Alone

10.07.2020 von Marcus Pohlmann

Alone

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Spieleranzahl: 2 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Spieldauer: ca. 90 Minuten

Erscheinungsdatum: 03.04.2020

Sprache: Deutsch

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Alone hat alle Zutaten eines klassischen SciFi-Survival-Settings: eine (scheinbar) verlassene, dunkle Raumstation, ein einsamer Raumfahrer und eine vage Bedrohung. Diese Elemente bieten sich geradezu für einen Dungeon-Crawler an. Im Gegensatz zu vielen ähnlich gelagerten Spielen, übernimmt hier ein Spieler die Rolle des gestrandeten Helden. Bis zu drei Mitspieler setzen dagegen alles daran, dass es dem Charakter nicht gelingt, seine Mission zu erfüllen. Ursprünglich wurde das Spiel von Horrible Guild über eine Crowdfunding-Kampagne finanziert. HeidelBÄR Games veröffentlichen den Titel samt seinen Erweiterungen regulär über den Einzelhandel und sind zudem für die Übersetzung verantwortlich.

Was steckt drin?

Die Station setzt sich aus 17 Korridorteilen in unterschiedlichen Formen und acht quadratischen Räumen, den Sektoren, zusammen. Hier finden sich „typische“ Einrichtungen, wie beispielsweise die Krankenstation, der Generatorraum oder die Kammer mit den Fluchtkapseln. Jedes Kartenteil ist doppelseitig bedruckt, eine Seite zeigt den Sektor hell erleuchtet, auf der anderen liegt der Korridor weitgehend im Dunklen. Neben diesen Bodenplänen befinden sich auf den Stanzbogen zahlreiche Marker für unterschiedliche Spieleffekte.

Ein großer Tisch sollte es schon sein

Ein großer Tisch sollte es schon sein

Es gibt Papp-Plättchen für Licht und Blockaden, Gefahren und Zustände aber auch für Kreaturen, Lebenspunkte oder Schaltkästen. Der Spieler des Helden hat die Auswahl zwischen vier Charakteren: Pilotin, Techniker, Kommandantin oder Schiffsarzt. Zu der Figur gehört eine Charakterkarte mit einer besonderen Fähigkeit. So kann der Techniker seine Ausrüstung verbessern oder die Kommandantin einen Wurf wiederholen. Das zentrale Element für den Spieler ist sein Heldentableau. Dieses gibt einen Überblick über die aktuellen Missionen, Lebenspunkte und Selbstbeherrschung, zeigt einen Ausschnitt der Raumstation und listet die Ausrüstung. Diese besteht aus insgesamt 21 Karten – angefangen bei Beruhigungstabletten über einen Bewegungsdetektor bis hin zum Flammenwerfer. 24 Missionskarten teilen sich in Haupt- und Nebenmissionen auf. Auch hier ist die Bandbreite weit gefächert – vom Einschalten der Beleuchtung, über die Rettung eines weiteren Überlebenden bis zum Kampf gegen Kultisten ist alles dabei.

Die Bösen Mächte - alles im Blick

Die Bösen Mächte – alles im Blick

Die Spieler der Bösen Mächte verstecken ihre Machenschaften hinter einem Sichtschirm. Dieser enthält auf der Innenseite eine Übersicht der Spielmechanismen. Zwei Kartenteile dienen dem Aufbau des Szenarios, während die vier Kartendecks mit insgesamt über 100 Karten dem Helden das Leben schwer machen. Mit diesen können die Spieler Fallen stellen, die Kampfwürfel modifizieren sowie Monster bewegen und angreifen lassen. Die Gegner kommen in Form von 18 Kunststoffminiaturen. Das Gros besteht dabei aus menschlichen Kultisten und wurmartigen Außerirdischen. Acht Würfel mit Treffersymbolen runden, zusammen mit den Übersichtskarten, das eigentliche Spielmaterial ab. Eine Kurzanleitung, ausführliche Regeln für den Helden und die Bösen Mächte und eine zwölfteilige Kampagne finden sich ebenfalls in der Schachtel.

Wie wird’s gespielt?

Die Spieler einigen sich, wer die Rolle des Helden übernimmt. Dieser erhält seine Charakterkarte, das dazugehörige Spielmaterial und bestimmt den Schwierigkeitsgrad. Anschließend zieht er zwei Anfangsmissionen sowie eine Hauptmission und liest diese vor. Die Spieler der Bösen Mächte bauen nun hinter dem Sichtschirm die Station auf, verteilen die Räume, platzieren die Missionsmarker des Helden und legen dessen Startposition fest. Abschließend wählen sie zwei Decks mit Reaktionskarten aus, die in dieser Partie zum Einsatz kommen.

