ihn im Zentrum der Insel. Anschließend entscheiden sie sich für ihre eigenen Monster und welchem Boss sie entgegentreten wollen. Entsprechend werden die Figuren, Tafeln und Bögen vorbereitet. Die Power- und Eventkarten bilden einen einzelnen Stapel, von dem drei Karten zu Beginn aufgedeckt werden. Auf jedes Feld der Insel kommt ein zufälliger Scherge. Die restlichen Marker bleiben im Stoffbeutel. Das übrige Spielmaterial liegt in Reichweite. Schließlich erscheint der Boss auf der Insel und die Partie kann beginnen.

Powerkarten und Ereignisse

Powerkarten und Ereignisse

Jede Runde teilt sich in drei Phasen auf, die nacheinander durchlaufen werden. Zu Beginn der Bossphase handelt der Spieler etwaige anhaltende Effekte ab. Anschließend wirft er eine gewisse Anzahl Boss-Würfel (abhängig vom Schwierigkeitsgrad) in den Vulkan. Diese sagen aus, in welchem Sektor was passiert. Nun bewegt sich das Boss-Monster – die Richtung ist dabei abhängig von den Würfelergebnissen, der Würfelanzahl und den Schergen. Unter Umständen bleibt die Figur auch an Ort und Stelle. Nun sind die Schergen an der Reihe. Diese attackieren die Monster der Spieler, bauen Kristalle oder beschützen ihren Herrn. Schließlich aktiviert, der Boss alle Würfel auf dem Feld, auf dem er sich befindet. Diese bringen weitere Kristalle ins Spiel, neue Schergen oder erhöhen die Ruhmespunkte. Sollte er schon genug Punkte gesammelt haben, kommen nun auch die Fähigkeiten auf dem Boss-Bogen zum Einsatz. So verursacht er beispielsweise Schaden, erhält eine Zusatzbewegung oder verstärkt die Schergen.

Ist die Phase abgehandelt, beginnt der Zug eines Spielers-Monsters. Zu Beginn wirft er sechs Würfel und kann diesen Wurf bis zu zwei Mal wiederholen. Ist er mit dem Ergebnis zufrieden, wertet er dies aus. Klauen verursachen Schaden an Schergen und am Bossmonster, bei Füßen gibt es die Wahl zwischen Bewegung oder Schaden. Mit Herzen erhält das Monster verlorene Lebenspunkte zurück, für Blitze gibt es Energiequader. Mit Schraubenschlüsseln lassen sich die Hilfeplättchen aktivieren. Sterne bringen Ruhmespunkte, die es ermöglichen Fähigkeiten auf einem der Verbündeten-Bogen zu nutzen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Würfel zu sperren. In diesem Fall nutzt der Spieler den Würfel nicht, sondern legt ihn mit dem Ergebnis auf ein freies Feld des Sektors. In nachfolgenden Runden können die Monster der Mitspieler ihn einsetzen. Zum Ende des Zuges darf der Spieler Powerkarten einkaufen und nutzen. Mit diesen können auch die Mit-Monster unterstützt werden, beispielsweise durch Heilung. Wird statt der Powerkarte ein Ereignis aufgedeckt, handelt der Spieler dieses sofort ab. So erhalten sie beispielsweise Hilfsplättchen oder vernichten Schergen. Es kann aber auch vorkommen, dass der Boss sich schneller bewegt oder mehr Schaden anrichtet. In der dritten Phase werden etwaige Effekte abgehandelt und die Würfel an den nächsten Spieler weiter gegeben. Dieser durchläuft nun ebenfalls die drei Phasen.

Monster und Verbündete

Monster und Verbündete

Das Spiel kann auf mehrere Arten enden: Gelingt es den Spielern, den Boss auf Null Lebenspunkte zu reduzieren, so haben sie gemeinschaftlich gewonnen. Verliert dagegen ein Spieler-Monster seinen letzten Lebenspunkt, befinden sich alle Schergen auf dem Spielplan oder wird der dritte Kristallpfeiler errichtet, endet die Partie mit einer Niederlage.

Kann das Spiel was?

Als ich King of Monster Island zum ersten Mal auf den Tisch gestellt habe, war mir nicht so ganz klar, was auf mich zukommt. Bisher kannte ich die grandiose Monster-Prügel-Orgie als einfaches, gradliniges Würfelspiel, bei dem es darum geht, die Konkurrenz rücksichtslos auszuschalten. Das sich das Ganze nun als kooperatives Spiel präsentiert, hat doch eine gewisse Umstellung erfordert. Abläufe und Thema sind ähnlich wie bei King of Tokyo, so dass dieses Spiel praktisch nahtlos daran anknüpft. Dennoch bietet der Kampf gegen das Bossmonster doch viel mehr als nur eine einfache Würfelei. Die Bewegung durch den Vulkan-Würfelturm ist sehr gut in den Ablauf integriert und fühlt sich stimmig an – ebenso wie die Reaktionen des Bosses und seiner Helferlein. Durch die Fähigkeiten, die im Spielverlauf freigeschaltet werden, die Kristalle und die sich vermehrenden Schergen eskaliert die Partie recht schnell und die Spieler haben alle Hände voll zu tun, um dieser Bedrohung Herr zu werden. Dabei kommt der kooperative Aspekt zum Tragen – was mir sehr gut gefallen hat. Die Möglichkeit, für die Mitspieler zusätzliche Würfel bereit zu legen oder diese mit Powerkarten zu unterstützen, funktioniert hervorragend und es kommt tatsächlich ein Gefühl des „Miteinander“ auf. Aber auch nur so kann es gelingen, den Boss zu besiegen! Die insgesamt sechs Schwierigkeitsstufen sorgen für eine ordentliche Herausforderung und bieten genug Abwechslung. Die Downtime kann bei vier oder fünf Spielern etwas stören, aber die Partie ist so kurzweilig, dass dies nicht weiter ins Gewicht fällt.

Ninjas vs. Endgegner

Ninjas vs. Endgegner

Durch die Aufmachung des Spiels fühlt man sich auf der Vulkaninsel praktisch sofort heimisch. Für die Illustrationen ist wieder einmal Paul Mafayon verantwortlich, der die gewohnte Mischung aus Monster-Trash und Comic abliefert. Das Spielmaterial ist hochwertig, so wie man es vom Verlag gewohnt ist. Sogar der Vulkan hat sich, trotz anfänglicher Bedenken, als recht belastbar erwiesen. Die Anleitung liefert viele bebilderte Beispiele, so dass die Abläufe gut verständlich sind.

Einen Blick in die Regeln können interessierte Spieler auf der Homepage von Hutter werfen. Hier findet sich auch ein erster Ausblick auf die nächste Erweiterung für King of Tokyo.

King of Monster Island verbindet gelungen die wilde Würfel-Prügelei des Originals mit kooperativem, fast taktischem, Vorgehen.

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