Fallout

02.02.2019 von Marcus Pohlmann

Fallout

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Spieleranzahl: 1 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Spieldauer: 120 bis 180 Minuten

Erscheinungsdatum: 01.08.2018

Sprache: Deutsch

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Fallout dürfte den meisten Lesern als Computer- oder Konsolenspiel bekannt sein. Fantasy Flight Games veröffentlichen nun eine Brettspielvariante des post-apokalyptischen Rollenspiels. Bis zu vier Spieler ziehen dabei durch die ehemaligen Vereinigten Staaten von Amerika und müssen verschiedene Herausforderungen bestehen. Den Vertrieb für den heimischen Markt haben wieder Asmodee übernommen, die auch für die Übersetzung verantwortlich sind.

Was steckt drin?

Das Ödland setzt sich aus 21 Hexfelder zusammen, einige davon doppelseitig bedruckt. Jedes Feld ist dabei nochmals in mehrere Regionen unterteilt. In manchen dieser Regionen sind Symbole aufgedruckt, beispielsweise für Gegner. Auch gibt es Orte, die jeder Kenner der Computerspiele bereits besucht hat. Darunter beispielsweise das Red-Rocket-Diner, Vault 84 oder den Super Duper Mart. 75 Begegnungskarten für das Ödland, die Siedlungen und die Vaults kommen bei Gelegenheit zum Einsatz. Neben einer kleinen Einleitung finden sich auf diesen Karten verschiedene Aufgaben für die Spieler. So können sie eine alte Supermarktkasse hacken, Gefangene befreien oder mit Personen interagieren. Ähnlich funktionieren auch die 100 Questkarten, die es zu erfüllen gilt. 27 Marker mit Gegnern warten im Ödland auf die Spieler. Diese enthalten neben einer Illustration der Kreatur auch den Namen, Trefferzonen und Stufe sowie die Belohnung. Papp-Marker für Kronenkorken (die Spielwährung), die beiden Fraktionen (Enklave und Stählerne Bruderschaft) und Questen.

Alles bereit für den Ausflug ins Ödland

Alles bereit für den Ausflug ins Ödland

Die vier Szenarienbögen erklären den jeweiligen Spielaufbau und die Sonderregeln. 34 Vorteils- und 25 Beutekarten können im Spielverlauf gefunden, gekauft oder auch erbeutet werden. Diese liefern den Spielern Waffen, Ausrüstung, Begleiter oder Gegenstände, die zur Erfüllung von Aufgaben benötigt werden. Drei sechsseitige V.A.T.S.-Würfel zeigen keine Zahlen, sondern Trefferzonen und -symbole.

Insgesamt stehen fünf Charaktere als Kunststoff-Figuren zur Auswahl. Neben dem klassischen Vault-Bewohner können die Spieler auch als Supermutant, Ödländerin, Bruderschaftler oder Ghoul auf Abenteuer ausziehen. Jeder Charakter kommt bereits mit Vor- und auch Nachteilen ins Spiel. Es gibt vier Spieler-Tableaus mit Ablageplatz für. Eigenschaften, Ausrüstung, und S.P.E.C.I.A.L.-Marker. Mit diesen Marker lassen sich Würfe im Spielverlauf modifizieren oder wiederholen. Für die Markierung der Lebens- und Erfahrungspunkte kommen drei Stecker um Einsatz. Dazu gibt es für die Charaktere noch Vorteilskarten, die permanente Verbesserungen bringen, sowie Skillkarten, die nur einmalig nutzbar sind. Die 23 Agendakarten müssen von den Spielern erfüllt werden und unterstützen meist eine der beiden Fraktionen. Neben dem 16-seitigen Regelheft mit der eigentlichen Anleitung liegt noch ein ebenso starkes Referenzhandbuch in der Box. Darin sind Begriffe und Abläufe detaillierter erklärt.

Wie wird’s gespielt?

Das gewählte Szenario gibt den Aufbau des Spielplans vor. Begegnungskarten, Monster, Ausrüstung und die Marker werden bereitgelegt. Jeder Spieler wählt einen Charakter samt Tableau und gegebenenfalls weiterer Ausrüstung. Außerdem erhält er drei Kronkorken als Startkapital. Schließlich zieht er eine Agendakarte, die er vor seinen Mitspielern geheim halten muss. Die Figuren beginnen ihre Reise ins Ödland auf dem Crossroads-Lager.

