Dr. Ring Ding – Once A Year

16. Februar 2016 von Marcus Pohlmann

Once-a-Year

Musiker:

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Laufzeit: 50 Minuten

Tracklist:
01 – Once A Year
02 – Have Yourself A Merry Little Christmas
03 – Dumpa Ska
04 – Petit Papa Noel
05 – Rub-A-Dub Santa
06 – Lulajze Jezuniu
07 – Twelve Elves
08 – All I Wanna Do
09 – I Believe
10 – I Saw Mommy Kissing Santa Claus
11 – Les Anges Dans Nos Campagnes
12 – The Christmas Song
13 – Christmas Again

Erscheinungsdatum: 27.11.2015

Sprache: Englisch

Im Allgemeinen sind Ska und Reggae nicht unbedingt die passende Untermalung für die eher etwas ruhigere Vorweihnachtszeit. Das es auch anders gehen kann, möchte Dr. Ring Ding mit der Unterstützung einiger langjähriger Weggefährten auf seinem aktuellen Solo-Album zeigen. Neben den unvermeidlichen Klassikern findet der Hörer auf Once A Year auch Eigenkompositionen des umtriebigen Musikers. Veröffentlicht wird die CD entweder alleine oder wahlweise, ganz stilecht, zusammen mit einem Adventskalender auf dem Berliner Label Pork Pie/Broken Silence.

Der Titeltrack präsentiert sich dabei als entspannte, entschleunigte Ska-Nummer, die sich mit ihrem intensiven Bläsereinsatz und dem Kinderchor nur wenig von den üblichen Stücken unterscheidet, die zu dieser Jahreszeit aus jeder Ecke dringen. Auch textlich folgt der Track den gängigen Konventionen, die der Hörer von Weihnachtsstücken erwartet. Im Original eine extrem kitschige Frank-Sinatra-Nummer, nimmt sich Dr. Ring Ding, zusammen mit der Sängerin Stephanie K. „Have Yourself A Merry Little Christmas“ vor. Immer noch sehr ruhig, lässt sich bei dem Stück doch mit dem Glühwein in der Hand sehr entspannt grooven. Auf „Dumpa Ska“, einer Instrumentalnummer, vermischt die Band gleich drei Klassiker des deutschen Weihnachtsliedgutes und peppt diese eher drögen Stücke gehörig auf. Orgel, Bläser und Percussion lassen die zugrundeliegenden Lieder zwar erkennen, geben ihnen aber einen sehr eigenen Charakter. Dennoch für mich eines der schwächeren Stücke des Albums, denn es will einfach nicht richtig zusammenpassen. Viel besser ist dagegen das Reggae-lastige „Rub-A-Dub Santa“: mit den getoasteten, stark akzentuierten Vocals, einem unterschwelligen, aber unüberhörbaren Rhythmus und dem nicht wirklich besinnlichen Text ist es der ideale Soundtrack für die Weihnachts-Strandparty. Fängt „Twelve Elves“, eine weitere Eigenkomposition, eher ruhig und verstohlen an, so gibt es doch im Verlauf den Musikern, vor allem den Bläsern, viel Gelegenheit ihr Können zu zeigen. Eine schöne, schwungvolle und auch musikalisch anspruchsvolle Nummer, die den Hörer unwillkürlich mit wippen lässt. Mit „I Saw Mommy Kissing Santa Claus“ nehmen sich Dr. Ring Ding und seine Mitstreiter einen weiteren Klassiker vor. Herausgekommen ist dabei eine entspannte Swingnummer mit einem tollen Saxophon-Solo und einem Groove, der es schwer macht, still sitzen zu bleiben. Ursprünglich aus Frankreich stammt „Les Anges Dans Nos Campagnes“, dass aber nach einer Ska-/Jazz-/Swing-Überarbeitung kaum noch wieder zu erkennen ist. Und auch hier fehlt mir wieder etwas beziehungsweise ist etwas zu viel; der Funke mag nicht wirklich überspringen. Einen gelungenen Abschluss findet das Album dann mit „Christmas Again“. Musikalisch verbindet die Band hier das klassische Weihnachtslied mit entspanntem Reggae, sehr stimmig und sogar ein wenig feierlich. Auch der Text verbreitet eine gepflegte Melancholie, ohne dabei jedoch in den jahreszeitlich bedingten Kitsch abzugleiten.

Die meisten Alben mit Weihnachtsliedern, die ab September auf den Markt geworfen werden, spulen mehr oder minder lieblos die gängigen Standardstücke herunter. Viel schwieriger ist es, eine originelle und trotzdem stimmige CD zum Thema herauszubringen. Dr. Ring Ding macht seinen Job dabei ziemlich gut und mischt mehr oder minder bekannte Stücke mit Eigenkompositionen und interpretiert diese in seiner sehr eigenen Mischung aus Reggae, Rocksteady und Ska. Einzig die Versionen von „Dumpa Ska“ und „Les Anges Dans Nos Campagnes“ passen für mich nicht so richtig, ob das nun daran liegt, dass es sich um wirklich bekannte Weihnachtslieder handelt oder das Arrangement nicht funktioniert, kann ich nicht genau definieren. Ansonsten bekommt der Hörer hier 13 durchaus weihnachtliche Stücke, die sich fernab von der üblichen Gefühlsduselei bewegen und musikalische Abwechslung für die unvermeidlichen, idyllischen Familientreffen an den Feiertagen versprechen.
Neben der CD findet sich im Digi-Pack noch ein kleines Booklet, das für jeden Track eine Auflistung der beteiligten Musiker, meist altgediente Weggefährten aus den zahlreichen Projekten von Richard Jung, enthält. Auch die Texte der Eigenkompositionen haben es in das Heft geschafft.

Auf Once A Year beweisen die Musiker, dass es tatsächlich noch möglich ist, Weihnachtslieder zu spielen (und zu schreiben), die sich fernab gängiger Klischees bewegen.

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