Super Dungeon Explore

12. Februar 2013 von Marcus Pohlmann

Super Dungeon Explore

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Spieleranzahl: 2 bis 6 Spieler

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Spieldauer: ca. 120 Minuten

Erscheinungsdatum: 01.10.2011

Sprache: Deutsch

Sogenannte Dungeon-Crawl-Spiele, in denen sich eine Heldengruppe durch ein Verlies kämpft, haben mittlerweile eine lange Tradition. Zumeist angesiedelt im Fantasy- oder Science-Fiction-Genre folgen diese Spiele fast ausnahmslos dem gleichen Schema: Einige Spieler übernehmen die Rolle einer Heldengruppe, die sich in einem Gewölbe von Raum zu Raum kämpft und dabei versucht das jeweilige Missions-Ziel zu erreichen, während ein weiterer Spieler den Gegenpart übernimmt und mithilfe von Monstern, Fallen und Ähnlichem versucht die Helden an der Erfüllung ihres Ziels zu hindern. Auch Super Dungeon Explore weicht von diesem Grundkonzept nicht wirklich ab, dennoch unterscheidet sich das Spiel des US-amerikanischen Herstellers Soda Pop Miniatures in einigen Punkten doch deutlich vom Genre-Standard.

Eines der Hauptunterscheidungsmerkmale fällt dem Betrachter sofort ins Auge. Ist der Spieler vom Cover-Artwork normalerweise grimmige Barbaren oder zu allem entschlossene futuristische Soldaten gewohnt, so ziert die Spielbox zwar auch eine Kampfszene, doch die darauf abgebildeten Figuren erinnern eher an einen Manga oder asiatische Konsolen-Rollenspiele mit ihren übermäßig niedlichen Charakteren. Auch beim restlichen Spielmaterial setzt sich dieser Eindruck fort. Neben der 32seitigen Anleitung finden sich in der Schachtel noch fünf doppelseitig bedruckte Bodenplatten, aus denen sich der jeweilige Dungeon zusammensetzt und der sogenannte „Adventure Tracker“, der dafür sorgt, dass die Spieler über die verschiedenen Aspekte der Mission, wie beispielsweise die getöteten Monster und die geplünderten Schätze den Überblick behalten. Ebenfalls dazu gehören zahlreiche unterschiedliche Marker um Spieleffekte darzustellen und zu verwalten, Beute- und Schatzkarten die für die Helden wichtige Ausrüstung bereithalten, 16 sechsseitige Würfel in drei Farben, die hauptsächlich zum Kampf aber auch für andere Situationen genutzt werden und natürlich die Spielfiguren. Acht Helden, klassische Fantasy-Charaktere wie, Druiden, Paladine, Zwerge und Magier, und 31 Monster, hauptsächlich Kobolde und Jungdrachen, warten darauf zusammengebaut zu werden, dazu kommen noch verschiedene Schatztruhen und die unterschiedlichen „Spawn Points“ die während des Spiels Monster generieren.
Die Spieler müssen sich nun einigen wer die bis zu fünf Helden und wer den Consul, den Herrn des Verlieses, und seine Monster übernimmt. Entsprechend werden nun die Charakterkarten verteilt, die neben dem Namen der Figur die Eigenschaftswerte für Angriff, Willenskraft, Geschicklichkeit und Rüstung, die Bewegungsreichweite und die Anzahl der Aktionspunkte enthalten. Außerdem verfügt jeder Charakter noch über eine bestimmte Anzahl an Lebenspunkte und verschiedene individuelle Fähigkeiten. All diese Werte lassen sich während des Spiels noch durch zusätzliche Ausrüstung verbessern und erweitern. Haben die Spieler sich entschieden, muss noch der Spielplan aufgebaut werden, was, trotz des umfangreichen Spielmaterials, recht unkompliziert vonstatten geht. Zu Beginn wählt der Consul seine Truppen aus, abhängig von der Anzahl der Helden im Dungeon stehen mehrere Spawn Points, ein Boss und verschiedene Mini-Bosse zur Verfügung. Danach werden die Karten gemischt und verteilt, die Marker beiseitegelegt und der Dungeon abwechselnd vom Consul und den anderen Spielern aufgebaut.
Sind auch diese Vorbereitungen abgeschlossen, so beginnt eine Spielrunde damit, dass die Initiative ermittelt wird. Ist nun ein Spieler am Zug, so kann seine Figur die „Action Points“ dafür nutzen, um sich eine gewisse Anzahl Felder zu bewegen, Truhen öffnen, Gegenstände ausrüsten, besondere Fähigkeiten nutzen und natürlich auch Monster angreifen. Der Consul lässt in seinem Zug an jedem der Spawn Points neue Monster entstehen, bewegt diese und kann gegebenenfalls die Spieler attackieren. Kommt es zum Kampf zwischen Helden und Monstern, so wirft der Angreifer eine bestimmte Anzahl Würfel, abhängig von seinem Angriffswert, seiner Ausrüstung und anderen Modifikatoren. Die Würfel verfügen über keine Zahlen, sondern über, je nach Farbe des Würfels, unterschiedlich viele Sternsymbole. Jeder Stern bedeutet dabei einen Treffer, den der Verteidiger jedoch ebenfalls mit einem Würfelwurf negieren kann. Jeder Treffer, der die Rüstung durchschlägt, verursacht eine Wunde und verliert eine Figur ihre letzte Wunde, so wird sie aus dem Spiel entfernt. So laufen die Helden durch das Verlies, erschlagen (hoffentlich) Monster, sammeln Schätze und bereiten sich so auf die Konfrontation mit dem Endgegner, dem eigentlichen Ziel des Spiels, vor. Für die Helden gibt es dabei zwei Möglichkeiten, um das Boss-Monster herauszufordern. Entweder erreichen sie auf dem „Adventure Tracker“ die Anzeige „Super“, in dem sie möglichst viele Monster erledigen oder sie zerstören alle Spawn-Punkte. In beiden Fällen erscheint der Boss im nächsten Zug und muss nun in einem alles entscheidenden Kampf besiegt werden.

