Exit – Die verlassene Hütte

04.03.2018 von Marcus Pohlmann

Exit - Die verlassene Hütte

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Spieleranzahl: 1 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Spieldauer: 45 bis 90 Minuten

Erscheinungsdatum: 22.06.2016

Sprache: Deutsch

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Es ist noch gar nicht so lange her, da kamen die sogenannten „Escape Room“-Spiele in Mode. Dabei werden mehrere Personen in einem Raum eingeschlossen und müssen innerhalb einer zeitlichen Frist alle Hinweise finden, um die Tür wieder zu öffnen. Mittlerweile haben sich einige Verlage daran gemacht, diese Idee an den heimischen Spieltisch zu holen. Eine Vorreiter-Rolle hat dabei Kosmos übernommen und mit Exit – Das Spiel eine passende Spielreihe veröffentlicht. In Die verlassene Hütte hat es bis zu vier Spieler in eben jene Behausung verschlagen, die sie nun unter Zeitdruck wieder verlassen müssen.

Das Spielmaterial in der kleinen Schachtel enthält die achtseitige Anleitung, ein zwölfseitiges Buch mit dem schönen Titel „Willkommen, meine Gäste…“, eine Dekodierscheibe auf deren vier Rädern Farben, Zahlen und Symbole in unterschiedlichen Kombinationen abgebildet sind, drei „seltsame Teile“, eigentlich Papp-Plättchen in Rot, Grün und Blau, die zusätzlich über eine quadratische Öffnung verfügen. Schließlich wird das Spiel von 86 Karten gesteuert, die sich in 23 Rätsel-, 30 Lösungs- und 33 Hilfe-Karten aufteilen. Zusätzlich werden noch Notizpapier, Stift und Schere benötigt. Über einen QR-Code in der Anleitung lassen sich zudem noch ein Timer, der passende Soundtrack und weitere Rätsel herunter laden.
Die Karten werden sortiert, die Rätselkarten in alphabetischer, die Lösungskarten in nummerischer Reihenfolge. Die Tipp-Karten werden in elf Stapeln à drei Karten aufgeteilt, jeder Stapel mit einer anderen geometrischen Form. Das restliche Spielmaterial wird so platziert, dass jeder der Spieler es leicht erreichen kann. Schließlich wird der Timer gestartet und das Spiel kann beginnen.
An dieser Stelle etwas über den Lösungsweg zu verraten, würde künftigen Spielern eventuell Hinweise darauf geben, wie sie aus der Hütte entkommen können, daher verzichte ich darauf.
Die Spieler müssen sich durch den Stapel der Rätsel-Karten arbeiten, gelegentlich zwei oder mehr Aufgaben parallel lösen. Zur Auswahl stehen hier Buchstaben-, Zahlen-, Logik- und Bilderrätsel, die geknackt werden wollen. Dabei muss das Spielmaterial zerrissen, geknickt oder beschrieben werden. Sollte es einmal an einer Lösung hängen, so können die Hilfe-Karten genutzt werden. Die ersten beiden Karten geben einen Denkanstoß in die richtige Richtung, während die dritte Karte die tatsächliche Aufklärung des Rätsels enthält.
Haben die Spieler alles richtig gemacht, so finden sie vor Ablauf von 90 Minuten den Schlüssel zur Hütte und können damit einem ungewissen Schicksal entkommen.

Es widerstrebt mir zutiefst Spielmaterial zu zerstören oder in irgend einer Weise zu verunstalten. Allerdings ist ohne ein manchmal rabiates Vorgehen das Rätsel um die Hütte nicht zu lösen. Spielkonzept und -ablauf sind zu Beginn etwas ungewohnt, aber das gibt sich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase. Allerdings müssen sich die Spieler auf die Situation auch einlassen – das Spielgefühl unterscheidet sich doch merklich von einem „normalen“ Brettspiel. Die Rätsel selbst sind durchaus anspruchsvoll und gelegentlich werden weitere Karten benötigt um auf die Lösung zu kommen. Für den Spielaufbau wird kaum Zeit benötigt, auch das Regelstudium ist in wenigen Minuten abgehandelt. Soundtrack und Timer sorgen für eine spannende Atmosphäre und setzen die Spieler dabei unter Druck. Wird dann noch an einem massiven Holztisch in einem abgedunkelten Raum gespielt kommt durchaus eine beklemmende Stimmung auf, von der das Spiel enorm profitiert. Kosmos liefert hier ein sehr spannendes, kniffliges und unterhaltsames Spiel ab, das leider nur ein einziges Mal gespielt werden kann, da das Spielmaterial anschließend zerstört ist. Das ist allerdings auch der einzige Kritikpunkt, den ich am Spielkonzept habe. Die verlassene Hütte kann zwar laut Herstellerangaben auch alleine gespielt werden, allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob das wirklich funktioniert. In einer Raterunde zu dritt oder zu viert macht das Spiel wirklich Spaß.
Angesichts der Tatsache, dass es gar nicht vorgesehen ist, dass Karten und Bücher wieder eingesetzt werden, ist die Qualität des Materials nicht wirklich relevant. Die Illustrationen sind hübsch anzuschauen, wenn auch stellenweise etwas zu klein geraten. Die Anleitung liefert dem Spieler einen verständlichen Einstieg und gibt grade genug Hinweise um nicht ganz ratlos da zu stehen.
Weitere Informationen zum Spiel, sowie einen kurzen Trailer gibt es auf der Homepage von Kosmos.

Inka & Markus Brand ist es mit Exit – Die verlassene Hütte recht gut gelungen, die Stimmung der Escape Room-Spiele in die eigenen vier Wände zu holen.

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