SPECTRA*paris – Christmas Ghouls

12.02.2011 von Marcus Pohlmann

SPECTRA*paris - Christmas Ghouls

Musiker:

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Laufzeit: 34 Minuten

Tracklist:

01 – Silent Night
02 – Movie Ghouls (Italian Version)
03 – Joaquin Murietta
04 – Time Behind The Clock
05 – Snoqualmie Is Sleeping
06 – Snowy Cross Tale
07 – King Snow´s Garden
08 – Spectrelfen
09 – Movie Ghouls (Album Version)
10 – Stille Nacht

Erscheinungsdatum: 26.11.2010

Sprache: Deutsch/Englisch/Französisch/Italienisch

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Normalerweise steht Elena Fossi als Frontfrau der italienischen Band Kirlian Camera im Zentrum der Aufmerksamkeit. Mit ihrem Nebenprojekt SPECTRA*paris ist sie allerdings auch nicht untätig und legt nun, passend zur Jahreszeit, ein weihnachtliches Album vor, das sich jedoch gänzlich von den gängigen Christbaum-Klischees abhebt – alleine der Titel Christmas Ghouls ist dabei ein Hinweis.

Eingeleitet wird das Album durch eine Version des Klassikers „Silent Night“. Nur spärlich instrumentiert lebt das Stück in weiten Teilen vom mehrstimmigen Gesang und verbreitet eine festliche und auch fast morbide Atmosphäre, eine willkommene Abwechslung zu anderen kitschig überfrachteten Interpretationen dieses Stückes. „Movie Ghouls“ war schon auf dem Vorgänger-Album vertreten und wird hier in einer italienischen Version dargeboten. Auch hier tritt die rein elektronische Instrumentierung dezent in den Hintergrund und lässt der Stimme von Frau Rossi viel Platz sich zu entfalten. Mit Streichern und Klavierbegleitung wird die Geschichte des Mörders „Joaquin Murietta“ dargeboten. Zusammen mit der brüchigen Stimme und der finsteren Story verleihen sie dem Song sowohl Eigenschaften eines Chansons als auch einer Moritat. Eine interessante Mischung, die zum aufmerksamen Zuhören auffordert und sich langsam in den Gehörgängen festsetzt. „Time Behind The Clock“ kann zur Abwechslung wieder mit einigen elektronischen Elementen aufwarten, doch ist der tanzbare Beat der früheren Veröffentlichungen hier einer sphärischen Untermalung gewichen, die auch diesmal dezent die gesanglichen Fähigkeiten der Frontfrau unterstreicht und nicht mit ihnen konkurriert. Den ruhenden Pol des Albums bildet sicherlich „Snoqualmie Is Sleeping“. Dieses Instrumentalstück hat schon fast meditativen Charakter und kommt in weiten Teilen nur mit minimalem Syntheziser-Einsatz aus. Ungewöhnlich für das Album wird „Snowy Cross Tale“ von einer akustischen Gitarre getragen, zumindest solange, bis der druckvolle Gesang die Hauptrolle übernimmt und auch Klavier und Percussion einsetzen. Wieder mehr auf sphärische Klänge setzt „King Snow’s Garden“, das eine unglaubliche beruhigende Wirkung hat und durchaus auch seinen Einsatz als Einschlafhilfe finden könnte. Das kürzeste Stück des Albums „Spectrelfen“ fällt vor allem durch seinen gehauchten Text und die hymnische Untermalung auf, ist aber schon wieder zu Ende, bevor es einen bleibenden Eindruck hinterlassen kann. Schon bekannt aus dem Vorgänger-Album bietet „Movie Ghouls“ tatsächlich auch verstärkt elektronische Elemente auf, die dem Rest der Lieder fehlen. Allerdings wirkt es grade dadurch ein wenig fehl am Platz auf diesem Album, das sich sonst eher durch seine klassische Instrumentierung auszeichnet. Den Abschluss bildet schließlich „Stille Nacht“ in einer ausgesprochen ungewöhnlichen Version, die sich stark von der englischen Variante zu Beginn des Albums unterscheidet und eine sakrale Atmosphäre verströmt.

Nicht annährend so elektronisch und wesentlich ruhiger, als die anderen SPECTRA*paris-Veröffentlichungen stellt „Christmas Ghouls“ viel stärker den fantastischen, ausdrucksstarken Gesang von Frau Fossi in den Vordergrund. Die melancholische Grundstimmung der Stücke und die weitgehend klassische Instrumentierung lassen einen Einsatz als Club- oder Party-Musik höchstens zum Chill-Out denkbar erscheinen. Auch ist es schwierig ein Stück für sich alleine wirken zu lassen, vielleicht von „Movie Ghouls“ einmal abgesehen, verlieren die Songs doch so an Wirkung. Viel mehr eignet sich das Album zum entspannten Anhören im Lieblingssessel, am Besten noch mit einem guten Buch und einem Heißgetränk nach Wahl.

Wer die Band einmal live erleben und sich von den gesanglichen Fertigkeiten von Frau Fossi überzeugen möchte, kann dies auf der aktuellen Tour tun.

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