Vom Spielablauf her unterscheidet sich Super Dungeon Explore kaum von ähnlich gearteten Spielen. Allerdings gelingt es Soda Pop Miniatures mit der Kombination aus Manga-Optik, Computerspiel-Anleihen und umfangreichem Spielmaterial ausgesprochen gut, sich von den Produkten der Mitbewerber abzuheben. Die Regeln sind recht einfach aufgebaut, durch die zahlreichen Fähigkeiten der Helden und Monster bieten sich den Spielern allerdings enorme taktische Möglichkeiten, die dem Spiel eine gewisse Tiefe verleihen. Sowohl für die Spieler der Helden als auch des Consuls ist es dabei unerlässlich, überlegt vorzugehen, da blindwütiges Losstürmen zum einen nicht wirklich viel Spaß macht und zum anderen die Garantie für ein baldiges Ableben der Spielfigur ist. Etwas gewöhnungsbedürftig ist, zumindest am Anfang, das Fehlen von Szenarien. Lassen sich die Spieler jedoch auf das Konzept ein, so tut dies dem Spielspaß kaum Abbruch. Zwar lässt sich Super Dungeon Explore auch zu zweit spielen, doch macht es wesentlich mehr Spaß mit mehreren Spielern durch die Gewölbe zu ziehen und Monster zu jagen.
Der Aufbau der Anleitung ist nicht unbedingt logisch und weist gelegentliche Lücken auf. Doch immerhin ist sie in recht gut verständlichem Englisch geschrieben und mit zahlreichen Beispielen und den dazugehörigen Diagrammen versehen, sodass sich der Leser doch einigermaßen zurechtfindet. Das Design, sowohl der Anleitung als auch des restlichen Spielmaterials bietet dagegen keinen Grund zur Kritik und auch die Qualität der Materialien ist recht gut, lediglich die Pappe des „Adventure Tracker“ neigt dazu, sich zu verziehen.
Ein wichtiges Kaufargument für das Spiel sind (zumindest für mich) sicherlich die zahlreichen Figuren, die in der Box enthalten sind. Mag der Manga- oder in diesem Fall Chibi-Stil zwar nicht jedermanns Geschmack treffen, so sind die Kunststoffminiaturen doch ansprechend und detailliert gestaltet. Der einzige negative Aspekt hierbei ist der, trotz des beiliegenden Diagramms, recht zeitintensive und komplizierte Zusammenbau der Figuren. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann mit etwas Geduld und unter dem Einsatz von entsprechendem Werkzeug die kleinen Gussgrate entfernen und die Figuren auch noch bemalen.

Super Dungeon Explore bietet den Spielern eine spannende, lustige und nicht übermäßig komplexe Hatz durch verschiedene Verliese, die vor allem durch die opulente Ausstattung und die niedliche Optik zu gefallen weiß.

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