Die Druidin

18. Juni 2008 von Heike Rau

Druidin

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ISBN: 9783426663172

Format: Hardcover

Seiten: 528

Preis: 19,95

Erscheinungsdatum: 21.02.2008

Sprache: Deutsch

Die 18-jährige Talia hat die Macht Seelen zu sehen, seit sie zur Frau geworden ist. Mit dieser Gabe kann sie keine Heilerin werden. Nach dem Tod ihrer Ziehmutter Vebromara soll sie nach Alte-Stadt gehen, um nach der Familie ihrer verstorbenen Mutter zu suchen. Ihr Vater ist zwar am Leben, hatte aber kurz nach der Geburt Talias den Auftrag gegeben, sie zu töten. Er weiß nicht, dass es Vebromara gelungen ist, Talia zu retten. Liebevoll hat sie das Mädchen aufgezogen, ihr aber die Geschichte ihrer Eltern nicht vorenthalten.
Die sippenlose Talia bleibt zunächst, um den Haushalt der Druidenschule weiterführen, so wie Vebromara es vor ihr getan hat. Doch der Druide Ientus hat ein Auge auf die junge Frau geworfen. Er will einen Sohn von ihr, der die gleiche Gabe haben sollte wie seine Mutter und den er nach seinem Willen formen kann. Er hat einen hinterhältigen Plan geschmiedet, um das durchzusetzen. Luguadon, der ihr Lehrer war, würde dies zulassen, wie Talia zufällig aus einem belauschten Gespräch weiß. Da sie nicht länger seinen Schutz genießen kann, bittet sie den Söldnerführer Atharic um Hilfe. So reist Talia mit südwärts nach Alte-Stadt. Talias Vater Caran hat die Söldner angeheuert, sie sollen den Machtkämpfen in der Stadt ein Ende setzen. Seine zweite Frau Catuen sucht eine Haushälterin und Atharic vermittelt ihr Talia. Die junge Frau begegnet ihrem Vater, ohne ihre Identität preiszugeben. Um ein Haar verliert Catuen ihr zu früh geborenes Kind. Talia vermag das Mädchen zu retten. Damit gewinnt sie Carans Aufmerksamkeit und auch ein Stück weit Anerkennung.
Doch bald droht erneut Gefahr. Ientus hat Talia aufgespürt. Da sie keinesfalls mit dem Druiden verheiratet werden will, stellt sie ihn bloß. Doch dafür zahlt sie einen hohen Preis. Sie wird zur Gefangenen.

Für die einen ist Talia eine Heilerin, für die anderen eine Hexe. Sie wird geehrt und gefürchtet. Es ist nachvollziehbar, dass die Gabe ihr Türen öffnet. Dass sie als einfache Haushälterin in so viele Dinge eingeweiht wird und im Buch eine tragende Rolle im Machtkampf spielt, verwundert aber dann doch. So gerät die junge Frau in ein Netz aus Intrigen und Verschwörungen. Sie hat in Ientus, der später Hohedruide wird, einen starken Gegner. Er fürchtet sie, weil sie ihn, dank ihrer Gabe, als Lügner entlarven kann, so dass seine Macht in Frage gestellt werden könnte. Dieser Handlungsrahmen ist äußerst spannend.
Die Geschichte spielt um 120 v. Chr. Historisches kommt aber, und das fällt sofort auf, ein wenig zu kurz. In dieser Hinsicht ist die Geschichte nicht immer ganz nachvollziehbar. Schade, dass es kein Nachwort gibt, in dem die Autorin beschreibt, inwieweit Historisches und Fiktion auseinanderliegen. Aber immerhin findet man im Anhang die bedeutsamsten Personen im Überblick. Auch werden die wichtigsten Volksstämme aufgelistet und kurz beschrieben, was unbedingt nötig ist, da man sonst leicht den Überblick verliert.
Das Buch ist gute Unterhaltungsliteratur, aber mehr leider nicht. Die Geschichte scheint etwas oberflächlich, was Hintergründe und auch Charaktere betrifft. So bleibt auch die Gabe Talias etwas Geheimnisvolles und auch kaum Greifbares. Dabei baut das Buch darauf auf. Was auch wirklich ausgesprochen zu kurz kommt, ist die Liebe zwischen Talia und Atharic. Hier werden einfach nur Klischees bedient, wahre Gefühle bleiben auf der Strecke.
Die Geschichte der Kelten und ihre Traditionen werden dem Leser kaum nahe gebracht. Machtkämpfe und Kriege stehen im Vordergrund.
Das Buch hat einige Längen, ist aber dennoch gut lesbar. Die Autorin versteht es, die Spannung immer wieder aufs Neue aufzubauen. Die modern wirkende Sprache drückt allerdings etwas auf die Stimmung.

Fazit: Ein unterhaltsamer Roman, eingebettet in eine historische Kulisse, mit einer starken Heldin, einer Seelenwächterin, die über die Geschicke ihres Volkes mitentscheidet.

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