Rush n’Crush

15. Juni 2010 von Marcus Pohlmann

Rush 'n Crush

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Spieleranzahl: 3 bis 6 Spieler

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Spieldauer: ca. 60 Minuten

Erscheinungsdatum: 01.11.2009

Sprache: Englisch

Von Asmodee kommt dieser Tage Rush n’Crush zu uns, ein futuristisches Rennspiel für drei bis sechs Spieler, das im Spieleuniversum von AT-43 angesiedelt ist. Dem einen oder anderen Tabletop-Spieler sagt diese Bezeichnung vielleicht etwas sagen, handelt es sich hierbei um eine Erfindung der französischen Firma Rackham Entertainment in der verschiedene menschliche und außerirdische Fraktionen um die Vorherrschaft innerhalb des Universums ringen. Und um das Gewirr perfekt zu machen, wurden annährend dieselben Regeln vor einigen Jahren unter verschiedenen Namen schon kostenlos im Internet als Fanprojekt veröffentlicht.

Nach dem Öffnen der Box fallen zuerst die beiden, recht umfangreichen, Regelhefte für die Spielmodi Arcade und Overdrive ins Auge, die auf ein äußerst komplexes und umfangreiches Regelwerk schließen lassen. Beim Durchblättern zeigt sich aber, das der Hersteller hier mehrere Sprachen in den Heften zusammengefasst hat und die eigentlichen Regeln durchaus überschaubar sind. Die Rennstrecke, also das eigentliche Spielbrett, besteht aus zehn doppelseitig bedruckten Streckenabschnitten, die von den Spielern zusammengestellt werden können. Hier haben die Spieler weitgehend freie Hand, und können so direkt mit der Anzahl der verwendeten Teile auch die Spieldauer bestimmen. Daneben gibt es für jeden der zur Auswahl stehenden Fahrer einen eigenen Charakterbogen, der alle relevanten Informationen wie Gang und Geschwindigkeit und auch die Ausrüstung zusammenfasst. Außerdem befinden sich noch sechs, sehr kleine, Fahrzeuge, Würfel und einige Marker um den Zustand des Fahrzeugs zu markieren in der Box. Der Spielmodus Arcade ist für den schnellen Einstieg gedacht, der Leser erhält hier auf sechs Seiten eine Einführung in die Spielmechanik, die Ausrüstung der Fahrzeuge und auch den allgemeinen Spielablauf. Ergänzt werden die Regeln hier durch zahlreiche bebilderte Beispiele, die es ermöglichen sehr schnell die erste Runde zu starten. Nachdem man so die ersten Runden auf dem Übungsparcours gedreht hat, kann man sich daran machen, sich den Spielmodus Overdrive näher zu betrachten. Hier finden sich wesentlich ausführlichere Beschreibungen der Fahrer, ihrer Teams und der Ausrüstung die während des Rennens zum Einsatz kommt. Sollten sich in dem vorangegangenen Modus Fragen ergeben haben, so findet sich die Antwort darauf sicherlich hier.
Haben sich die Spieler auf ihre Fahrzeuge, die Streckenzusammenstellung und etwaige Teams geeinigt, so kann man sich jetzt daran machen ein ernsthaftes Rennen zu fahren.
Das wichtigste Instrument des Spielers, mal von seinem Fahrzeug abgesehen ist sein Charakterbogen, oder Bordcomputer wie es im Spiel heißt. Hier gibt es Informationen über den grade gewählten Gang, die aktuelle Geschwindigkeit, die verbleibenden Strukturpunkte, Turbopunkte zur zusätzlichen Beschleunigung, Bremsen, Reifen und Überhitzungsgrad des Motors. Wenn man am Zug ist, kann man sich dafür entscheiden, zu schalten oder das Gas durchzudrücken. Je schneller man wird, desto weniger Spurwechsel stehen dem Spieler während seines Zuges zur Verfügung, so dass die Wahrscheinlichkeit höher wird, entweder in eines der zahlreichen Hindernisse zu krachen oder mit der Bande zu kollidieren. Abhängig von der aktuellen Geschwindigkeit und dem Gang stehen dem Spieler hier eine bestimmte Menge an Würfeln zur Verfügung, die für Spurwechsel genutzt werden können. Sollten diese nicht ausreichen, so kann man auch Lenk-Marker einsetzen, die ein zusätzliches Manöver ermöglichen. Ähnlich verhält es sich mit Nitro- und Bremsmarker, die eingesetzt werden können, um die Geschwindigkeit um mehr als eine Stufe pro Runde zu verändern. Daneben sollte man beständig die Temperatur des Motors im Auge behalten damit es nicht zu einer fatalen Kernschmelze kommt. Als hätte man mit all diesen Dingen nicht schon genug zu tun, so muss man sich auch der Mitspieler erwehren, die versuchen, das eigene Fahrzeug mit Flammenwerfer, Maschinengewehrgarben und Kreissägen zu demolieren oder es ganz subtil in diverse Hindernisse zu drücken. Glücklicherweise kann man sein Fahrzeug entsprechend ausstatten, um diesen Bedrängnissen Stand zu halten. Sieger ist letzten Endes der Spieler, dem es gelingt sein Fahrzeug als erster über die Ziellinie zu befördern oder der sämtliche Konkurrenz im Parcours ausgeschaltet hat.

