Upton Abbey

1. Juni 2016 von Marcus Pohlmann

Upton Abbey

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Erscheinungsdatum: 01.05.2016

Sprache: Deutsch

Nachdem im letzten Jahr die Veröffentlichungen für das Horror-Rollenspiel H.P. Lovecrafts Cthulhu eher spärlich gesät waren, legen Pegasus Press dagegen 2016 eine ungewöhnlich hohe Taktung bei den Publikationen vor. Mit Upton Abbey, dem neuesten Band aus der Reihe, bekommt der Spielleiter eine Sammlung von vier kurzen Abenteuern, die ursprünglich dazu gedacht waren, Einsteiger auf Conventions in die Welt des Cthulhu-Mythos einzuführen.

Sehr klassisch ist das titelgebende „Upton Abbey“ in einem abgelegenen englischen Herrenhaus im Jahre 1913 angesiedelt. Die Investigatoren werden als Angestellte des Haushalts mit einigen merkwürdigen und tragischen Ereignissen konfrontiert denen sie auf den Grund gehen müssen. Schnell eskaliert die Situation jedoch und sie müssen sich eines Meuchelmörders erwehren, der in den Korridoren und Räumen des Hauses sein Unwesen treibt. Das nachfolgende „Gehetzt“ macht dagegen einen großen zeitlichen und räumlichen Sprung ins Jahr 1923 in den US-Bundesstaat Iowa. Als Mitglieder einer kleinen Gangsterbande sind die Charaktere auf der Flucht vor Rivalen aus New York ins sichere Chicago. Unterwegs halten sie sich mit kleinen Gaunereien über Wasser – die Krönung soll dabei der Überfall auf die Bank von Iowa Falls sein. Der Bankraub verläuft jedoch nicht ganz nach Plan und die Charaktere müssen, gejagt von den Bundesbehörden, Gangstern und einer unbeschreiblichen Wesenheit, versuchen sich in Sicherheit zu bringen oder die Bedrohungen mit Blei und Sprengstoff unschädlich machen. „Verderbliche Verse“ enthält schließlich zahlreiche Zutaten der traditionellen Horror-Story. Dabei bietet das Szenario den Investigatoren, allesamt Einwohner eines südenglischen Dorfes, ausreichend Möglichkeiten dem Geheimnis um dem tragischen Tod eines Poeten nachzugehen. Fremde Dimensionen, ein verwunschener See und außerweltliche Kreaturen sorgen dabei für den nötigen Bezug zum Mythos. Das vierte und letzte Abenteuer spielt im Prag des ausgehenden 19. Jahrhunderts und der Titel „Golem“ lässt schon erste Rückschlüsse auf den Inhalt zu. Hier hat eine nichtmenschliche Entität die Kontrolle über die Charaktere übernommen und die Spieler müssen einen Weg finden wieder ihr eigener Herr zu werden. Erschwert wird dies noch durch mehrere Interessengruppen deren Motive nicht immer ganz durchsichtig sind und eine Wesenheit, die unter der alten Stadt lauert.
Neben den notwendigen Hand-Outs befinden sich im Anschluss an jedes Abenteuer noch jeweils sechs vorgefertigte Charaktere mit entsprechenden Anmerkungen, die von den Spielern genutzt werden können.

Die beiden ersten Abenteuer des Bandes konzentrieren sich eher auf Survival-Horror und Action, der cthuloide Bezug bleibt dabei nur marginal. Was auf den ersten Blick merkwürdig für ein Einsteigerszenario zu H.P. Lovecrafts Cthulhu wirkt macht jedoch durchaus Sinn, da es den Spielern recht leicht fällt, sich in die jeweilige Spielsituation hinein zu versetzen. Dagegen eignet sich „Golem“ nur bedingt für Neulinge, hat das Abenteuer doch eine sehr spezielle Ausgangslage. Lediglich das dritte Abenteuer bietet einen zugänglichen Einstieg in den Mythos. Schlecht ist dabei allerdings keines der Szenarien und es kann durchaus Spaß machen, die Charaktere von einem gesichtslosen Killer durch ein finsteres Haus hetzen zu lassen oder sich wilde Schießereien mit der Polizei zu liefern. Welches Abenteuer der Spielleiter einsetzt ist dabei stark von den Vorlieben der Spieler, der Zusammensetzung der Spielgruppe und der zur Verfügung stehenden Zeit abhängig. Letztendlich bekommt der Spielleiter mit Upton Abbey eine grundsolide Abenteuersammlung zu einem sehr günstigen Preis.
Eines der Abenteuer in einer normale Kampagne einzubauen dürfte auf Grund des eng gefassten Rahmens problematisch sein, allerdings lassen sich zumindest einige Elemente nutzen.
Optisch gibt es bei Upton Abbey, wie eigentlich bei allen Produkten aus der Reihe H.P. Lovecrafts Cthulhu, nichts zu beanstanden. Die Bilder sind fast immer passend gewählt, die wenigen Illustrationen sind stimmig und die liebevoll gestalteten Hand-Outs vermitteln die Atmosphäre der Abenteuer sehr treffend. Das Layout präsentiert sich recht schnörkellos, gut lesbar und erfüllt seinen Zweck. Wie bei anderen Bänden auch stellen Pegasus Press viel Material aus dem Buch als Download auf ihrer Homepage bereit.

Der Verlag veröffentlicht hier vier Szenarien, die neuen Spielern einen kurzen und sehr differenzierten Einblick in die Welt von H.P. Lovecrafts Cthulhu geben.

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