Block and Key

10.12.2023 von Marcus Pohlmann

Block and Key

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Spieleranzahl: 1 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 8 Jahren

Spieldauer: 20 bis 40 Minuten

Erscheinungsdatum: 04.10.2023

Sprache: Englisch / Französisch / Deutsch

Nachdem es zuletzt um die Nachfolge für ein Feudalkönigreich ging, nehmen uns Skellig Games nun mit auf eine Expedition in den südamerikanischen Urwald. Bis zu vier Forscher machen sich bei Block and Key daran, einem uralten Tempel seine Geheimnisse (und Siegpunkte) zu entreißen. Entwickelt wurde das Lege- und Puzzlespiel vom kanadischen Verlag Inside Up Games, welche die ursprüngliche Produktion via Crowdfunding realisiert haben.

Was steckt drin?

Die quadratische Schachtel ist ungewöhnlich schwer. Um an den Inhalt zu kommen muss jedoch zuerst der Schuber entfernt werden, der Ober- und Unterseite zusammenhält. Die beiden Teile sind mit merkwürdigen Glyphen und Symbolen bedeckt und bilden später die zwei Ebenen des Spielplans. Zudem finden sich in der Schachtel vier Papp-Verstrebungen, die ebenfalls zum Aufbau benötigt werden. Ein robuster Stoffbeutel dient zur Aufbewahrung der Blöcke. Diese massiven Spielsteine gibt es in unterschiedlichen Farben und Formen – nicht unähnlich dem Konsolen-Klassiker Tetris. Ein sechsseitiger Block dient als Startbauteil. Der Rest des Spielmaterials besteht aus 52 Karten, den sogenannten Keykarten.

Der Tempel wartet

Der Tempel wartet

Auf diesen sind auf der Rückseite Sonne, Mond und Sterne zu sehen – die unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Auf der Vorderseite ist eine Kombination von Blöcken dargestellt, sowie die Punktzahl, die es beim erfolgreichen Bau gibt. Die vier Enigma-Karten bringen am Ende der Partie Zusatzpunkte für bestimmte Farben. Die 18seitige Anleitung enthält die Regeln in drei verschiedenen Sprachen. Außerdem gibt es für jedes Kapitel einen QR-Code, der die Beschreibung in Form eines Video-Tutorials (in englischer Sprache) enthält.

Wie wird’s gespielt?

Die beiden Ebenen des Tempels, also des Spielfeldes, werden mittels der Papp-Träger zusammengesteckt. In den unteren Teil, der Ausgrabungsebene, kommen neun Blöcke aus dem Beutel. Diese werden auf dem drei mal drei Felder großen Raster platziert. Jeder Spieler erhält zwei Stern-, eine Sonne- und eine Mond-Karte, sowie eine Enigma-Karte. Die verbliebenen Karten kommen verdeckt auf die entsprechenden Felder der Ausgrabungsebene, bzw. werden abgelegt. Abhängig von der Spielerzahl wird der Startblock auf einem der Felder der oberen Ebene platziert. Die Spieler nehmen frontal zu einer der vier Spielfeldseiten Platz – auch hier ist die Anzahl entscheidend.

Es sind Muster erkennbar

Es sind Muster erkennbar

Ist ein Spieler am Zug, hat er zwei Aktionsmöglichkeiten. Zum einen kann er eine Ausgrabung durchführen. Dazu nimmt er die drei Blöcke, die auf der unteren Ebenen in einer waagrechten oder senkrechten Reihe liegen. Von diesen Spielsteinen kann er bis zu sieben Stück in seiner Ablage haben.

Als zweite Handlungsmöglichkeit kann der Spieler einen der vor ihm liegenden Blöcke auf der oberen Spielfeldebene platzieren. Legt er einen Stein an, so dass sich die „Fassaden“, die Flächen berühren, muss der neue Stein mindestens eine Ebene höher sein. Stoßen nur die Ecken aneinander entfällt diese Bedingung. Hat der Spieler den Stein platziert, überprüft er, ob er damit eine oder gar mehrere Keykarten erfüllen kann. Dazu schaut er frontal auf die aufgetürmten Blöcke, die von seiner Spielfeldseite aus sichtbar ist. Ist dies der Fall, legt er die Keykarte ab und zieht sich eine neue – entweder vom Sonne- oder vom Mond-Stapel. Anschließend ist der Nächste an der Reihe.

