Karate Tomate

14.09.2018 von Marcus Pohlmann

Karate Tomate

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Spieleranzahl: 3 bis 10 Spieler

Altersempfehlung: ab 8 Jahren

Spieldauer: ca. 20 Minuten

Erscheinungsdatum: 18.06.2018

Sprache: Deutsch

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Wieder einmal hat sich der hessische Amigo-Verlag für ein Kartenspiel mit dem bekannten Autor Dr. Reiner Knizia zusammen getan. Herausgekommen ist dabei Karate Tomate, ein Spiel über kampfkunsterprobtes Gemüse, scharfe Klingen und prestigeträchtige Pokale für bis zu zehn Spieler.

Das Spielmaterial besteht aus drei verschiedenen Kartenarten. Zuerst wäre die 40 quadratischen Triumphkarten zu nennen, auf denen Messer, Pokale und Tomaten in wechselnder Anzahl abgebildet sind, und um die sich letzten Endes das Spiel dreht. Dann gibt es zehn Tomatenkarten mit Werten von „1“ bis „10“ sowie die 140 Karten mit dem Kampfgemüse. Jede der fünf Farben/Gemüsesorten (Mais, Karotte, Pilz, Aubergine, Brokkoli) umfasst 28 Karten, wobei die Werte hier ebenfalls gestaffelt sind – zwischen „1“ und „5“. Die doppelseitige Anleitung umfasst neben den eigentlichen Spielregeln noch einen QR-Code, der auf die Verlagsseite führt.
Zur Spielvorbereitung werden die Stapel mit den drei Kartenarten gemischt. Jeder Spieler erhält eine zufällige Tomatenkarte und fünf Gemüsekarten, die restlichen Gemüse- und auch die Triumphkarten werden als Nachziehstapel bereit gelegt.
Eine Spielrunde verläuft in drei Phasen. Beim „Aufwärmen“ werden, entsprechend der Spieleranzahl, einige Triumphkarten offen ausgelegt. So gibt es beispielsweise bei vier Spieler nur zwei Karten; bei zehn Beteiligten sind es dagegen sechs Karten. Wurden in der letzten Runde Karten gewonnen, so wird nun lediglich aufgefüllt. Die zweite Phase, der „Kampf“, verläuft in mehreren Durchgängen. Im ersten Durchgang legen die Spieler eine beliebige Karte verdeckt vor sich ab und decken diese Karten anschließend gleichzeitig auf. Hat ein Spieler eine Gemüsekarte gespielt, so lässt er diese liegen und bleibt weiter im Kampf. Legt ein Spieler dagegen eine Tomatenkarte, so scheidet er aus der Kampfrunde aus, darf aber seine Tomatenkarte behalten und nimmt zwei zusätzliche Karten vom Nachziehstapel. In der nächsten Kampfrunde müssen die Spieler die gleiche Farbe/Gemüsesorte spielen wie in der ersten Runde oder mit einer Tomatenkarte ausscheiden. Dies wird so lange fortgesetzt, bis nur noch so viele Spieler am Kampf teilnehmen wie Triumphkarten ausliegen. In der Phase „Triumphieren“ darf sich der Spieler mit der höchsten Summe an ausgespielten Karten zuerst eine Triumphkarte aussuchen – die anderen folgen in absteigender Reihenfolge. Danach beginnt die nächste Spielrunde nach dem gleichen Prinzip. Gespielt wird so lange, bis entweder ein Spieler das Spielende ausruft – dazu benötigt er zwölf oder mehr Pokale – oder bis keine Triumphkarten mehr aufgedeckt werden können. Für die Auswertung decken alle Spieler ihre Triumphkarten auf; der oder die Spieler mit den wenigsten Messern scheiden, unabhängig von der Anzahl der Pokale, direkt aus. Es gewinnt der Spieler mit den meisten Pokalen, bei Gleichstand entscheiden die Tomaten.

Eigentlich kommt es bei Karate Tomate gar nicht so darauf an, jede Runde unbedingt zu gewinnen. Manchmal, vor allem bei mehr Mitspielern, reichen schon eine Handvoll Pokale und Messer um die Partie für sich zu entscheiden. Hilfreich ist dabei auf jeden Fall die Triumph- und Handkarten der Mitspieler im Auge zu behalten – so lassen sich einige Runden relativ „günstig“ gewinnen. Wenn keine lohnenden Triumphkarten ausliegen ist es ist durchaus sinnvoll früh aus einer Kampfrunde auszusteigen, um den Vorrat der Handkarten für kommenden Durchgänge aufzustocken. Da im Prinzip alle Spieler gleichzeitig agieren, läuft eine Runde auch bei hohen Spielerzahlen recht schnell und flüssig ab. Das Spielprinzip ist zudem nicht übermäßig komplex, so dass der Spielernachwuchs oder auch Gelegenheitsspieler problemlos zu einer Runde überredet werden können. Sicherlich kein Spiel um den ganzen Abend damit zu verbringen, aber eine oder zwei Partien lassen sich recht gut dazwischen schieben.
Das von Dominik Hüfner illustrierte Kampfgemüse ist hübsch anzuschauen, auch die Unterscheidung fällt, Dank klarer Farbgebung, sehr leicht. Allerdings hätte ich mir mehr unterschiedliche Zeichnungen gewünscht. Die Anleitung ist verständlich geschrieben und klar aufgebaut; einige Beispiele verdeutlichen bestimmte Spielsituationen. Auf der Homepage von Amigo können interessierte Spieler einen Blick in die Regeln werfen und sich ein Teaser-Video anschauen. Das dazugehörige Tutorial dürfte in absehbarer Zeit ebenfalls folgen.

Karate Tomate bietet kurzweilige, unkomplizierte Unterhaltung, die sich vor allem für jüngere Spieler oder große Spielrunden als Pausenfüller eignet.

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