Gewölbeforscher & Drachentöter

6. Mai 2014 von Marcus Pohlmann

Gewölbe

Kategorie:

Autor: ,

Verlag / Publisher:

Genre:

Serie:

Erscheinungsdatum: 01.03.2014

Sprache: Deutsch

Etwas überspitzt gesagt gibt es im Leben eines Fantasy-Rollenspielhelden zwei wichtige Dinge: Die Erforschung von verwinkelten Dungeons und die Jagd nach gefährlichen Bestien. Ulisses Spiele veröffentlicht mit Gewölbeforscher & Drachentöter den passenden Quellenband, damit die Spieler des Pathfinder-Rollenspiels in der Lage sind, ihre Charaktere optimal auf diese beiden Herausforderungen vorzubereiten.

Schon auf den Innenseiten des Umschlags gibt es wichtige Informationen für die Spieler, findet sich hier eine Karte der Inneren See, auf der einige besonders markante Gewölbe verzeichnet sind und eine Übersicht über die verschiedenen Entwicklungsstufen im Leben eines Drachen. Der erste Teil des 68-seitige Softcover-Bandes erläutert allgemein die verschiedenen Arten von Gewölben und die Besonderheiten die jedes dieser Bauwerke mit sich bringt. Anschließend werden einige grundsätzliche Dinge erklärt, die bei der Vorbereitung solch einer Expedition beachtet werden müssen, beispielsweise die passende Ausrüstung oder entsprechendes Hintergrundwissen zum jeweiligen Dungeon. Zudem bekommen die Spieler auch eine ganze Reihe neuer Talente, die in den unterschiedlichsten Situationen nützlich sein können, ganz gleich ob es darum geht Monster zu bekämpfen, Fallen zu entschärfen oder die (hoffentlich) gefundenen Schätze richtig zu beurteilen. Auch die sogenannten Gewölbeführer, Aufzeichnungen vorangegangener Expeditionen, sind sowohl für Spielleiter als auch Spieler ein wichtiges Hilfsmittel bei der Erforschung. Abgerundet wird dieser Teil des Bandes schließlich mit einem groben Überblick über einige berühmte Dungeons Golarions. Wichtig für die Charakterentwicklung sind die anschließenden Kapitel, die neben besonderer Ausrüstung auch frische Zauber und Mietlinge, speziell für die Gewölbeerforschung, bereit halten. Auch finden sich hier drei neue Archetypen deren Laufbahn die Charaktere einschlagen können: den Fallensprenger, dessen Spezialgebiet die Entschärfung von Fallen und die Alchemie ist, den Gewölbestreuner, der die Fähigkeiten eines Waldläufers auf die unterirdischen Verliese abgestimmt hat und den Terrakotta-Mönch, der ein besonderes Verständnis für Erde und Stein mitbringt.
Der zweite Teil des Bandes beginnt ebenfalls mit einer kurzen Einleitung, die dem Leser einige Informationen zu den verschiedenen Arten von Drachen gibt und auch auf die Frage eingeht, warum ein Charakter die Laufbahn des Drachentöters überhaupt einschlagen sollte. Recht ausführlich wird von den Autoren auf die Vorbereitung zur Drachenjagd und die Behausungen dieser Kreaturen eingegangen, sogar an mögliche diplomatische Verhandlungen mit den Reptilien wurde gedacht. Kurz vorgestellt werden zudem einige besonders herausragende Exemplare der Gattung, beispielsweise der Goldene Drache Mengkare, der den Menschen durchaus freundlich gesonnen ist oder der Grüne Drache Zedoran, der sich mit einigen Ork-Stämmen verbündet hat um das Umland zu terrorisieren. Auch verschiedene, mit Drachen verwandte Kreaturen wie Wyvern, Tatzelwürmer oder Drakas werden dem Leser mit einigen Sätzen vorgestellt. Das anschließende Kapitel beschäftigt sich mit der Anatomie von Drachen und, besonders interessant für Alchimisten und Magier, was sich alles mit den verschiedenen Körperteilen anstellen lässt. Wie auch schon im vorangegangenen Teil des Bandes finden sich auch hier wieder zahlreiche neue Talente, Ausrüstungsgegenstände und Zaubersprüche, die speziell für die Drachenjagd konzipiert sind. Ebenfalls enthalten sind mit dem Drachenbluttrinker, dem Drachenjäger und dem Drachenschützen drei neue Archetypen, die sich besonders auf die Bekämpfung dieser Sorte Gegner spezialisiert haben.

Über mangelnde Fähigkeiten und Charakterentwicklungen können sich die Spieler von Pathfinder sicherlich nicht beschweren und mit fast jeder Veröffentlichung kommen neue Auswahlmöglichkeiten hinzu. Auch Gewölbeforscher & Drachentöter enttäuscht in dieser Hinsicht nicht, stellt jedoch vor allem die Spezialisierung der Charaktere in den Vordergrund. Die meisten der hier vorgestellten Talente und Gegenstände lassen sich zwar recht gut auch in normalen Kampagnen nutzen, etwas anders sieht es jedoch mit den neuen Archetypen aus, die doch sehr auf eine bestimmte Aufgabe ausgerichtet und nur begrenzt nutzbar sind. Wirklich gut dagegen sind die Hintergrundinformationen ausgefallen: Ganz gleich ob es sich um die Vorbereitung auf die Monsterjagd oder die Recherche nach einem bestimmten Gewölbe handelt, lassen sich sowohl für Spieler als auch Spielleiter hier einige Informationen heraus ziehen. Selbst für andere Fantasy-Systeme können einige Teile des Bandes problemlos genutzt werden. Dagegen sind die Beschreibungen der Gewölbe und der Drachen erwartungsgemäß recht knapp ausgefallen, da dies den Rahmen des Buches wohl sprengen würde.
Wie nicht anders von den Veröffentlichungen aus dieser Serie gewohnt, wird der Text durch einige recht hübsch anzuschauen Illustrationen ergänzt und der Lesefluss damit angenehm aufgelockert. Auch die Übersetzung bietet, von einigen kleineren Tippfehlern abgesehen, eigentlich keinen Grund zur Klage. Lediglich der unterschiedliche Aufbau der beiden Regelindexe irritiert ein wenig, was aber auch bei dieser relativ geringen Seitenanzahl kein Problem darstellt.

Für Spieler, die bei ihren Rollenspielrunden viel Zeit mit Dungeon Crawling oder der Hatz auf geflügelte Reptilien verbringen ist dieser Quellenband eine durchaus lohnende Anschaffung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.