Alles eine Frage der Perspektive

Alles eine Frage der Perspektive

Die Partie endet, wenn ein Spieler eine bestimmte Anzahl an Keykarten erfüllt hat. Dies ist abhängig von der Spieleranzahl. Neben den Siegpunkten durch die Karten bekommt jeder Spieler durch seine Enigma-Karte noch weitere Punkte. Dazu wird die Anzahl der sichtbaren Fassaden in der angegeben Farbe addiert und durch drei geteilt. Diese Summe wird zu den restlichen Siegpunkten hinzugezählt. Der Spieler, der die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt die Partie.
Im Solospiel gilt es stattdessen, in einer vorgegebenen Rundenanzahl möglichst viele Siegpunkte zu sammeln.

Kann das Spiel was?

Das Konzept von Block and Key ist recht ungewöhnlich. Die Spieler bauen ihre Blöcke zwar in einem dreidimensionalen Feld, bekommen aber Belohnungen, wenn die zweidimensionale Perspektive passt. In unseren Runden hat es etwas gebraucht, um den richtigen Blickwinkel zu finden. Nachdem wir uns daran jedoch gewöhnt hatten, liefen die Parteien deutlich entspannter und flüssiger. Obwohl jeder Spieler alleine vor sich hinbaut, haben die platzierten Blöcke der Mitspieler natürlich großen Einfluss – können diese doch ausgeklügelte Pläne zunichtemachen oder neue Optionen eröffnen. Der Ablauf ist denkbar einfach, ermöglicht aber zumindest ein wenig Strategie. Grade die Möglichkeit, auf die Erfüllung mehrerer Keykarten gleichzeitig hinzuarbeiten, kann hier spielentscheidend sein.

Die Keykarten

Die Keykarten

Je mehr Spieler mitmischen, desto unübersichtlicher wird es zwar, doch ist in diesem Fall Flexibilität gefragt. Irgendeine Möglichkeit, Punkte zu machen ergibt sich fast immer. Während der Spielablauf einfach und flüssig ist, kann grade in den ersten Partien, die Platzierung der Blöcke recht viel Zeit in Anspruch nehmen. Die Perspektive ist ungewohnt, so dass es immer wieder zu Fehlern kommt. Außerdem will der nächste Zug gut überlegt sein. Daher würde ich die Spieldauer doch teils deutlich höher als die angegebenen 20 bis 40 Minuten veranschlagen.

Die Steine

Die Steine

Die Aufmachung des Spiels finde ich schlicht grandios. Der Verlag hat bei Block and Key einen hohen Aufwand betrieben, um es gut aussehen zu lassen. Folien- und Lackveredelungen, massive Baublöcke und ein durchweg stimmiges Artwork hinterlassen einen wirklich positiven Eindruck. Die Illustrationen auf dem Spielplan wirken auf den ersten Blick verwirrend, beinhalten aber die kompletten Regeln als Piktogramme – wenn man es erst einmal zu lesen versteht. Die Anleitung sorgt für die richtige Expeditions-Atmosphäre und liefert zudem mit den kurzen Videos einen vereinfachten Einstieg. Auch was die Qualität angeht, gibt es hier nichts zu meckern. Sämtliches Spielmaterial macht einen soliden, wertigen Eindruck.

Auf der Homepage von Skellig Games gibt es einige Informationen zum Spiel, so auch die Anleitung in Form eines PDF. Bei den Entwicklern von Inside Up Games kann sich der interessierte Spieler außerdem noch einen Trailer und die verschiedenen Tutorials anschauen.

Freunde von Puzzle- und Lege-Spielen bekommen mit Block and Key einen sehr interessanten und optisch ansprechenden Vertreter des Genres.

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