Ein Mann sieht rot (Death Wish)

08.05.2018 von Joanna Lenc

Ein Mann sieht rot Filmcover © Studiocanal

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FSK: 16

Laufzeit: 92 Minuten

Erscheinungsdatum: 22.03.2018

Sprache: Deutsch

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1974 erschien ein Film, der in den USA und in Europa heftige Diskussionen über das Thema Selbstjustiz hervorrief. Charles Bronson verkörperte als Paul Kersey genau den Mann, dem man jede Form von Verbrechen verzeiht, solange sie gerechtfertigt ist. Wen wundert es da, dass der Film auf den Index gesetzt wurde, auch wenn dies neun Jahre nach Release geschah? Passend zum Start des Remakes Death Wish mit Bruce Willis, hat die Bundesprüfstelle dem Antrag auf Listenstreichung stattgegeben. Nun ist Ein Mann sieht rot nach über 40 Jahren ganz regulär mit einem FSK 16 Logo im Handel zu kaufen. Wir haben uns sowohl das Remake wie auch das Original nochmal nagesehen.

Paul Kersey ist ein angesehener Architekt und lebt mit seiner Familie in New York. Während er auf der Arbeit ist, werden seine Frau und Tochter in ihrer Wohnung überfallen und misshandelt. Während seine Frau im Krankenhaus ihren Verletzungen unterliegt, stellen die Ärzte bei seiner Tochter ein schweres Trauma fest. Voller Trauer und Wut über sein eigenes Schicksal aber auch die immer höher werdende Gewalt in New York, stürzt er sich in seine Arbeit. Von einem seiner Kunden erhält er als Dank für ein Projekt einen Revolver. Mit dessen Hilfe lässt er seiner Wut freien Lauf. Immer mehr Kriminelle werden zu seinen eigenen Opfern mit der Hoffnung, dass er irgendwann die Täter erwischt, die seine Familie zerstört haben. Doch die Polizei ist nicht ganz untätig und nimmt irgendwann auch seine Spur auf.

Ein Mann sieht rot: Abweichungen zwischen Original und Remake

Ein Mann sieht rot: Charles Bronson als Paul Kersey © Studiocanal

Ein Mann sieht rot: Charles Bronson als Paul Kersey
© Studiocanal

Das Remake mit Bruce Willis hat einige Abweichungen zum Original. Paul Kersey ist hier kein Architekt, sondern Arzt. Die Waffe erhält er nicht von einem seiner Kunden, er entwendet sie von einem Patienten. Das Geschehen spielt in Chicago, nicht in New York. Zuletzt ist im Original seine Tochter verheiratet und sein Schwiegersohn der einzige Gesprächspartner. Im Remake hingegen ist seine Tochter ledig, dafür hat er einen Bruder. Daneben gibt es weitere Abweichungen, die dem Zeitgeschehen anzurechnen sind. Charles Bronson holt sich keine professionelle Hilfe von einem Therapeuten, Bruce Willis schon. Die Waffe unterscheidet sich auch entsprechend, und auch die Techniken, wie die Verbrecher auf ihre Opfer aufmerksam wurden, sind abgewandelt. Abgesehen davon gibt es aber in der Story kaum Unterschiede, selbst die Schlusssequenz ist die gleiche und deutet auch beim Remake darauf hin, dass es Fortsetzungen geben könnte, wie es beim Original über viele Jahre hinweg der Fall war.

Die Polizei ist machtlos © Studiocanal

Die Polizei ist machtlos
© Studiocanal

Nach Spiel mir das Lied vom Tod erlange Charles Bronson einen erhöhten Berühmtheitsgrad und war insbesondere von da an in Actionfilmen und Western zu sehen, in denen es weniger auf Worte ankommt, sondern auf Taten. Bereits mit Chatos Land hat er mit dem Regisseur Michael Winner zusammengearbeitet, in dem er ebenfalls einen Rächer spielt. Es folgten weitere Filme, darunter sein erfolgreichster: Ein Mann sieht rot. Insgesamt gibt es vier Fortsetzungen, der letzte Teil erschien ganz 20 Jahre nach dem ersten. Weniger überraschend ist, dass alle Filme bis vor kurzem noch auf dem Index standen. Zuletzt hat es schließlich Ein Mann sieht rot vom Index geschafft. Sein Nachfolger, Ein Mann ohne Gnade ist damit der letzte Film der Reihe, der bis heute indiziert ist.

Der Rächer steht ihm gut

Jeff Goldblum (rechts im Bild) in seiner ersten Rolle als Bösewicht © Studiocanal

Jeff Goldblum (rechts im Bild) in seiner ersten Rolle als Bösewicht
© Studiocanal

Bronson steht die Rolle des Paul Kersey gut, der Zuschauer kauft ihm sowohl den Architekten als auch den wütenden Rächer ab. Regisseur Winner hat für die damalige Zeit einen Nerv getroffen und viele Zuschauer konnten sich mit der Hauptfigur identifizieren. Aus heutiger Sicht ist es schwieriger den Film neutral zu bewerten. Technisch ist so vieles weiter entwickelt und auch die Schnitte und Kamerfahrten sind heute ganz anders, als es noch vor über 40 Jahren der Fall war. Im Vergleich dazu macht das Remake Death Wish mit Bruce Willis vieles richtig und vor allem auch auf das Original aufmerksam, das insbesondere jüngere Zuschauer im Normalfall ignorieren würden. Tatsächlich hat uns das Remake sogar ein Stück weit besser gefallen, als das Original, was wirklich selten vorkommt.

Filmfreunde, die sich gerne auch mal einen Klassiker anschauen, können mit einem Griff zu Ein Mann sieht rot definitiv nichts falsch machen, ist es doch ein Stück Filmgeschichte und Bronson in einer seiner berühmtesten Rollen, die wir hier zu sehen bekommen.

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