Licht und Schatten

Licht und Schatten

Der Spielablauf unterteilt sich in Runden. Eine Runde besteht dabei aus acht Zügen, in denen der Held jeweils eine Aktion (unter Umständen auch mehrere) durchführt. Mit diesen kann der Spieler seine Figur beispielsweise in einen angrenzenden Sektor bewegen. Dazu legen die Bösen Mächte entsprechend ihrem Plan einfach den nächsten Raum an und der Spieler zieht hinein. Auf diese Weise erhält er einen Überblick über die Station. Außerdem kann er Räume durchsuchen, mit der Spielumgebung interagieren oder Monster angreifen. Dazu wirft der Spieler seine Angriffswürfel – die Anzahl wird von der Waffe und anderer Ausrüstung bestimmt. Pro Treffer verliert der Gegner einen Lebenspunkt; hat er keine mehr, wird die Figur entfernt. Nach jeder Aktion haben die Bösen Mächte die Möglichkeit eine passende Reaktionskarte zu spielen. Anschließend ist der Held mit seiner nächsten Aktion an der Reihe.

Kultisten, Würmer & Mutanten

Kultisten, Würmer & Mutanten

Erfüllt der Spieler eine (oder auch die zweite) Anfangsmission, erhält er die entsprechende Belohnung. Dabei kann es sich um Gegenstände handeln, einen Begleiter oder aber die Gegner werden geschwächt. Erst nach Erfüllen einer Anfangsmission kann der Spieler mit der Hauptmission beginnen. Gelingt ihm dies, gewinnt er das Spiel. Verliert er stattdessen alle Lebenspunkte und seine Selbstbeherrschung, siegen die Bösen Mächte.

Kann das Spiel was?

Streng genommen ist Alone zwar ein Dungeon-Crawler, allerdings kehrt er das bekannte „Alle gegen einen“-Spielprinzip um. Das Spiel funktioniert mit jeder Spielerzahl recht gut, wobei zu viert eine längere Warte- und Diskussionszeit eingeplant werden sollte. Besonders hat mir das direkte Duell zwischen zwei Spielern gefallen. Die „Buchhaltung“ während des Spiels, vor allem für die Bösen Mächte, ist relativ aufwändig. Diese Abläufe schleifen sich jedoch schnell ein.

Ausrüstungs- und Reaktionskarten

Ausrüstungs- und Reaktionskarten

Für mich sind es die vielen kleinen Details die das Spiel so reizvoll machen. So schwächt beispielsweise Licht die Gegner. Oder Monster brechen in einem (vermeintlich) sicheren Raum aus den Wänden. Dazu kommen die stimmigen Missionen und die Hintergrundstory. Ebenso wie die eigentliche Spielmechanik erfordert der effektive Einsatz der Karten auf etwas Übung. Lassen sich die Spieler jedoch nicht von der relativ hohen Einstiegshürde abschrecken, bekommen sie hier ein extrem spannendes, forderndes Spiel. Die Skalierung des Schwierigkeitsgrades funktioniert recht gut, wobei schon die normale Stufe eine Herausforderung für den Helden darstellt.

Die Aufmachung des Spielmaterials unterstreicht die düstere, beklemmende Atmosphäre. Die dunklen und beleuchteten Sektoren, ein zentrales Element der Spielmechanik, sind hervorragend umgesetzt. Die Kartenillustrationen erinnern dabei an einschlägige Filme oder Computerspiele. Die Figuren sind für ein Brettspiel ausreichend detailliert, wenn auch nicht übermäßig dynamisch modelliert. Das Design orientiert sich, wie das restliche Material, eher an einem praktischen, dreckigen SciFi-Entwurf ohne überdimensionierte Waffen oder sperrige Rüstungen.

Die Missionen

Die Missionen

Die drei Regelhefte enthalten ausgesprochen viele Informationen. Ohne häufiges Nachschlagen wird man die erste Mission kaum zu Ende bringen. Inhaltsverzeichnis, Glossar und Beispielabbildungen erleichtern allerdings das Lesen. Es empfiehlt sich, eine Partie „trocken“ zu spielen, um sich mit den Abläufen und dem Aufbau vertraut zu machen. Die zwölfteilige Kampagne bietet eine spannende Storyline und liefert gleichzeitig einen guten Einstieg ins Spiel. Das Kunststoff-Inlay der Schachtel hat genug Platz um das Spielmaterial ordentlich zu verstauen und rundet den hervorragenden Gesamteindruck ab.

Auf der Homepage des HeidelBÄR können sich interessierte Spieler einen Trailer zum Spiel anschauen. Die Regeln gibt es dort kostenlos zum herunterladen. Bei Horrible Guild gibt es außerdem noch eine Kampagnenübersicht (in Englisch) und weitere Bilder.

Mit Alone legt der Verlag ein spannendes, atmosphärisches SciFi-/Horror-Spiel vor, das in jeder Hinsicht voll überzeugen kann.

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