The Dark Flowers – Radioland

25. Mai 2013 von Marcus Pohlmann

Dark Flowers Radioland

Musiker:

Label: ,

Genre: , ,

Laufzeit: 47 Minuten

Tracklist:
01 – Radioland ( Jim Kerr)
02 – All The time Running (Shelly Poole & Charity Hair)
03 – Blue Eyes Are Cheating (Jim Kerr)
04 – Fast Forest Rain (Kate Havnevik)
05 – Aim For The Heart (Catherine AD)
06 – Candle Is The Ring (Helicopter Girl)
07 – Clean Break (Peter Murphy)
08 – Diamonds In The Snow (Dot Allison)
09 – When Stars Fall (Shelly Poole)
10 – Cellophane Girl (Shelly Poole)
11 – No Trains Stop Here (Catherine AD)
12 – Where The Wild Things Are (Jim Kerr)

Erscheinungsdatum: 01.03.2013

Sprache: Englisch

Obwohl Paul Statham schon seit vielen Jahren im internationalen Musikgeschäft erfolgreich tätig ist, ist er doch nur einer Handvoll Leute bekannt. Dies liegt in erster Linie daran, dass der Brite zumeist als Produzent, Musiker und Songwriter im Hintergrund arbeitet und das Rampenlicht anderen Künstlern überlässt. Für sein eigenes Projekt The Dark Flowers hat er jedoch eine illustre Schar an Sängerinnen und Sängern um sich versammelt um mit Radioland ein Album aufzunehmen, welches in Deutschland über das Kölner Label Al!ve veröffentlicht wird.

Die Vocals beim Titeltrack übernimmt Jim Kerr, hauptberuflich Frontmann der Simple Minds. In erster Linie unterstützt von einer akustischen Gitarre, spricht er den Text mehr als das er ihn singt und stimmt den Hörer ein wenig auf die musikalische Reise ins „Radioland“ ein, die in den Süden der USA geht. Das zweite Stück, „All The Time Running“, präsentiert sich als locker-leichte Country-Pop-Nummer bei der vor allem das Banjo und die beiden Sängerinnen auffallen. Das nachfolgende „Fast Forest Rain“ bekommt durch die Halleffekte und die mehrstimmig übereinander gesungenen Vocals der Norwegerin Kate Havnevik eine fast schon ätherische Qualität, die leider etwas von den Synthie-Einsprengseln gestört wird, die so gar nicht zur restlichen spartanischen, dezenten Instrumentierung passen wollen. In eine ganz andere Richtung geht dagegen das folgende „Aim For The Heart“. Hier kann sich der Hörer die Sängerin Catherine AD durchaus in einer schmierigen Bar vorstellen, wo sie vor zumeist leeren Stühlen dieses Lied über verflossenen Liebschaften zum Besten gibt. Auch die Instrumentierung unterstützt diese Atmosphäre und macht das Stück, zumindest für mich, zu einem der Höhepunkte des Albums. Ein weiteres Highlicht ist der, mit über fünf Minuten Laufzeit, längste Track des Albums, „Clean Break“. Hier übernimmt Peter Murphy, Kopf der Post-Punk/Gothic-Legende Bauhaus und langjähriger Weggefährte von Paul Statham, den Gesangspart. Während die Musik der meisten Stück gelöst bis melancholisch ist, wird hier die Atmosphäre durchaus beklemmend und die Vocals tragen das ihre dazu bei, diesen Eindruck noch zu verstärken. Sicherlich eines der spannendsten, aber auch untypischsten Stücke auf Radioland, dass erst gegen Ende etwas auflockert. Ganz im Gegensatz dazu bietet „When Stars Fall“ poppige Unterhaltung, die sich durchaus für den Radio-Einsatz eignet. Hauptsächlich unterstützt von Gitarren und Schlagzeug singt Shelly Poole ihren Part ein und liefert das wahrscheinlich eingängigste Stück des Albums ab. Mit „No Trains Stop Here“ geht die CD langsam ihrem Ende entgegen. Begleitet von Akkustik-Gitarre und Klavier singt Catherine AD erneut ein Stück über unglückliche Beziehung und beschert dem Hörer dabei eine Gänsehaut. Für den letzten Track des Albums, „Where The Wild Things Are“ übernimmt wieder Jim Kerr das Mikrofon. Gitarre und Perkussion begleiten den Sänger bei dieser ausgesprochen entspannten Nummer auf seinem Ritt in den Sonnenuntergang.

Dafür, dass fast alle der beteiligten Künstler Briten sind, klingt dieses Album ausgesprochen amerikanisch mit seiner Mischung aus Country, Western und einem ordentlichen Schuss Pop. Der Hörer sieht fast die staubigen Landstraßen, die heruntergekommenen Wüstenkäffer und die einsame Prärie vor sich. Paul Statham, der auch alle Instrumente auf der CD eingespielt hat, lässt den verschiedenen Sängern und Sängerinnen dankenswerterweise den Raum ihr ganzes Können zu entfalten, manchmal gelingt ihnen das sogar besser als bei ihren angestammten Bands oder Solo-Arbeiten.
Das sechsseitige Digi-Pack enthält leider nur wenige Informationen, so werden lediglich die Beteiligten der einzelnen Stücke aufgelistet. Hier hätten mich zumindest die Songtexte oder auch die Entstehungsgeschichte des Albums interessiert, nicht nur einige Landschaftsbilder.
Die Produktion ist, wie nicht anders zu erwarten, sauber und stimmig, lässt dem Sound aber noch einige Ecken und Kanten. Ohne diese würde der eine oder andere Track gefährlich in Richtung Kitsch abdriften, doch findet Paul Statham tatsächlich immer die richtige Mischung.

Radioland ist ein ungewöhnliches, vielschichtiges Album, das allerdings einige Zeit braucht, um seine volle Wirkung beim Hörer zu entfalten.

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