Oceanos

07.05.2017 von Marcus Pohlmann

Oceanos

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Spieleranzahl: 2 bis 5 Spieler

Altersempfehlung: ab 8 Jahren

Spieldauer: ca. 30 Minuten

Erscheinungsdatum: 13.10.2016

Sprache: Deutsch

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In die unerforschten Tiefen der Weltmeere stoßen bis zu fünf Spieler bei Oceanos in ihren U-Booten vor. Bei dem Spiel von Iello entdecken sie bei ihren Tauchgängen neue Tierarten, erforschen Korallenriffe und bergen versunkene Schätze.

Das Spielmaterial besteht in erster Linie aus 135 Entdeckungskarten, aus denen sich dann die Unterwasserwelt zusammen setzt. Diese Karten werden in drei Tiefen aufgeteilt, wobei die Spieler in jeder Runde weiter hinab tauchen. Auf diesen Karten sind verschiedenen Illustrationen, beispielsweise Schatztruhen, Kristalle, Meeresbewohner oder auch das Auge des Kraken abgebildet. Es gibt 30 Schatzplättchen mit unterschiedlichen Zahlenwerten, die gegen Spielende aus einem Stoffbeutel gezogen werden, einen Wertungsblock, in dem die Zwischen- und Endergebnisse der Spielrunden notiert werden, sowie 9 Plättchen für den Kraken, der Minuspunkte einbringt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den fünf unterschiedlichen U-Booten, die sich in Puzzlemanier aus fünf Teilen zusammen setzen. Jeder Spieler kann jeden Teil seines Schiffes bis zu zwei Mal ausbauen – so bringt beispielsweise ein besserer Antrieb mehr Punkte, das Periskop erlaubt es einem Spieler mehr Karten zu ziehen, der Maschinenraum ermöglicht längere Tauchfahrten, mit der Luftschleuse lassen sich mehr Taucher absetzen und im bordeigenen Aquarium können mehrere Spezies untergebracht werden. Außerdem liegen für jeden Spieler drei Taucher- und Treibstoffplättchen bereit die, je nach Ausbaustufe des Bootes, zum Einsatz kommen. Komplettiert wird das Spielmaterial durch die zwölfseitige Anleitung und fünf Spielerhilfen.
Nach der Sichtung der Spielkomponenten nimmt sich jeder Spieler die Marker und U-Boot-Teile seiner Farbe und setzt es entsprechend zusammen. Die Schatzplättchen kommen in den Beutel und die Karten werden in ihren jeweiligen Stapeln gemischt.
Sind diese Vorbereitungen abgeschlossen, werden drei Runden mit je fünf Durchgängen gespielt. Dazu teilt der Startspieler (hier Forschungs-Captain genannt) eine Karte pro Spieler aus. Für jedes Periskop an seinem U-Boot erhält der Spieler eine weitere Karte. Aus diesen Karten wählt der Spieler eine aus uns legt diese verdeckt vor sich ab, die überzähligen Karten erhält der Startspieler. In diesem Spielschritt können vorhandene Treibstoffplättchen genutzt werden, um mehrere Karten zu behalten. Nun decken alle Spieler ihre Karten auf und legen sie rechts neben ihre bereits ausliegenden Karten ab. Erst jetzt wählt der Startspieler seine Karte aus und platziert diese. Der Startspieler wechselt nun und der nächste Durchgang wird gespielt. Auf diese Weise entsteht vor jedem Spieler sein ganz persönlicher Ozeanbereich, den es zu erforschen und in Punkte umzuwandeln gilt. Abhängig von den Illustrationen auf den Karten können die Spieler Fische für ihr Aquarium einsammeln, Taucher auf die Suche nach Schätzen schicken oder mit Hilfe von Kristallen ihr Schiff aufwerten.
Sind fünf Durchgänge gespielt erfolgt eine erste Zwischenwertung, bei der die Punkte addiert werden: so gibt es Punkte für einen ausgebauten Antrieb und zwei Punkte pro gesammelte Tierart. Wer die meisten Krakenaugen in seinem Ozean hat erhält ein Krakenplättchen und muss die entsprechenden Minuspunkte wieder abziehen. Dieser Ablauf ist auch in der zweiten und dritten Runde identisch – bei Spielende wird zudem noch das größte zusammenhängende Korallenriff gewertet und auch für die von den Tauchern erbeuteten Schätze werden zufällig die Punkte ermittelt. Wenig überraschend gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten, bei einem Gleichstand siegt das U-Boot mit den meisten Ausbauten.

Die Interaktion der Spieler untereinander lässt ein wenig zu wünschen übrig, auch sind die Spieler (zumindest ohne Ausbaustufen) sehr vom Glück beim Kartenziehen abhängig und schließlich wird bei maximaler Spielerzahl ein recht großer Tisch benötigt. Dies sind aber auch die einzigen Kritikpunkte, die ich bei Oceanos habe. Der Draft-Mechanismus ist einfach gehalten und die Spielzüge gehen erfreulich flott von der Hand, so dass auch bei fünf Spieler eine Partie in der Regeln keine Stunde dauert. Was das Spiel für mich sehr interessant macht, ist die Notwendigkeit ständig mit den vorhandenen Karten zu improvisieren und zu versuchen eine einmal eingeschlagene Taktik konsequent weiter zu verfolgen. Für die Spieler stellt sich permanent die Frage, welche Teile ihres Schiffes sie ausbauen sollen, ob sie sich auf eine Gewinnmöglichkeit konzentrieren oder ob sie möglichst flexibel spielen. Dies sorgt dafür, dass sich jede Partie anders spielt und nicht langweilig wird. Dank der einfachen, verständlichen Mechanismen können auch jüngere Spieler durchaus mithalten und haben Spaß.
Die Aufmachung, die Iello dem Spiel spendiert hat, kann sich durchaus sehen lassen: Alle Spielkomponenten sind liebevoll von Jérémie Fleury illustriert, das Material macht einen sehr soliden Eindruck, die Anleitung erklärt ausführlich die Abläufe und sogar an ausreichend Zip-Beutel für die Marker wurde gedacht.

Oceanos präsentiert sich als klassisches Familienspiel: tolle Illustrationen, ein einfacher und schneller Spielablauf und verschiedenen taktische Möglichkeiten sorgen für gute Unterhaltung.

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