Ein gut gerüsteter Vault-Bewohner

Ein gut gerüsteter Vault-Bewohner

Während seines Zuges hat ein Spieler zwei Aktionen zur Verfügung, die er beliebig kombinieren kann. So kann er beispielsweise ein angrenzendes Spielplanteil aufdecken oder sich zwei Felder bewegen. Ein Spieler kann als Aktion eine Queste erfüllen, beispielsweise einen Nichtspielercharakter zu einem bestimmten Ort begleiten, eine Maschine reparieren oder einem Kult beitreten. Befindet sich der Charakter auf einem Feld mit  Begegnungssymbol, kann er eine entsprechende Karte ziehen und auch diese Aufgaben abhandeln. Häufig werden dafür Würfelproben benötigt, bei denen der Spieler eine gewisse Anzahl an Erfolgen erreichen muss.

Zieht der Spieler auf ein Feld mit einem Gegner, kommt es zum Kampf. Der Marker der Kreatur gibt dabei an, wie viel Treffer sie einsteigt und an welchen Stellen sie verwundbar ist. Auch hier muss der Spieler eine Würfelprobe ablegen und die entsprechende Anzahl Erfolge erzielen. Fähigkeiten, Skills und Ausrüstung modifizieren dabei den Wurf. Für besiegte Gegner erhält der Spieler Erfahrungspunkte und manchmal sogar Gegenstände. Schließlich hat der Charakter die Möglichkeit zu rasten und dabei Lebenspunkte zurückgewinnen. Danach ist der nächste Spieler an der Reihe.

Haben alle Spieler ihre Aktionen ausgeführt, werden zufällig bestimmte Gegner aktiviert. Diese bewegen sich ihrerseits und greifen die Charaktere an.
Das Spiel endet, wenn es einem Spieler gelungen ist, eine bestimmte Menge an Einfluss zu erlangen. Diesen erhält er über bestimmte Agendakarten, die er im Laufe des Spiels sammelt und erfüllt. Je nach Spielerzahl variiert dabei die Menge des benötigten Einflusses.

Kann das Spiel was?

Die Charaktere

Die Charaktere

Natürlich zieht Fallout einen guten Teil seines Reizes durch die Parallelen zum Computer-Pendant. Sowohl die Aufmachung, als auch die Gegner und Begegnungen unterstützen diesen Eindruck. Zudem haben es die Autoren geschafft die Spielatmosphäre praktisch 1:1 umzusetzen. Lässt man dies außer Acht, so ergibt sich hier dennoch eine sehr unterhaltsame, spannende Mischung aus (nicht kooperativem) Dungeon-Crawler und Rollenspiel. Die Mechanismen sind einfach gehalten und der Verwaltungsaufwand ist überschaubar. Das Kampfsystem mit Trefferzonen sorgt, ohne die richtige Ausrüstung, auch bei vermeintlich einfachen Gegnern für eine Herausforderung.

Die Sieg-Mechanik über Agenden und Einfluss ist gewöhnungsbedürftig und kann eine Partie übermäßig in die Länge ziehen – für mich der der einzige Schwachpunkt des Spiels. Dies lässt sich jedoch durch eine Reduzierung des benötigten Einflusses einfach korrigieren. Die Erkundung des Ödlandes macht mit jeder Spieleranzahl Spaß, sogar der Solo-Modus funktioniert tadellos.
Die Illustrationen sind an die Computerspiele angelehnt und kombinieren 50er Jahre Charme mit dem postapokalyptischen Szenario. Die Karten sind, trotz der teilweise sehr umfangreichen Texte, gut lesbar, die Symbole leicht verständlich und das Spielmaterial durchdacht. Die Miniaturen sind detailliert modelliert, allerdings sind beim Guss des eher weichen Kunststoffs die harten Kanten verloren gegangen. Das Regelheft ist verständlich aufgebaut, allerdings muss am Anfang häufig das Referenzhandbuch zu Rate gezogen werden.
Asmodee stellen auf ihrer Homepage neben weiterem Bildmaterial auch die Regeln und das Handbuch als Download kostenlos zur Verfügung. Außerdem ist mit New California bereits eine Erweiterung angekündigt.

Mit Fallout ist dem Verlag eine wirklich großartige Umsetzung der Computerspielserie auf den heimischen Spieltisch gelungen.

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