Nachdem man die Box geöffnet hat und die Spielmaterialien in die Hand genommen hat, kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, hier eine Mogelpackung, zu einem relativ hohen Preis, erworben zu haben. Gut die Hälfe der Box wird mit einem Pappeinleger ausgefüllt und man hält einige Pappbögen, die beiden Einleitungen und ein bisschen Kleinkram in den Händen. Von solchen ersten Eindrücken sollte man sich allerdings nicht abschrecken lassen, sondern sich erst einmal die Regeln zu Gemüte führen. Diese sind nämlich recht gut geschrieben und lassen fast keine Fragen zum Spielgeschehen offen, so dass recht schnell mit dem Spiel begonnen werden kann. Die ersten Runden sollte man allerdings alleine oder höchstens zu zweit drehen, da die Steuerung des Fahrzeuges eine gewisse Eingewöhnungszeit benötigt. Nach dieser Phase bekommt man allerdings mit Rush n’Crush ein schnelles, unkompliziertes Rennspiel, bei dem auch der Interaktionsfaktor zwischen den Spielern nicht unterschätzt werden sollte. Bei sechs oder vier Spielern bietet sich die Option an, im Team zu fahren, so dass man sich gegenseitig ergänzen kann. Das Spielmaterial ist durchaus hochwertig, wobei grade die Marker und, die doch sehr winzigen, Fahrzeuge durchaus etwas mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Durch die vielen verschiedenen Bahnstücke lassen sich immer wieder neue Rennstrecken konstruieren, so dass die Hetzjagd nicht allzu schnell langweilig wird und nebenbei die Spieldauer nebenbei fast stufenlos angepasst werden kann. Auch die Möglichkeit sein Fahrzeug individuell auszustatten reizt dazu öfters eine schnelle Runde zu drehen. Während das Spiel mit vier Spielern hervorragend funktioniert, kommt es bei fünf und sechs Spielern gelegentlich zu unübersichtlichen Szenen und Situationen die sicherlich nicht vorgesehen sind, dies kann man aber mit dem Einsatz von Teams mit jeweils zwei Fahrern wieder recht gut in den Griff bekommen.

Wer ein schnelles, actionreiches Autorennspiel sucht, bei dem man seinen Mitspieler in Grund und Boden rammen kann wird mit Rush n’Crush gut bedient. Auch die Komplexität und der Wiederspielreiz sind durch die zahlreichen Variablen gegeben.

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