Aufstieg der Gilden

07.01.2019 von Marcus Pohlmann

Aufstieg der Gilden

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Spieleranzahl: 2 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Spieldauer: ca. 90 Minuten

Erscheinungsdatum: 22.05.2018

Sprache: Deutsch

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Ins Stadtbild einer Mittelalter- oder Fantasy-Siedlung gehören Gilden, die den Alltag ihrer Mitglieder regeln. In Aufstieg der Gilden übernehmen bis zu vier Spieler die Führung einer solchen Gilde und versuchen, illustre Mitglieder zu rekrutieren und das Gildenhaus prachtvoll auszubauen. Giochi Uniti / Stratelibri haben das Spiel von Christian Giove bereits 2016 veröffentlicht. Asmodee hat die deutsche Version dieses Aufbauspiels Ende 2018 auf den Markt gebracht.

Was steckt drin?

Das zentrale Element des Spielplans ist der sechseckige Marktplatz der Stadt. In jedem der sechs Bezirke stehen die Zelte der vier Spieler, auf die sie später Gebote legen. Für jede Gilde steht ein Bauplatz aus 3 x 4 quadratischen Feldern zur Verfügung. Dieser füllt sich im Spielverlauf mit unterschiedlichen Räumen. Die Bandbreite reicht hier vom einfachen Kuhstall über den Lagerraum oder das Esszimmer bis zur Folterkammer oder der Kunstsammlung. Die meisten Räume bringen dabei Vorteile für eine bestimmte Art von Charakter. Die 57 Plättchen belegen entweder eines oder zwei Felder, bringen den Spielern in erster Linie Siegpunkte, aber auch Einkommen. Die gängige Währung gibt es in zwei Formen: Für die Rekrutierung oder Bestechung von Charakteren kommen Silbermünzen zum Einsatz. Goldmünzen sind dagegen dem Kauf von Räumen vorbehalten.

Aufbau für drei Spieler

Aufbau für drei Spieler

Die Spieler können insgesamt 48 Charaktere für ihre Gilden rekrutieren. Auf der dazugehörigen Karte sind, neben einer Illustration der Figur, verschiedene Angaben vermerkt. Neben dem Name und der Rasse auch die Zugehörigkeit zu einer der sieben Fraktionen (Krieger, Magier, Ruchlose, Priester, Adelige, Handwerker oder Tiere). Manche Charaktere bringen Ansehenspunkte bei der Endabrechnung oder jede Runde Einkommen. Einige haben sogar eine Sonderfertigkeit, so kann der Assassine beispielsweise einen gegnerischen Charakter töten, der Zimmermann nachträglich die Raumanordnung ändern oder die Kurtisane Einkommen für männliche Gildenmitglieder generieren. 18 Zielkarten bringen am Ende der Partie weitere Punkte. Marker für Runden und Startspieler gehören ebenfalls zum Spielmaterial, ebenso wie eine Raumübersicht, ein Glossar und die vierseitige Anleitung.

Wie wird’s gespielt?

Jeder Spieler erhält den Bauplatz seiner Gilde sowie die Eingangshalle. Zielkarten können von allen Spielern erfüllt werden und kommen, ebenso wie das Stadtzentrum, in die Mitte des Tisches. Die Spieleranzahl bestimmt, wie viele Räume und Charaktere jede Runde ausgelegt werden. Ebenso hat sie Einfluss auf die Zielkarten und die Spieldauer.

Die illustre Mitgliederschar

Die illustre Mitgliederschar

Jede Runde (oder im Spielkontext, Woche) besteht aus fünf Phasen, in denen die Spieler nacheinander agieren. Zum Wochenbeginn erhalten die Spieler Gold- und Silbermünzen als Einkommen, sowohl von bereits auslegenden Räumen, als auch von Gildenmitgliedern. Die Anzahl der aufgedeckten Räume und Charaktere ist von der Spieleranzahl abhängig. Daran schließt sich die Charakterauktion an. Dabei versucht der Spieler mit Silbermünzen zwei unterschiedliche Charaktere zu rekrutieren. Dazu legt er das Geld auf sein Zelt – in entsprechende Teil des Marktplatzes. Die nachfolgenden Spieler können nun das Gebot entweder erhöhen oder passen. Haben alle Spieler gepasst, nehmen sich die Spieler die von ihnen ersteigerten Charaktere und legen sie zu ihren Gilden.

