The Eternal Afflict – Ion

11.03.2010 von Marcus Pohlmann

The Eternal Afflict - Ion

Musiker:

Label: ,

Genre: , , ,

Laufzeit: 60 + 18 Minuten

Tracklist:
01 - Rex Deus
02 – Hatelove
03 - What (We)’ll Be Tomorrow
04 - 23 Seconds Of Fame
05 – Thorn
06 - Six Million Ways To Die
07 - China Syndrome
08 - Still Run Red
09 - Eht Lanrete Raw
0 - Suicide Kingdom
11 – Lost
12 - Who Cries First
13 - Drama For One

01 - Suicide Kingdom
02 - Riot In Cellblock 666
03 - Like A V8
04 - Rise And Fall

Erscheinungsdatum: 01.08.2009

Sprache: Englisch

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Es muss irgendwann in den frühen 90ern gewesen sein, dass ich zum ersten Mal über die Band The Eternal Afflict gestolpert bin. Ihr erster, und auch bislang größter, Hit „San Diego“ war aus den düster angehauchten Clubs der Republik kaum wegzudenken und wird auch heute noch gelegentlich gespielt. Allerdings verschwand die Band relativ schnell wieder von meinem musikalischen Radar und nur durch Zufall ist mir das neueste Album ION in die Hände gefallen.

Eröffnet wird das knapp einstündige Album von „Rex Deus“ einem elektronisch quäkenden Instrumentalstück, das auch recht schnell wieder vorbei ist und keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Der folgende Track „Hatelove“ arbeitet viel mit verzerrter Sprechgesang und einem treibenden Beat. Ebenfalls sehr direkt kommt „What (We)’ll Be Tomorrow” daher, das mit seinen Glockengeläut einen interessanten Gegenpol zu den elektronischen Klängen setzt. Sehr viel mit Samples und verzerrtem Gesang arbeitet „23 Seconds Of Fame“, das einen etwas faden Geschmack zurück lässt. Was Geschwindigkeit und Aggressivität angeht legt „Thorn“ einige Grade zu und eignet sich ganz hervorragend für die Tanzfläche. Direkt im Anschluss bildet das langsame und eher ruhige „Six Million Ways To Die“ einen direkten Kontrast. “China Syndrome“ beschleunigt wieder erheblich und ist einer der eingängigen Stücke des Albums. Sehr ähnlich, aber nicht ganz so gut, klingt „Still Run Red“, das mit den gleichen Stilmitteln arbeitet. Auf viele Samples und Tempowechsel greift die Band beim längsten Stück des Albums „Eht Lanrete Raw“ zurück. Auch bei „Suicide Kingdom“ wird viel mit diesen Elementen gearbeitet, was dem Lied leider nicht allzu gut bekommt. Auf solche Spielereien wird bei „Lost“ zu Gunsten einer direkteren Vorgehensweise weitgehend verzichtet. Sehr eingängig und sowohl für Tanzfläche als auch zum Staubsaugen oder für die nächtliche Autobahnfahrt eignet sich „Who Cries First“, das mit weiblichen Gast-Vocals aufwarten kann. Den Abschluss bildet das instrumentale und ruhig geratene „Drama For One“, das einen recht kräftigen Kontrast zu den meisten anderen Tracks des Albums setzt.
Die Bonus-CD wird mit einem Remix von „Suicide Kingdom“ eröffnet, dem die Überarbeitung hörbar gut getan hat. Das wirre und hektische „Riot In Cellblock 666“ lässt sich nur schwer einordnen und ist sicherlich nicht einfach hörbar. Sehr direkt und ohne große Schnörkel kommt „Like A V8“ aus, das mit seinen, schon fast geschrienen, Vocals doch recht gewöhnungsbedürftig ist. Eine komplette Kehrtwendung macht man schließlich mit dem sehr entspannten Instrumental-Stück „Rise And Fall“.

The Eternal Afflict liefern mit ION ein Album ab, welches sich nur schwer in gängige Schubladen einordnen lässt und man tut sich schwer, Vergleiche mit anderen Bands heran zu ziehen. Einige Tracks sind durchaus clubtauglich und lassen sich gut hören, andere wiederum wären auch im Soundtrack eines SciFi-Filmes recht gut aufgehoben und leider gibt es ein wenig Füllmaterial, auf das man besser verzichtet hätte. Eines der herausragenden Merkmale ist sicherlich die Stimme des Sängers, Cyan. Selbst verzerrt, ist sie die einzige Konstante der unterschiedlichen Lieder, verleiht der Arbeit von The Eternal Afflict eine gewisse Einzigartigkeit und dient gleichzeitig als Verbindung der Lieder untereinander. Ansonsten herrscht ein reger Wechsel von Geschwindigkeit, Aggressivität und Stilmitteln, der es schwer macht, eine einheitliche Linie zu erkennen und den Hörer dazu zwingt, sich auf jeden Track neu einzustellen. Inhaltlich konzentriert man sich, wie schon von früheren Alben gewohnt, auf die eher düsteren Aspekte der menschlichen Psyche, was durch die Vielschichtigkeit der einzelnen Tracks noch unterstrichen wird. Dies alles macht eine Einordnung in diese oder jene Schublade nahezu unmöglich. Was dem Album letzten Endes leider fehlt ist ein wirklich herausragender Titel. Tracks wie „Who Cries First“, „Thorn“ oder auch „China Syndrome“ sind gut gelungen und brauchen sich nicht zu verstecken, doch es fehlt das letzte Bisschen, das aus einer guten eine großartige CD macht. Weitere Pluspunkte kann ION mit der sauberen Produktion und der recht schicken Aufmachung des Booklets landen, auch die kleine Bonus-CD mit den vier Remixen wertet das Album sicherlich weiter auf und rechtfertigt einen Kauf durchaus.

Bei der Vielzahl von Veröffentlichungen im Bereich der elektronischen Musik stellt sich sicherlich die Frage, ob man dieses Album unbedingt braucht. Eine wirkliche Offenbarung bietet es zwar nicht, doch ist es alles andere als schlecht oder langweilig und liegt ein gutes Stück über dem Durchschnitt, auch wenn es dem Hörer mitunter einiges abverlangt.

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