Istanbul – Das Würfelspiel

26.11.2017 von Marcus Pohlmann

Istanbul - Das Würfelspiel

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Spieleranzahl: 2 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 8 Jahren

Spieldauer: 20 bis 40 Minuten

Erscheinungsdatum: 26.10.2017

Sprache: Deutsch/Englisch

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich Istanbul, immerhin 2014 als Kennerspiel ausgezeichnet, nur dem Namen nach kenne. Nach zwei Erweiterungen zum Hauptspiel kommt nun mit Istanbul – Das Würfelspiel ein eigenständiger Ableger heraus – ebenfalls wieder vom Autor Rüdiger Dorn. Bis zu vier Personen können sich bei diesem Spiel, das wieder vom Friedberger Verlag Pegasus Spiele veröffentlicht wird, als Händler auf dem geschäftigen Basar versuchen.

Zentrales Element von Istanbul – Das Würfelspiel ist das, recht kleine, Spielbrett. Dieses ist in mehrere Bereiche aufgeteilt, in denen die Spieler Rubine, die zum Spielgewinn nötig sind, eintauschen können. Eine Seite des Brettes ist dabei für zwei oder drei Spieler vorgesehen, die andere Seite ist dem Spiel zu viert vorbehalten. Neun sechsseitige Würfel stellen die Gehilfen der Spieler dar. Diese zeigen auf vier Seiten unterschiedliche Waren, Tuch, Obst, Gewürze und Schmuck, außerdem Geld und Karten. Entsprechend gibt es die dazugehörigen Warenplättchen, 42 an der Zahl und 33 Basarkarten. Diese bringen dem aktiven Spieler selbst, gelegentlich aber auch den Mitspielern, einmalige Vorteile wie Geld, Waren oder auch die begehrten Rubine. 24 Moscheeplättchen bringen den Spielern permanente Boni, beispielsweise mehr Einkommen, zusätzliche Würfel oder Karten. Kunststoff-Rubine und -Kristalle können im Spielverlauf eingetauscht oder gewonnen werden, auch mit den Papp-Münzen lassen sich die Rubine kaufen. Vier Karten mit der Aktionsübersicht sowie die achtseitige Anleitung in deutscher und englischer Sprache komplettieren das Spiel.
Trotz des umfangreichen Spielmaterials gehen die Vorbereitungen recht schnell. Die Rubine werden auf den dafür vorgesehenen Feldern des Spielplans bereit gelegt, jeder Spieler bekommt eine Aktionsübersicht, einen Kristall und etwas Startkapital. Die restlichen Komponenten werden bereit gelegt und der Startspieler bekommt fünf Würfel.
Der Zug eines Spielers teilt sich dabei in drei Phasen auf, die nacheinander durchlaufen werden. Zu Beginn erhält der Spieler, falls vorhanden, Einkommen von seinen Moscheeplättchen; dabei kann es sich um Geld, Karten oder Kristalle handeln. Danach wirft er seine fünf Würfel, wobei einige Spieleffekte auch zusätzliche Würfel gewähren. Gibt der Spieler einen Kristall aus, so kann er einen Wurf, oder einen Teil davon, wiederholen. Hat der Spieler den Wurf beendet, so kann er bis zu zwei Aktionen ausführen, in dem er seine Würfel entsprechend ausgibt. So können zwei gleiche Würfel gegen eine entsprechende Ware eingetauscht werden, für zwei unterschiedliche gewürfelte Waren erhält der Spieler einen Kristall oder für Kartensymbole kann er Basarkarten aufdecken und eine davon ausführen. Außerdem kann er (natürlich gegen Geld) einen Rubin auf dem Basar kaufen, eine entsprechende Anzahl Waren gegen Rubine oder Waren gegen Würfel eintauschen.
Spielziel ist es, fünf (bei zwei oder drei Spielern sechs) Rubine zu ertauschen und damit zum erfolgreichsten Händler und Spielsieger zu werden.

Istanbul – Das Würfelspiel ist, trotz der vielen Komponenten, ein erstaunlich einfaches Spiel. Im Prinzip dreht sich alles um einen Würfelwurf und den möglichst sinnvollen Einsatz eben dieser Würfel. Trotz des großen Zufallselements haben die Spieler zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, hilflos dem Schicksal überlassen zu sein. Es ist sogar ohne weiteres möglich, taktisch vorzugehen und Züge zu planen. Dadurch, dass praktisch mit jedem Wurf etwas Sinnvolles gemacht werden kann entfällt auch der Frust, der sich häufiger bei Spielen dieser Art breit macht. Rüdiger Dorn hat hier ein schönes, schnelles und sehr unterhaltsames Würfelspiel abgeliefert, dass mit minimaler Vorbereitungszeit auskommt und sich gut in einer halbe Stunde spielen lässt. Dabei läuft das Spiel mit jeder Spieleranzahl gleichermaßen flüssig ab – allerdings bevorzuge ich die Variante zu viert. In diesem Fall ist der Konkurrenzdruck deutlich größer und die Jagd nach Waren und Rubinen gestaltet sich spannender.
An der Qualität des Spielmaterials gibt es nichts auszusetzen. Pegasus Spiele bewegen sich auf einem kontinuierlich hohen Niveau und enttäuschen den Spieler auch diesmal nicht. An Zip-Beutel für Marker und Karten wurde ebenso gedacht wie an Übersichtskarten für jeden Spieler. Die Anleitung sorgt mit bebilderten Beispielen und umfassenden Erklärungen für einen leichten Spieleinstieg. Schließlich fangen die Illustrationen von Andreas Resch die Stimmung des ursprünglichen Spiels ein und sorgen hier für einen Wiedererkennungseffekt.

Trotz Zufallsfaktor ist Istanbul – Das Würfelspiel beileibe kein reines Glücksspiel und bietet Gelegenheitsspielern einen leichten Einstieg und Vielzockern durchaus anspruchsvolle Unterhaltung.

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