Liz Hanley – The Ecstasy Of St. Cécilia

11. August 2013 von Marcus Pohlmann

Liz Hanley Ecstasy

Musiker:

Label: ,

Genre: ,

Laufzeit: 43 Minuten

Tracklist:
01 – Bodenstown Churchyard
02 – My Son Tim
03 – Bonny Light Horseman
04 – April´s Fool / I Ne´er Shall Wean Her
05 – Isle Of St. Helena
06 – Johnston
07 – Dark Horse On The Wind
08 – Sanctuary
09 – Keg Of Brandy
10 – Crooked Road To Dublin / Considine´s Grove
11 – Southwind

Erscheinungsdatum: 01.05.2013

Sprache: Englisch

Die irische Folk-Musik dient weltweit unzähligen Bands und Solo-Künstlern als nahezu unerschöpfliches Füllhorn aus dem sie sich nach belieben bedienen können. Teils Jahrhunderte alte Stücke werden ständig neu interpretiert und um weitere Facetten angereichert. Auch Liz Hanley, eine irisch-stämmige New Yorkerin, die in mehreren anderen Bands aktiv ist, hat sich für ihr, von Labelship veröffentlichtes, Debut-Album The Ecstasy Of St. Cecilia aus dem Liedgut ihrer Vorfahren einige Stücke ausgesucht. Sie hat sich dabei für die eher düster-morbide Seite der irischen Volks-Musik entschieden und so drehen sich die meisten Stücke um Krieg, Revolution und Totschlag.

Das erste Stück des Albums, “Bodenstown Churchyard”, als spärlich instrumentiert zu bezeichnen, wäre eine glatte Übertreibung. Nur mit ihrer, leicht spröden, Stimme trägt Frau Hanley das Stück über einen toten Freiheitskämpfer, der auf besagtem Friedhof begraben liegt. Ganz vereinzelt schlägt ein Piano dazu dezente Töne an und im Hintergrund lassen sich einige elektronische Effekte wahrnehmen. “My Son Tim” ist dagegen traditionelle Folk-Kost und kommt sogar fast beschwingt daher, obwohl der Text sich mit dem Schicksal eines Kriegsinvaliden auseinandersetzt. Banjo, dezentes Schlagwerk und eine akustische Gitarre sorgen hier für den passenden Rahmen. In eine ganz ähnliche, wenn auch nicht so lockere, Richtung geht das daran folgende „Bonny Light Horseman“. Hier wird Liz Hanley beim Gesang durch einen, mir leider unbekannten Herren unterstützt und der zweistimmige Gesang wertet das Stück ungemein auf. Das Instrumentalstück „April´s Fool“ bietet mit seiner beschwingten Violine eine willkommene Abwechslung von der doch vorherrschenden, eher düsteren Kriegs-Thematik. Umgekehrt wird bei „Dark Horse On The Wind“ komplett auf Instrumente verzichtet und die Stimme der Sängerin wird nur durch einen kaum merklichen Hall-Effekt unterstützt. Für mich sicherlich eines der intensivsten und nachhaltigsten Stücke des Albums. In etwas gewöhnlichere Gefilde führt das Album dann den Zuhörer wieder mit „Sanctuary“, das vornehmlich auf Piano-Begleitung setzt und wieder ein sehr hörenswertes Duett bietet. Ein Irish-Folk-Album ohne wenigstens ein zünftiges Trinklied ist natürlich nicht möglich. Diesen Part übernimmt dabei „Keg Of Brandy“, wobei hier die fragile, zarte Stimme, eigentlich das tragende Element, nicht wirklich ausreichend ist, um Inhalt und Stimmung des Liedes zu transportieren. „Southwind“, das längste Stück des Albums, bildet auch zugleich seinen Abschluss. Die Hälfte des Tracks kommt ohne Instrumente aus, während die zweite Hälfte komplett auf den Gesang verzichtet und den Hörer mit melancholischen Geigenklängen entlässt.

Technisch gibt es keinerlei Grund zur Kritik an The Ecstasy Of St. Cécilia: Die Produktion ist sauber, die Musiker beherrschen ihre Instrumente und Liz Hanley gelingt es, bei fast allen Stücken den richtigen Ton zu treffen und die Stimmung zu transportieren. Die Instrumentierung vieler Stücke lehnt sich dabei an gängige Irish-Folk-Standards an. Richtig gut wird das Album jedoch, wenn sich die Musiker weit zurücknehmen und einzig der Gesang das Lied trägt. Letztlich bleibt dabei ein durchweg hörenswertes Album, das sogar die eine oder andere Perle für den Liebhaber dieser Musikgattung aufweist.
Für mich als Rezensent wäre es zudem spannend gewesen, zu erfahren, was eine junge New Yorkerin dazu bewegt, teils Jahrhunderte alte irische Lieder zu interpretieren.

Ungewöhnliche, aber durchaus hörenswerte Interpretation teils bekannten, teils obskuren irischen Liedgutes, die weitgehend von der markanten Stimme der Sängerin profitieren.

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