Everless. Zeit der Liebe

06.03.2018 von Joanna Lenc

Everless. Zeit der Liebe von Sara Holland

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ISBN: 978-3789108648

Format: Hardcover

Seiten: 384

Preis: 18

Erscheinungsdatum: 19.02.2018

Sprache: Deutsch

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Zeit als Zahlungsmittel ist jetzt nicht unbedingt etwas, von dem wir noch nie gehört hätten. Schließlich kennen wir alle das Motto „Zeit ist Geld“, nicht wahr? Aber dennoch begegnet uns in der Welt der Phantastik selten ein Setting, in dem tatsächlich Zeit die Währung ist. Sara Holland hat in Everless. Zeit der Liebe die Idee aufgegriffen und eine Welt drum herum gestrickt, in der sie sogar erklärt, wie es dazu kam, dass die Menschen mit ihrer Zeit zahlen können.

Jules ist ein junges Mädchen, das im Dorf Crofton mit ihrem Vater zusammen lebt. Es ist üblich, dass die Pacht für Haus und Hof mit Lebenszeit bezahlt wird, leider hat ihr Vater aber nicht mehr so viel davon übrig. Das war mal anders, als sie noch in Everless, dem Familiensitz der Gerlings gelebt haben. Dort war Jules‘ Vater Schmied und sie selbst gut mit den Adelskindern befreundet. Liam Gerling vertrieb sie jedoch von dort und seitdem leben sie in Armut und immer auf der Flucht.

Eines Tages erfährt sie von ihrer Freundin, dass in Everless junge Hausmädchen eingestellt und sehr gut bezahlt werden. Liams Bruder Roan soll die Tochter der Königin heiraten und es gibt bei den Hochzeitvorbereitungen sehr viel zu tun. Die Bezahlung soll sagenhaft sein. Schnell fasst Jules den Entschluss ebenfalls etwas Zeit zu verdienen und damit ihren Vater zu retten, dieser weigert sich jedoch seine Tochter ziehen zu lassen, denn das wichtigste ist, dass sie sich von Everless fernhält. Und von der Königin.

Auftakt in eine schöne Fantasy-Jugendbuchreihe

Der Titel Everless. Zeit der Liebe suggeriert eigentlich, dass sich das Buch viel mit Romantik beschäftigt. Zu meinem Glück muss ich sagen, ist es nicht der Fall. Tatsächlich haben wir hier einen eher spannenden Fantasy-Roman für Jugendliche. Sara Holland machte sich sogar die Mühe den Bezug zur Zeit nicht nur mit der Währung herzustellen, das Land Sempera entstammt vom Namen her dem Lateinischen und auch Everless zeigt deutliche Spuren seiner Namensherkunft. Wer nun glaubt Plagiatsvorwürfe zur Idee zu äußern darf sich entspannt zurücklehnen, mit ähnlichen Geschichten hat dieser Roman so nichts zu tun. Selbst zum Film In Time – Deine Zeit läuft ab, gibt es bis auf die Währung keine Parallelen.

Die Geschichte ist in der Ich-Form aus der Sicht der Protagonistin Jules verfasst. Sie ist ein junges Mädchen, welches gerade ihren 17. Geburtstag hinter sich hat. Leider agiert sie aber oft nicht so wie eine fast erwachsene junge Frau. Sie ist meist naiv, tollpatschig und eher kindlich. Das machte es für mich schwer mit ihr mitfühlen zu können oder gar ihre Beweggründe zu verstehen. Ihr Verhalten hat mich dafür aber sehr schnell auf die Gerling-Brüder aufmerksam gemacht und ich habe von Anfang an vermutet, dass ihre Sicht auf die Brüder nicht unbedingt dem entspricht, wie sie eigentlich sind. Durch Rückblenden und Erinnerung kommt im Verlauf der Geschichte die Wahrheit ans Tageslicht.

Die Auflösung am Ende war zwischendurch zu erahnen, hatte aber trotzdem einen befriedigenden Überraschungseffekt. In Verbindung mit dem offenen Ende ist die Neugier auf die Fortsetzung geweckt, denn aus Everless soll tatsächlich eine Trilogie entstehen. Schade ist, dass der Hintergrund zwar angedeutet, aber nicht ganz so plastisch dargestellt wird, wie es in der klassischen Fantasy-Literatur der Fall ist. Bleibt die Hoffnung auf die Fortsetzungen, in denen der Leser vielleicht noch mehr erfährt.

Mehr Fantasy als Romantik

Auch wenn eine kleine Liebesgeschichte angedeutet wird und sich in der Geschichte alles um die Hochzeit der Königinnentochter und Roan Gerlings dreht, ist die Romantik bei weitem nicht so stark vertreten, wie ich befürchtet hatte. Dadurch ist der Roman für Fantasy-Liebhaber wie mich, die lieber auf Kitsch verzichten, reizvoller und lesenswert. Schade nur, dass der Untertitel genau das Gegenteil vermuten lässt und auch der Klappentext eher Richtung Liebesgeschichte weist. DIe Gefahr ist groß, dass diejenigen, die sich mehr Rosenduft und Streicheleinheiten erhoffen, enttäuscht werden.

Bis auf wenige Passagen, in denen ich eher geneigt war von Jules genervt zu sein, statt mit ihr mitzufiebern, war Everless. Zeit der Liebe doch lesenswert und eine nette Lektüre, die Lust auf die Fortsetzungen macht. Nach allem, was der Leser hier erfährt, möchte man schließlich wissen, wie die Geschichte zu Ende geht, oder?

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