Top Secret

13.12.2018 von Marcus Pohlmann

Top Secret

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Spieleranzahl: 4 bis 8 Spieler

Altersempfehlung: ab 8 Jahren

Spieldauer: ca. 20 Minuten

Erscheinungsdatum: 20.08.2018

Sprache: Deutsch

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Paris ist, glaubt man zumindest den Machern von Top Secret, nicht nur die Stadt der Liebe, sondern auch die der internationalen Spionage. In diesem, etwas anderen, Kommunikationsspiel von Schmidt übernehmen bis zu acht Spieler die Rolle von Agenten, die in der Stadt brisante Informationen austauschen müssen. Natürlich ohne das die unliebsame Konkurrenz etwas von dem konspirativen Vorgehen erfahren.

Was steckt drin?

Die Startausrüstung für Agenten

Die Startausrüstung für Agenten

Die Schachtel im ungewöhnlichen Format blickt den interessierten Spieler aus großen Augen an. Im Innern findet sich für jeden Spieler eine Agententafel, die während des Spiels vor ihm liegt und sieben Agentenkarten, die in einen gemeinsamen Stapel gemischt werden. 32 Ortskarten bestimmen den Treffpunkt der Spione. Dort muss ein kleiner (Papp-)Koffer mit Standfuß den Besitzer wechseln. Die vier Orte werden aus dem Stanzbogen gelöst und zusammen gebaut: Straßencafé, Metro-Station, Kiosk und Brunnen dienen als Treffpunkte für die Übergabe des Koffers. Schließlich gehören noch 24 Beobachtungschips, Pappmarker in Form von Ferngläsern, zum Spielmaterial. Die 24seitige Anleitung enthält die Regeln in mehreren Sprachen.

Wie wird’s gespielt?

Jeder Spieler bekommt eine Agententafel und drei Beobachtungschips. Die Agentenkarten aller Mitspieler werden in den Stapel gemischt; nicht benötigte Karten aus dem Spiel entfernt. Die Ortskarten werden ebenfalls gemischt und in Reichweite gelegt.

Alles bereit für konspirativen Treffen

Alles bereit für konspirativen Treffen

Der Startspieler stellt den Koffer vor sich ab, nimmt von jedem Stapel eine Karte und gibt den Koffer weiter. Die nachfolgenden Spieler verfahren ebenso. Die Mission der Spieler besteht nun aus einem aktiven und einem passiven Teil. Um den aktiven Teil zu erfüllen, müssen sie mit dem Agenten, der auf ihrer Karte abgebildet ist, durch Zwinkern Kontakt aufnehmen. Ist auf diese Weise ein Partner ausgemacht, so kommt der zweite Teil der Mission zum Tragen. Der Partner muss nun dem ersten Agenten, ebenfalls nonverbal, zu verstehen geben, wo die Übergabe des Koffers stattfindet. Steht der Koffer wieder vor dem ersten Agenten, und dieser meint, den Ort der Übergabe zu kennen, so decken er und sein Mitspieler ihre jeweiligen Karten auf. Stimmen die Angaben, werden die Karten unter die Agententafel geschoben und bringen am Spielende Punkte. Bemerkt ein anderer Spieler, dass zwei Agenten untereinander Kontakt aufnehmen, wirft er seinen Beobachtungschip in die Tischmitte und beschuldigt die beiden Agenten. Liegt er richtig, darf er die Agentenkarten unter seine Tafel schieben. Anschließend werden die entsprechenden Karten wieder nachgezogen.
Kann keine Agentenkarte mehr nachgezogen werden, endet das Spiel sofort und die Punkte werden ausgezählt. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt.

Kann das Spiel was?

Die Übergabe war erfolgreich

Die Übergabe war erfolgreich

Die Grundidee von Top Secret, ein nonverbales Kommunikationsspiel zu schaffen, finde ich ausgesprochen originell. In der Praxis stellt sich die Umsetzung dagegen etwas problematisch dar. Ein runder Spieltisch ist beinahe schon zwingend erforderlich – auch viel Platz zwischen den Spielern und den Treffpunkten ist wichtig. Dennoch kommt es häufig, grade bei großen Runden, zu Missverständnissen und falschen Anklagen. Das dabei alle Spieler gleichzeitig agieren, zwei Missionen erfüllen und gegnerische Spione enttarnen macht die Angelegenheit ebenfalls nicht übersichtlicher. Vier Spieler sind bei diesem Agentenspiel zu wenig, bei acht Spielern ist an ein koordiniertes Vorgehen nicht zu denken, da aus allen Ecken geblinzelt wird. Mit sechs Spielern funktioniert Top Secret einigermaßen passabel, bleibt aber immer noch etwas wirr. Als ungewöhnlicher Lückenfüller eignet sich das Spiel allemal – um damit einen ganzen Abend zu verbringen eher nicht.
Die Illustrationen bedienen sehr schön verschiedene Agentenklischees, auch die Aufsteller der Orte sind stimmig umgesetzt. Das Material ist qualitativ hochwertig und bietet keinen Anlass zur Kritik. Sehr gut gefällt mir das Linsenrasterbild (oder auch Wackelbild) auf der Schachtel – sagt dies doch bereits alles über das Spielprinzip aus.
Einen kurzen Überblick über das Spielmaterial  gibt es auf der Homepage von Schmidt Spiele – ebenso wie die Regeln.

Top Secret verbindet ein ungewöhnliches Konzept mit einer netten Hintergrundstory und schicken Artworks – nur an der Übersichtlichkeit hapert es doch ein wenig.

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