Frantic

02.11.2018 von Marcus Pohlmann

Frantic

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Spieleranzahl: 2 bis 8 Spieler

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Spieldauer: ca. 30 Minuten

Erscheinungsdatum: 25.10.2018

Sprache: Deutsch/Englisch

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Vor kurzem ist mir auf der SPIEL in Essen die Präsentation von Frantic ins Auge gefallen. Drei Herren saßen dort in einem massiven Gitterkäfig auf Metall-Hockern und spielten Karten. Neugierig geworden besuchte ich daraufhin den Stand des Schweizer Verlages Game Factory um dieses Kartenspiel anzutesten und meiner Sammlung einzuverleiben. Mittlerweile hatte ich nun auch die Gelegenheit, das Kartenspiel in einer „ernsthaften“ Spielrunde auszuprobieren.

Was steckt drin?

In der kleinen, schwarz-weißen Schachtel liegen vier großformatige Übersichtskarten und die doppelseitige Anleitung. Das Kernstück des Spielmaterials sind jedoch die 125 Spielkarten, die sich in aufteilen in 4 Farben (rot, grün, blau und gelb) mit jeweils 18 Karten, durchnummeriert von „1“ bis „9“. Hinzu kommen 9 schwarze Karten, ebenfalls nummeriert sowie 43 Spezialkarten, mit denen ein Spieler beispielsweise Karten an einen Mitspieler weitergeben, eine auf ihn gespielte Karte abwehren oder sich eine Farbe wünschen kann und schließlich die „Fuck You“-Karte. Außerdem gibt es noch 20 Ereigniskarten, die zumeist einen Effekt auf alle Spieler haben. Auf jeder Karte ist eine römische Ziffer oder ein Symbol zusammen mit einem englischen Test aufgedruckt

Wie wird’s gespielt?

Vor Beginn sollten sich die Spieler auf ein Punktelimit einigen – die Autoren machen in der Anleitung Vorschläge entsprechend der Spielerzahl und der gewünschten Spieldauer. Der Stapel mit den Ereignis-Karten wird gemischt und beiseite gelegt, auch die Spielkarten werden gemischt und an jeden Spieler sieben Stück ausgeteilt; die restlichen Karten bilden den Nachziehstapel. Schließlich wird die oberste Karte des Nachziehstapels aufgedeckt um damit den Ablagestapel zu beginnen und die Partie kann starten.
Ist ein Spieler am Zug, hat er zwei mögliche Aktionen: Er kann eine passende Karte aus seiner Hand ausspielen oder er kann eine Karte vom Nachziehstapel nehmen und anschließend eine Karte ausspielen. Dazu muss er entweder eine Zahl oder Farbe ablegen, die zu der auf dem Ablagestapel oben liegenden Karte passt, beispielsweise blau auf blau oder „2“ auf „2“. Außerdem gibt es die Sonderkarten, mit denen sich der Spieler eine neue Farbe oder Zahl wünschen kann, eine zweite Karte ausspielt, mehrere Mitspieler Karten ziehen lässt oder vor Ereignissen schützt. Legt ein Spieler eine passende schwarze Karte (die selbst nicht als Farbe zählen) auf die grade ausliegende Ziffer, so tritt ein Ereignis ein. Die Ereignisse werden zufällig vom entsprechenden Stapel gezogen und haben weitreichende Effekte auf den Spielverlauf. So beendet „Doomsday“ beispielsweise sofort die laufende Runde und jeder Spieler erhält 50 Punkte, bei „Expansion“ zieht jeder Spieler entsprechend seinem Platz in der Reihenfolge eine Anzahl Karten, bei „Earthquake“ werden sämtliche Handkarten in Spielreihenfolge weitergegeben oder der „Tornado“ sorgt dafür, dass alle Spieler ihre Handkarten ablegen, diese neu gemischt und anschließend gleichmäßig unter den Spielern verteilt werden. Hat ein Spieler seine Aktion abgehandelt ist der nächste Spieler entgegen dem Uhrzeigersinn an der Reihe.
Hat ein Spieler keine Handkarten mehr, oder endet die Runde durch ein Ereignis, erhalten die Spieler Punkte, abhängig von ihren Handkarten. Die Zahlenkarten bringen Punkte nach ihrem jeweiligen Wert, die Sonderkarten bringen 7 Punkte pro Stück und die „Fuck You“-Karte ganze 42 Punkte. Sollte die vereinbarte Punktgrenze noch nicht erreicht sein, beginnt eine neue Runde. Erreichen oder überschreiten ein oder mehrere Spieler dieses Limit, gewinnt der Spieler mit der niedrigsten Punktzahl.

Kann das Spiel was?

Die Ähnlichkeiten zu UNO oder Mau-Mau sind natürlich unübersehbar. Dies setzt zum einen die Einstiegshürde deutlich herab – die Spieler müssen sich nicht mit stundenlangem Regelstudium herum plagen, sondern können direkt losspielen. Zum anderen machen die Sonderkarten Frantic wesentlich abwechslungsreicher, dynamischer und sehr viel böser. Planbar ist eine Spielrunde nicht, egal wie gut die eigene Kartenhand ist – ein Ereignis kann den ganzen Spielablauf komplett auf den Kopf stellen. Spieler die Tiefgang und abendfüllende Unterhaltung suchen, sind daher mit diesem kleinen, gemeinen Kartenspiel nicht sonderlich gut beraten. Als Lückenfüller in größerer Runde macht es dagegen ausgesprochen viel Spaß – wenn die Mitspieler kein Problem mit dem recht hohen Ärgerfaktor haben. Die Einfälle der Autoren für die Sonder- und Ereigniskarten sind vielfältig, gemein und sorgen gelegentlich für heftige Diskussionen am Spieltisch – was für mich zu einem erheblichen Teil den Spielspaß ausmacht.
Das Design der Karten ist sehr auffällig und charakteristisch mit der großen römischen Ziffer im Mittelpunkt, einem Banner mit dazugehörigem Text in englisch und straken Farbkontrasten. So lassen sich die Karten auch bei widrigen Lichtverhältnissen noch gut erkennen und die Gestaltung kann ihre ganze Wirkung entfalten. Die Symbole für die Ereigniskarten erschließen sich dagegen durch die Piktogramme nicht und die Anleitung muss bemüht werden. Der Spielablauf wird dabei auf einer Seite ausführlich, auch mit einigen kurzen Beispielen, erklärt. Die zweite Seite ist der Erläuterung der verschiedenen Karteneffekte vorbehalten. Das Spielmaterial ist solide und widerstandsfähig, wie es für so ein turbulentes Spiel auch notwendig ist.
Mehr Informationen zum Spiel gibt es auf der Verlagsseite von Game Factory.

Wer Spaß daran hat, seine Mitspieler bei einem schnellen, einfachen Kartenspiel zu ärgern bekommt mit Frantic ein hervorragend dafür geeignetes Spiel.

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