Nun haben die Spieler die Möglichkeit, ihre Silber- in Goldmünzen zu tauschen. Damit können sie in in der folgenden Bau-Phase neue Räume zu kaufen. Jeder Spieler kauft reihum einen Raum – so lange, bis keine Räume mehr vorhanden sind, oder alle Spieler passen. Die Räume müssen sofort auf dem Bauplan angelegt werden. In der letzten Phase, dem „Wochenende“, können die Spieler noch zum Verkauf stehende Räume für die nächste Runde reservieren. Alle anderen Räume und Charaktere werden abgelegt – neuer Startspieler wird der Spieler mit den meisten Silbermünzen.

Die Anzahl der gespielten Runden, sechs oder acht, ist von der Spielerzahl abhängig. Sollte ein Spieler alle Felder Bauplatzes bebaut haben, endet das Spiel ebenfalls nach der aktuellen Runde. Bei der Endabrechnung bekommen die Spieler Ansehenspunkte für ihre Charaktere, für die Räume in ihrem Gildenhaus und für Aufgaben, die sie erfüllt haben. Der Spieler mit den meisten Punkten hat die einflussreichste Gilde und gewinnt das Spiel.

Kann das Spiel was?

Schon nach den ersten zwei oder drei Partien von Aufstieg der Gilden wird klar, dass es nicht den einen Weg zum Sieg gibt. Die Spieler müssen sehr flexibel auf das sich ständig ändernde Angebot von Charakteren und Räumen reagieren und dabei noch die Aufträge im Auge behalten. Häufig ist es eine Mischung aus mehreren Strategien, die dabei die meisten Ansehenspunkte abwirft – gerade der Ausbau der Gilde erfordert zwangsläufig Kompromisse. Und schließlich sind da auch noch die lieben Mitspieler, die einem das Leben schwer machen. Die Charaktere sind gut getroffen und bedienen praktisch alle Fanatsy-Archetypen.

Das (beinahe) optimale Gildenhaus

Das (beinahe) optimale Gildenhaus

Der Bietmechanismus ist ungewöhnlich: es wird immer auf zwei Karten geboten, was sehr schnell ins Geld geht. Die Auswahl des Startspielers folgt ebenfalls nicht gängigen Schemata, ist aber auch gut gelöst. Eine Partie funktioniert zwar auch mit zwei oder drei Spielern ganz ordentlich, jedoch wuselt in diesem Fall jeder weitgehend für sich alleine. Im Spiel zu viert ist eine ganz andere Dynamik vorhanden – was für den Spielspaß sehr förderlich ist.

Die Illustrationen von Frederico Musetti sind hübsch anzuschauen und treffen sehr gut den Charakter des Spiels. Dies gilt für die detaillierten Räume ebenso wie für die Charaktere und den Marktplatz. Dagegen ist der Aufbau der Schachtel nicht so gelungen. Durch das überdimensionierte Inlay passen die Komponenten nicht mehr richtig hinein. Ohne Inlay fällt dagegen alles wild durcheinander. Ein Lob gibt es dagegen für die Spielregeln. Diese sind klar strukturiert, verständlich geschrieben und liefern bebilderte Hilfestellungen. Die ausführlichen Erklärungen der verschiedenen Karten- und Raumeffekte rundet diesen guten Gesamteindruck ab.
Der interessierte Spieler kann die Regeln auf der Homepage von Asmodee herunterladen – dort gibt es auch noch weitere Informationen zum Spiel.

Wer sich für das Gildenwesen in einer mittelalterlich-fantastischen Gesellschaft interessiert, bekommt mit Aufstieg der Gilden einen schönen und spannenden Einblick.

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