Welt der 1000 Abenteuer – Der Schatz der Oger

01.08.2018 von Nils Schlieske

Welt der 1000 Abenteuer - Der Schatz der Oger © Mantikore Verlag

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Serie:

Spieleranzahl: 1 Spieler

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Spieldauer: 90 Minuten

Erscheinungsdatum: 01.06.2017

Sprache: Deutsch

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Im dritten Spielbuch der „Welt der 1000 Abenteuer“ begibt sich der Spieler auf Rettungsmission im geheimnisvollen Forst von Yorrok. Lauern dort 800 Jahre nach dem Krieg der Oger immer noch die abscheulichen Menschenfresser?

Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Schmiedelehrlings, dessen Vetter auf der gefährlichen Suche nach dem Schatz der Oger ist. Da unser Onkel, der Schmied, einen schlimmen Fuß hat, begeben wir uns kurzerhand selber auf die Suche nach unserem Vetter. Vom kleinen Dorf Roog, im Norden des Königreichs, brechen wir auf in den großen Forst von Yorrok, den der Fluss Golch zweiteilt. In jenem Wald herrschten vor acht Jahrhunderten die mächtigen Oger im Verborgenen, bis sich der Fürst Lormonossor erhob und in den umliegenden Länder marodierte. Der Ogerfürst wurde auch „der Geizige“ genannt und soll einen unfassbaren Goldschatz angesammelt haben. Von einem Magier zu Stein verwandelt, endete mit der Herrschaft des geizigen Ogerfürsten auch der Krieg der Oger. Es soll aber noch wenige Exemplare dieser Menschfresser in den Wäldern von Yorrok geben.

Ein Rucksack, ein Talent und unerschütterlicher Mut

Bevor wir aufbrechen, unseren Vetter zu retten, packen wir natürlich unseren Rucksack. Auf dem „Abenteuerblatt“ am Anfang des Buches, tragen wir unsere Besitztümer und wichtige Hinweise ein, außerdem können wir eines von fünf Talenten wählen: Klettern, Tiersprache, Schriftenkunde, Verbergen und Vorahnung.

Am großen Wald angekommen, nicht nur wörtlich wunderbar ausgemalt, sondern auch mit detaillierten Illustrationen bebildert, finden wir sofort die Spur von Bolko. Er hat einige Tage Vorsprung und so begeben wir uns auf seine Fährte, lesen Spuren, finden verlassene Feuerlager und verlorene Kleidungsstücke. Immer dabei: Die ständige Gefahr auf einen Gegner zu treffen. Denen haben wir nicht viel entgegenzusetzen, denn außer einer Machete haben wir keine Waffe und die eignet sich hauptsächlich zum Freikloppen des Weges.

Alles will dich fressen

Schon zu Beginn des Buches macht der Autor, Jens Schumacher, klar: Es gibt nur ein gutes Ende. Alle anderen sind tragisch. Und das merkt man schnell: Schon nach wenigen Entscheidungen werde ich das erste Mal von einem Monster mit Tentakeln in die brackige Untiefe eines Tümpels gezerrt und verschlungen. Zurück zur falschen Abzweigung – bei Computerspielen wäre das ein Speicherpunkt – und nochmal. Das erste Monster überlebe ich diesmal, doch das nächste macht mir schon wieder den Garaus. Alles in diesem Wald will mich fressen. Und gibt es wirklich noch Oger oder sind diese schon lange ausgestorben?

Erzählerischer Fokus bei fehlender Spieltiefe

Der Schatz der Oger ist ein wirklich unterhaltsames Abenteuer, aber leider ohne spielerischen Tiefgang. Die gewählte Fähigkeit warnt oder hilft manchmal aus einer brenzligen Situation, hat aber ansonsten kaum Einfluss auf die Geschichte. Außerdem gibt es keine Kämpfe oder Gesprächssituationen, wo sie zum Einsatz kommen könnte. Zum nochmaligen Lesen lädt das Buch nur bedingt ein. Ist das gute Ende einmal erreicht, wird klar, dass es einige Stationen gibt, die durchlaufen werden müssen. Bis dahin bietet das Buch aber einige Abwechslung und spannende Begegnungen. Die Textabschnitte sind etwas länger geschrieben als in anderen Spielbüchern, was die fehlende spielerische Tiefe etwas ausgleicht.

Liebevolles Einsteigerbuch

Das Buch richtet sich eher an die jüngere Zielgruppe, an Einsteiger von Fantasy-Spielebüchern oder Liebhaber der Serie. Kreaturen wie Zerschmetterlinge, grüne Äfflinge und Pyrofanten zeigen diese Ausrichtung. Die Illustrationen sind liebevoll und detailreich, manchmal sogar spielentscheidend. Eines schafft das Buch auf jeden Fall: Es macht Lust auf die weiteren Abenteuer in Konduula. 1000 sind es zwar noch nicht, aber neun verschiedene Abenteuer gibt es bereits zu erleben. Von 2009 bis 2013 sind die ersten acht Bände von Jens Schumacher im Schneiderverlag erschienen. 2014 erschien ein neuer Teil im Mantikore-Verlag, der auch die bereits vergriffenen Abenteuer neu auflegt. Der Schatz der Oger ist der dritte Teil der Reihe und zählt zu jenen vergriffenen Exemplaren. Seit der Neuauflage 2017 ist der Band wieder zu haben. Das Spielen des Buches ist äußerst kurzweilig, obwohl einige Situationen ein wenig der Logik ermangeln.

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