
Kategorie: Kartenspiel
Autor: Tsutomu Dejima
Zeichner: Fiore GmbH
Verlag / Publisher: Amigo
Genre: Familienspiel, Strategie
Spieleranzahl: 2 bis 4 Spieler
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 20 Minuten
Erscheinungsdatum: 29.01.2026
Sprache: Deutsch
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Die ursprüngliche Veröffentlichung von Matter Matters, damals beim japanischen Verlag decoct design, liegt mittlerweile schon einige Jahre zurück. Erst jetzt hat es das Stichspiel von Tsutomu Dejima auf den heimischen Markt geschafft. Amigo, spezialisiert auf dieses Genre, haben dem Spiel für die deutsche Version eine neue grafische Präsentation spendiert und die Regeln etwas angepasst.
Was steckt drin?
Die Mechanik des Spiels dreht sich um die 44 Zahlenkarten. Die Vorderseite ist in eine gelbe und eine violette Hälfte aufgeteilt. Sowohl auf der einen wie auch auf der anderen Hälfte stehen Zahlen von „1“ bis „44“, die in Summe immer 45 ergeben. Hinzu kommen vier Gleichgewicht-Karten, die als Ablage für die Spieler gedacht sind. Die Anleitung, wie bei Amigo üblich, kommt in Form eines doppelseitigen Faltblattes.
Wie wird’s gespielt?
Zu Beginn der Partie erhält jeder eine der Gleichgewicht-Karten, die er quer vor sich ablegt. Die gemischten Zahlenkarten werden verteilt – im Spiel zu zweit oder dritt kommen 11 Karten zum Einsatz, zu viert sind es dagegen 10. Die verbliebenen Karten werden ungesehen beiseitegelegt.
Beginnt ein Spieler einen Stich, sagt er an, welche der beiden Farben auf der Karte er nutzen möchte und legt diese in Richtung Tischmitte. Die Mitspieler legen ihrerseits Karten in der angespielten Farbe ab. Derjenige mit dem höchsten Wert gewinnt den Stich. Dieser wird im Ablagebereich vor dem Spieler auf die entsprechende Seite gelegt. Nun spielt er die nächste Karte aus.
Ein Durchgang endet, wenn alle Handkarten gespielt sind – nun erfolgt die Auswertung. Hat ein Spieler gleich viele gelbe und violette Stiche gewonnen, so bekommt er die Stichanzahl als Siegpunkte gutgeschrieben. Gibt es hier jedoch eine Differenz, so zählt dies als Minuspunkte.
Wer nach der zuvor bestimmten Anzahl der Durchgänge die meisten Punkte hat, gewinnt die Partie.
Die Zählweise im Spiel zu zwei weicht etwas ab. Hier siegt derjenige, der die geringste Abweichung zwischen Gelb und Violett hat und zwei Durchgänge für sich entscheidet.
Kann das Spiel was?
Für erfahrene Stichspieler bedeutet Matter Matters eine gewisse Umstellung: es gibt nur zwei Farben, jeder kann immer bedienen und die zur Verfügung stehenden Karten sind (fast) alle bekannt. In den Testpartien kam es am Anfang gelegentlich zu Verwirrung, was die Ablage anging. Hier muss man genau darauf achten, die gewonnenen Stiche auf die richtige Seite zu legen und voneinander getrennt zu halten. Zudem geht es nicht darum, die meisten Durchgänge zu gewinnen, sondern ein Gleichgewicht in den Farben zu erreichen. Die Kombination dieser Elemente bringt einen eigenen Reiz mit sich.
Grade im Spiel zu viert haben sich daraus interessante Partien entwickelt. Zieht ein Spieler zu weit voran mit, so kann er schnell von seinen Mitspielern mit Stichen „gefüttert“ werden. Um selbst am Ende mit Pluspunkten dazustehen ist eine gesunde Mischung aus Kartenzählen, Taktik und einer Prise Gemeinheit sehr hilfreich. Zu zweit ist es eher ein offener Schlagabtausch bei dem mir ein wenig der Reiz und die Abwechslung fehlt. Vielleicht kein Stichspiel für jeden Spieleabend, aber doch ein origineller Beitrag zum Genre.
Die Gestaltung beschränkt sich auf die Zahlen, die mit Kreisen unterschiedlicher Intensität und Farbe umgeben sind. Das Ganze erinnert ein wenig an die Kreisbahnen von Elektronen und wertet die Optik der Karten deutlich auf. Die kurzen Regeln sind um bebilderte Beispiele ergänzt. Dabei sind sie einfach und verständlich geschrieben und ermöglichen einen schnellen, problemlosen Spielstart.
Einen kurzen Einblick in den Ablauf einer Partie sowie die Regeln in deutscher und englischer Sprache gibt es auf der Homepage von Amigo. Wer des Japanischen mächtig ist, bekommt HIER einen Überblick über das weitere Schaffen des Autors.
Matter Matters bringt ein nicht alltägliches Spielprinzip auf den Tisch und bietet eine willkommene Abwechslung im Genre der Stichspiele.
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