Lombego Surfers – Still Got The Night

30. Mai 2010 von Marcus Pohlmann

Lombego Surfers - Still Got The Night

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Laufzeit: 36 Minuten

Tracklist:
01 – Don’t
02 – Still Got The Night
03 – Speedball
04 – High And Dry
05 – What’s Buzzin
06 – King Of The World
07 – Burning Up
08 – Brushfire
09 – No More
10 – Don’t Need Much
11 – Tiki Zone
12 – Mai Tai

Erscheinungsdatum: 01.05.2010

Sprache: Englisch

Mit Still Got The Night können die Lombego Surfers immerhin ihren neunten Longplayer in der fast 20jährigen Bandgeschichte vorweisen. Von ihrer Plattenfirma wird das Basler Trio als „hart arbeitende Voodoo-Rock-Freibeuter“ bezeichnet, was so gar nichts über ihre musikalische Ausrichtung aussagt. Tatsächlich mischt die Band Elemente aus Garage, Surf-Sound, Rockabilly, Psychedelic und Punk zu einem großen Ganzen.

Direkt beim Opener „Don’t“ bekommt der Hörer schon einen Vorgeschmack, was ihn in der nächsten halben Stunde erwartet. Rockabilly-Gitarren treffen hier auf ein rumpelndes Schlagzeug und die sehr markante Stimme des Sängers. Die drei Instrumente stehen beim Titeltrack „Still Got The Night“ fast gleichberechtigt nebeneinander und unterstützen den Sänger nach Kräften. Vielleicht nicht das beste Stück des Albums, aber ein gutes Beispiel für das Zusammenspiel aller Bandmitglieder. Mit „Speedball“ kommen wir zum ersten instrumentalen Track auf der CD. Ein sehr eingängiges Gitarren-Riff trägt den kompletten Song und wird durch Schlagzeug und Bass hervorragend unterstützt. Es bleibt schon fast keine andere Wahl als im Takt den Kopf zu nicken. Um Verlust geht es in „High And Dry“, in dem der Sänger beklagt, was er alles schon verloren hat, einschließlich Schlüsseln, Freundin, und Bargeld. Musikalisch bleibt hauptsächlich das Schlagzeug in Erinnerung, dass ein sehr konstantes, fast schon monotones, Grundgerüst bildet. Ebenfalls gänzlich ohne Gesang kommt „What’s Buzzin“ aus. Lässig und entspannt zeigen die Musiker hier ihr Können und liefern ein recht ordentliches Garage-Sound ab. Sehr stark am Surf orientiert sich dagegen „King Of The World“, das einen schon fast psychedelisch anmutenden Gitarrenlauf bietet und sich im Schlussteil durch die ungewöhnlichen Vocals hervorhebt. Das langsamste Stück des Albums ist wahrscheinlich „Burning Up“, das mich aus unerfindlichen Gründen an „Sympathy For The Devil“ von den Rolling Stones erinnert. Ob dies jetzt an der staubtrockenen Gitarre oder am Gesang liegt lässt sich schwer sagen. In jedem Fall bietet das Stück eine kurze Verschnaufpause innerhalb der CD bevor es bei „Brushfire“, einem weiteren Instrumentalstück, schon wieder etwas schneller wird. Die eindringlichen Gitarrenriffs werden gut vom dezenten Bass und dem militärischen Schlagzeug ergänzt und verschmelzen gegen Ende des Tracks zu einer gelungenen Einheit. Schließlich erreicht die Band bei „No More“ wieder das schon bekannte Tempo. Zum fröhlichen Mitgröhlen eignet sich der Refrain von „Don’t Need Much“ ganz hervorragend, der Rest des Songs wird vor allem vom schnellen und hart gespielten Schlagzeug bestimmt, das nur manchmal hinter die Gitarre zurück gedrängt wird. Das wunderschöne „Tiki Zone“ kommt ohne Gesang aus, dafür aber mit phantastischen Gitarrenläufen, aber knarzenden Bass und unerbittlichem Schlagzeug. Das Stück könnte durchaus in den Soundtrack eines 70er Jahre Exploitation-Filmes passen um eine Verfolgungsjagd zu untermalen. Sehr hörbar und die perfekte Untermalung für lange, staubige, einsame Fahrten auf der Autobahn. In bester Garage-Manier begibt sich Band mit „Mai Tai“ auf die Zielgrade des Albums. Mal von zwei kurzen Zwischenrufen abgesehen sucht man auch hier die Vocals vergeblich, was dem Stück allerdings keinen Abbruch tut. Das Zusammenspiel der drei Musiker ergänzt sich hier zu einem großartigen und mitreißenden Abschluss.

Schnörkellos, direkt und authentisch kommt der Sound aus den Boxen und demonstriert eindrucksvoll, dass es nicht mehr als Gitarre, Bass und Schlagzeug braucht um gute Musik zu machen. Die schnellen, knackigen Stücke, die selten die 3-Minuten-Marke erreichen, lassen keine Langeweile aufkommen, vor allem die Instrumental-Stücke wissen zu begeistern und spiegeln die Fähigkeit der Band wieder, mit minimalen Mitteln auszukommen. Passt die spartanische Produktion sehr gut zur Musik der Band, so hätte man sich dagegen bei der Ausstattung etwas mehr Komfort gewünscht. Das Digipack kann lediglich mit einer, wenn auch stimmigen, Schwarz-Weiß-Illustration auf dem Titel und einem Bandfoto auf der Rückseite aufwarten, weitere Informationen zur Band oder gar ein Booklet sucht man vergeblich.

Für die Freunde ehrlicher, handgemachter Musik mit Hang zu Surf, Rockabilly und Garage in jedem Fall zu empfehlen.

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