Das geheimnisvolle Grand Hotel

13.06.2020 von Marcus Pohlmann

Das geheimnisvolle Grand Hotel

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Spieleranzahl: 3 bis 8 Spieler

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Spieldauer: ca. 90 Minuten

Erscheinungsdatum: 03.02.2020

Sprache: Deutsch

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Erst vor kurzem haben moses. einen ersten Ausflug in das Escape Room-Genre gemacht – eine Rezension dazu findet sich HIER. Nun legt der Kempener Verlag mit Das geheimnisvolle Grand Hotel nach. Bis zu acht Spieler folgen der Einladung zur Wiedereröffnung des, in die Jahre gekommenen, Hotels und werfen einen Blick hinter die glanzvolle Fassade.

Was steckt drin?

Das erste, was den Spielern ins Auge fällt, ist die Anleitung. Diese enthält neben den eigentlichen Spielregeln auch Tipps zum stimmungsvollen Spiel, wie beispielsweise passende Musik. Eine kurze Hintergrundgeschichte des Hotels, die Beschreibung der Ausgangssituation und acht Einladungskärtchen runden diesen Teil des Spielmaterials ab. Neun großformatige, teils recht dicke, Umschläge sind mit einem Klebepunkt verschlossen. Beschriftet sind sie mit den Zimmer-Nummern und beinhalten Rätsel, Hinweise, sowie weiteres, noch unbekanntes Spielmaterial. Ein schlichter, schwarzer Umschlag ist schließlich den Lösungen vorbehalten.
Außerdem werden Stifte und Zettel ebenso benötigt, wie ein Timer.

Wie wird’s gespielt?

Die Spieler einigen sich auf einen „Spielleiter“, dessen Aufgabe es ist, die Texte vorzulesen und die Ermittlungen zu koordinieren. Die Einleitung liefert Informationen zur glamourösen Geschichte des Grand Hotels und zu den aktuellen Ereignissen. Die Einladungen bitten die Spieler zur Neueröffnung und ziehen sie damit ins Geschehen.

Willkommen im Grand Hotel

Willkommen im Grand Hotel

Schon beim frisch machen in ihrem Zimmer erhalten die Spieler den ersten Hinweis. Anschließend geht es, nach einem kleinen Umtrunk im Foyer, in den Aufzug. Hier beginnt der richtige Escape Room.
Die verschiedenen Umschläge folgen im Grundaufbau dem gleichen Schema. Die Vorderseite ist einer Tür nachempfunden. Jede Tür ist ordentlich mit der Zimmernummer und der etwaigen Bezeichnungen wie „Ballsaal“ beschriftet. Öffnen die Spieler einen Umschlag, so erhalten sie zuerst die Information, ob das zuvor gelöste Rätsel richtig war, und sie sich überhaupt in diesem Raum befinden dürfen. Ein kurzer Einleitungstext beschreibt die Situation, in der sich die Spieler nun wieder finden. Im aufgeklappten Umschlag ist der Raum abgebildet, außerdem gibt es häufig weiteres, loses Spielmaterial, beispielsweise einen Bildausschnitt, einen Medikamenten-Beipackzettel oder ein Tagebuch. Am Fuß des Raumes gibt es einen, ebenfalls verklebten, Hinweis, der die Spieler im Bedarfsfall auf die Spur der Lösung bringt.

Geschmackvolle Inneneinrichtung

Geschmackvolle Inneneinrichtung

Bei den Rätseln handelt es sich um Mathematik- oder Logikrätsel. Mal sollen in einer Gleichung Früchte durch Zahlen ersetzt werden, die Spieler müssen einen Knoten entwirren, oder Bildelemente anordnen. Als Belohnung für die Lösung winkt der Zugang in den nächsten Raum. Haben die Spieler alle Rätsel gelöst, müssen sie nur noch den Showdown in der Hochzeits-Suite überstehen.
Ein Umschlag mit der vollständigen Lösung liegt ebenfalls in der Schachtel. In diesem findet sich zudem eine Anleitung, wie das Spielmaterial wieder in seinen Ursprungszustand gebracht wird.

Kann das Spiel was?

Ein Eintritt in Das geheimnisvolle Grand Hotel beginnt sehr vielversprechend – was zum einen der großartigen Aufmachung aber auch der stimmigen Hintergrundstory geschuldet ist. Leider kann das Spiel jedoch diesen ersten Eindruck nicht bestätigen. Die Testrunde haben wir zu fünft absolviert – selten waren dabei alle Spieler gleichzeitig gefordert. Immerhin hatte jeder Gelegenheit, im Spielverlauf mindestens einmal zur Lösung beizutragen.
Das Spiel hat, laut Verlagsangabe, den mittleren von drei Schwierigkeitsgraden. Vor eine wirklich schwere Herausforderung wurde die Gruppe jedoch nur einmal gestellt. Hier waren weder der Tipp noch die eigentliche Lösung eine große Hilfe. Vier der Rätsel konnten wir dagegen ohne jegliche Anstrengung, eher nebenbei, lösen. Entsprechend waren wir bereits nach nicht ganz einer Stunde aus dem Grand Hotel entkommen. Hier hätte ich mir doch deutlich mehr (und auch schwierigere) Aufgaben gewünscht. Aufmachung und Hintergrundstory bieten so viel Potential – da ist es wirklich schade, dass das eigentliche Spiel soviel davon ungenutzt lässt.

Gesammelte Hinweise

Gesammelte Hinweise

Wie immer legen moses. viel Wert auf eine ansprechende Präsentation ihres Spielmaterials. Die Gestaltung des Schubers aus stabilem, mattschwarzem Karton mit Folienveredelung und wird einem Luxushotel durchaus gerecht. Auch beim restlichen Inhalt gibt es keinen Grund zur Beanstandung. Das Material ist hochwertig, das Design durchdacht und vermittelt einen edlen Eindruck. Die Rätsel selbst sind gut erkennbar und der Aufbau der einzelnen Zimmer ist schön illustriert.

Neben der Anleitung gibt es auf der Homepage von moses. weitere Informationen zum Spiel. Beim britischen Entwicklerstudio Professor Puzzle können sich die Spieler auch die Einladungen (auf Englisch) herunterladen.

Optisch präsentiert sich Das geheimnisvolle Grand Hotel ausgesprochen eindrucksvoll – spielerisch ist dagegen noch etwas Luft nach oben.

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