Meins!

31. Oktober 2012 von Marcus Pohlmann

Meins!

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Spieleranzahl: 2 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 8 Jahren

Spieldauer: ca. 30 Minuten

Erscheinungsdatum: 01.08.2012

Sprache: Deutsch

Meins! ist nicht nur der Ausruf, der bei vielen Auktionen vom glücklichen Gewinner zu hören ist, sondern auch der Titel eines neuen Kartenspiels, das von Amigo aus dem hessischen Dietzenbach auf den Markt gebracht wird. Hierbei versuchen bis zu vier Spieler, alle Mitglied im „Club der Jäger und Sammler“, eine möglichst wertvolle Sammlung der unterschiedlichsten Gegenstände in ihren Besitz zu bekommen und damit die Konkurrenz auszustechen.

Die kleine Schachtel ist prall gefüllt mit insgesamt 114 Spielkarten, die sich wiederum in vier Sorten aufteilen. Für jeden Spieler gibt es eine Startkarte auf der seine Villa abgebildet ist und die im Verlauf des Spiels weiter aufgewertet werden kann. Fünf Karten repräsentieren die Kategorien der Gegenstände, die es zu erlangen gilt. Diese teilen sich auf in Spielzeug, Kunst, Literatur, Sport und Film. Um an die Gegenstände zu kommen, stehen dann 60 Karten mit fünf unterschiedlichen Beschaffungsmitteln zur Verfügung. Die Spieler können ihre Beziehungen spielen lassen, bei einer Auktion Glück haben, einfach Geld bezahlen, den Gegenstand mithilfe einer Schatzkarte finden oder auf illegale Mittel zurück greifen. Im Wettrennen um die wertvollste Sammlung gilt es schließlich, möglichst viele und teure der 45 Exponate in seinen Besitz zu bringen. Darunter finden sich solch exotische Dinge wie Shakespeares Tintenfass, die Spiel des Jahres-Trophäe oder ein Yps-Heft. Auf diesen Karten sind wiederum einige Symbole abgebildet, die im weiteren Spielverlauf Bedeutung haben. Zum einen ist dies die Art und Anzahl der benötigten Beschaffungsmittel, die Siegpunkte die das gute Stück am Ende wert ist und die Kategorie oder Kategorien in der es eingeordnet werden kann.
Sind die Spielmaterialien gesichtet und die Anleitung gelesen, so können sich die Spieler daran machen die letzten Vorbereitungen zu treffen, bevor es losgehen kann. Jeder Spieler erhält als Startkarte eine Villa, zwischen die Spieler wird jeweils eine Kategorie-Karte gelegt, die demjenigen, der bei der Endabrechnung die meisten Exponate dieser Kategorie hat, zusätzliche Punkte einbringt. Die Beschaffungsmittel werden in drei Reihen mit je drei Karten ausgelegt. Des Weiteren werden vier Exponate aufgedeckt, die nun von den Spielern auf die eine oder andere Weise erworben werden können. Die restlichen Karten verbleiben vorerst auf den jeweiligen Nachzugstapeln. Damit sind die Spielvorbereitungen abgeschlossen und die Jagd nach den wertvollen Exponaten kann endlich beginnen.
Ist ein Spieler an der Reihe, so darf er sich drei Karten aus dem Raster der Beschaffungsmittel nehmen, diese müssen jedoch senkrecht, waagrecht oder diagonal in einer Reihe liegen. Im zweiten Schritt kann der Spieler nun mit seinen Beschaffungsmitteln ein oder mehrere Exponate aus der Auslage erwerben, diese wird sofort wieder aufgefüllt. Will oder kann der Spieler dies nicht tun, so ist der nächste an der Reihe. Hat ein Spieler sein drittes Exponat in seiner Villa platziert, so endet dieser Spielabschnitt und der nächste beginnt. Endet auch der dritte Abschnitt, so zählen die Spieler die Punkte ihrer gesammelten Exponate zusammen, addieren eventuelle Bonuspunkte für die ausgebaute Villa und die Kategorien. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel und kann sich der Anerkennung der anderen Sammler gewiss sein.

Die Regeln sind recht schnell verinnerlicht und auch der Spielaufbau nimmt nur wenige Augenblicke in Anspruch. Das Spiel selbst ist mit gut einer halben Stunde Spielzeit ebenfalls noch im überschaubaren Rahmen. So weit, so gut, allerdings fehlt so etwas wie ein Spannungsbogen; der Ablauf und auch die dazugehörigen Taktiken verändern sich vom ersten bis zum letzten Zug wenn überhaupt nur unwesentlich und so stellen sich schon bald erste Ermüdungserscheinungen ein. Es ist zwar möglich, den Mitspieler wichtige Beschaffungsmittel abzunehmen, doch konzentrieren sich die Spieler in der Regel besser darauf, ihre eigenen Sammlungen aufzustocken. Zudem lohnt es sich meist nicht auf die Sonderpunkte für die Kategorien hinzuarbeiten, besser ist da die Taktik alles an sich zu raffen, was irgendwie finanziert werden kann. Die Überlegung immer drei Beschaffungsmittel zu nehmen ist durchaus nett umgesetzt und erfordert eine gewisse Planung, wobei es tatsächlich möglich ist, bei nur zwei Spielern gezielt auf bestimmte Exponate hin zu sammeln. Bei drei oder vier Spielern fällt dieser Effekt fast völlig weg und es wird eher die Improvisationsfähigkeit der Spieler gefordert.
Die Aufmachung des Spiels ist recht gut gelungen und auch das Spielmaterial ist in der schon von Amigo bekannten, hochwertigen, Qualität. Die sehr verständlich geschriebene Anleitung erleichtert auch jüngeren Spielern den Einstieg mit Beispielen und Abbildungen. Zudem sind die Illustrationen der Exponate durchaus sehenswert und bieten für sich selbst genommen schon einen gewissen Unterhaltungswert.

Amigo liefert mit Meins! zwar keinen wirklichen Kracher ab, doch taugt das Spiel sicherlich für die eine oder andere unterhaltsame Runde.

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