Docks of Ryu

8. September 2016 von Marcus Pohlmann

Rise of the Kage - Docks of Ryu

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Spieleranzahl: 2 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Spieldauer: ca. 45 Minuten

Erscheinungsdatum: 01.10.2015

Sprache: Englisch

Während die drei Ninjas des Schattenwind-Clans im Brettspiel Rise of the Kage ihre Ziele in einem Fürstenpalast und dem Handwerkerviertel eliminiert haben, führt die Fortsetzung Docks of Ryu in den namensgebenden Hafenbezirk der Hauptstadt. Veröffentlicht wird die Erweiterung, wie schon das Grundspiel, vom britischen Tabletop-Hersteller GCT Studios, der es in seiner fantastischen Version des alten Japan angesiedelt hat, die schon für das Skirmish-Tabletop Bushido als Hintergrund dient.

Einen Überblick über die Komponenten der Grundbox, die zwingend für diese Erweiterung benötigt werden, und die Spielabläufe bekommt der Leser HIER.

Die Schachtel, ebenso groß wie das Grundspiel, enthält deutlich weniger Material: Eine doppelseitig bedruckte Karte stellt auf der einen Seite den schon erwähnten Hafenbezirk mit vielen verwinkelten Ecken und kleinen Geschäften dar. Auf der zweiten Seite bekommen die Spieler ein weiteres Herrenhaus, mit wenigen großen Räumen und viel freien Flächen im umgebenden Garten und in den beiden Gebäuden selbst geboten. Hinzu kommen 32 neue Karten, die den Ninjas einige neue Ausrüstungsgegenstände und vier zusätzliche Missionen, beispielsweise das Platzieren von Sprengladungen oder die Befreiung einer Geisel geben. Der Großteil der Karten dient jedoch der Verstärkung des „Bosses“ und seiner Wachen, so alarmieren quietschende Bretter die Wächter, ein sicher geglaubtes Missionsziel geht verloren oder ein Alarm breitet sich über das gesamte Spielfeld aus. Die besondere Aufmerksamkeit gilt allerdings den drei neue Ninjas, die sowohl in dieser Erweiterung wie auch im Grundspiel eingesetzt werden können. Für jeden dieser Krieger gibt es neben der eigentlichen Figur auch ein Spielertableau, auf dem alles Wissenswerte zu der Figur vermerkt ist. Kouhei setzt praktisch nur auf Heimlichkeit und geht nach Möglichkeit Kämpfen aus dem Weg zu gehen. Rin dagegen ist die Kämpferin des Trios und sucht eher die direkte Konfrontation mit dem Gegner. Ghost hat dagegen keine wirkliche Spezialisierung, ist aber unglaublich flexibel, da er die Fähigkeiten der anderen Ninjas nach Bedarf nutzen kann. Auch ein neuer Boss ist in der Erweiterung enthalten: Minato der Piratenkapitän. Dieser kann drei unterschiedliche Arten Wachen kommandieren, von denen insgesamt 16 Stück vorhanden sind. Die insgesamt 20 Miniaturen sind aus grauem (die Ninjas) und orangenem (Minato und die Wachen) Kunststoff und sind bereits fertig zusammengebaut und auf Basen gesteckt. Schließlich liegt der Box noch ein Blatt bei, welches den Aufbau der beiden Kartenseiten zeigt.

Die Spieler bekommen mit dieser Erweiterung genug Material um einige weitere Runden mit ihren Ninjas durch die Häuser zu schleichen und ihrem zwielichtigem Handwerk nachzugehen. Die vier enthaltenen Missionen sind durchaus anspruchsvoll und die neuen Krieger des Schattenwind-Klans unterscheiden sich spielerisch doch teils deutlich von ihren Kollegen aus der Grundbox, so dass auch hier keine Langeweile aufkommt. Auch die Seite der Wächter bekommt solide und thematisch passende Verstärkung, die sich mit ein wenig Arbeit durchaus für das Grundspiel einsetzen lässt. Sowohl Ninjas als auch Wachen sind ausgewogen und kippen nicht die Spielbalance, wobei der Ghost schon ein sehr starker Charakter sein kann. Was mir jedoch in dieser Box wirklich fehlt ist ein zweiter Boss und vielleicht noch einige weitere Missionen – hier bleibt der Verlag leider hinter seinen Möglichkeiten zurück. Andererseits bleibt so die Hoffnung auf kommende Erweiterungen.
Die Figuren sind sehr ansprechend modelliert, leider gehen viele Details, vor allem bei den Wachen, durch den Kunststoff-Guss verloren, die Figuren der Ninjas sind dagegen in recht guter Qualität gegossen und auch aus einem etwas härteren Material. Die praktisch identischen Metall-Miniaturen, ebenfalls erhältlich von GCT Studios, sehen dagegen deutlich besser aus, allerdings sind diese auch wesentlich teurer. Die wenigen Zeichnungen und die Illustration des Spielplans sind wieder sehr stimmig und düster ausgefallen, was sehr schön zur Spielthematik passt.

Docks of Ryu ist eigentlich eine gelungene Erweiterung des Grundspiels, allerdings wäre ein klein wenig mehr Spielmaterial sicherlich nicht verkehrt gewesen.

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