Angel Giraldez Masterclass Volume 1

17. Juni 2015 von Marcus Pohlmann

Giraldez

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ISBN: 849427984X

Format: Softcover

Seiten: 118

Preis: 29,99

Erscheinungsdatum: 01.04.2015

Sprache: Englisch

Wahrscheinlich ist dem einen oder anderen Tabletop-Spieler unter unseren Lesern der Name Angel Giraldez bekannt, bemalt der Spanier doch für eine ganze Reihe von Miniaturenherstellern deren Showcase-Figuren, besonders bemerkenswert ist dabei seine Arbeit für das SciFi-Skirmish-Spiel Infinity. In Zusammenarbeit mit diesem und dem Farbenhersteller Acrylicos Vallejo hat der Maler nun mit dem Angel Giraldez Masterclass Volume 1 einen 118 Seiten starken Softcover-Band veröffentlicht, der einen Einblick in seine, nicht ganz alltägliche, Maltechnik gewährt.

Nach einigen einleitenden Worten bekommt der Leser einen ersten Überblick über das, was der Autor als die „Angel Giraldez Methode“ bezeichnet. Diese Technik nutzt Airbrush und normalen Pinsel gleichermaßen und ermöglicht feinste Farbübergänge und Lichteffekte. Die anschließenden Seiten widmen sich den eingesetzten Werkzeuge und Farben, sowie einigen grundlegenden und fortgeschrittenen Maltechniken. So gibt es neben einigen allgemeinen Tipps noch das „Non-Metal Metal“ bei dem ein metallischer Effekt ohne die Verwendung von Metallfarben erzielt wird, das „Stippling“, mit dessen Hilfe auf eigentlich glatten Flächen eine organische Struktur simuliert wird oder der Autor demonstriert den effektiven Einsatz von Washes.
Nachdem der Leser so einen groben Überblick über die zur Verfügung stehenden Techniken und Materialien bekommen hat, widmet sich der Rest des Bandes der Bemalung von acht Miniaturen und drei Büsten für das Infinity-Tabletop. Jede Schritt-für-Schritt-Anleitung folgt dabei dem gleichen Aufbau: Die erste Seite ist einem einleitenden Kommentar von Herrn Giraldez und dem Bild der fertig bemalten Miniatur vorbehalten. Daran schließt sich die eigentliche Bemalung der Figur an, wobei praktisch jeder Arbeitsschritt mit einem oder auch mehreren Bildern dokumentiert und durch einen kurzen Text mit Farb- und Mischangaben ergänzt wird. Die Miniaturen wurden so ausgewählt, dass jedes Kapitel den Fokus auf einen anderen Schwerpunkt legt. So steht beispielsweise bei der Figur „Tarik Mansuri“ das Gesicht und der Mantel im Vordergrund, während beim „Gecko Squat“ viel mit Lichteffekten gearbeitet wird oder „After the Battle“ auf die Bemalung eines Modells mit Kampfschäden und Schmutzspuren eingeht. Eine leicht geänderte Vorgehensweise erfordern die drei Büsten, wobei hier vor allem der außerirdische „Preta“ durch einige ungewöhnliche Effekte aus dem Rahmen fällt.
Abgerundet wird der Band durch eine kleine Gallerie mit bemalten und teils umgebauten Miniaturen, die einen Überblick über das Schaffen von Angel Giraldez für Infinity in den letzten Jahren geben.

Die Anwendung der meisten in diesem Buch vorgestellten Techniken setzen einen souveränen Umgang sowohl mit dem Airbrush und als auch mit dem traditionellen Pinsel voraus. Die Grundlagen hierfür werden zwar kurz angesprochen, aber diese Informationen sind, grade für relativ unerfahrene Maler, bei weitem nicht ausreichend. Auch hat nicht unbedingt jeder Gelegenheits-Maler eine High-End-Airbrush-Ausrüstung zu Hause stehen und ist in der Lage diese entsprechend nutzen. So kann schnell die Motivation bei der Bemalung in Frustration umschlagen, wenn die Verläufe nicht so gelingen wollen, wie im Buch gezeigt oder die Lichtpunkte nicht dort sitzen, wo sie eigentlich hin müssen. Doch wie bei so vielen anderen Dingen auch, so hilft hier stetes Üben und nach einer gewissen Zeit dürfte sich tatsächlich eine Verbesserung der eigenen Fähigkeiten einstellen. Viele der Tipps, die Angel Giraldez in seinem Buch gibt, lassen sich nämlich fast problemlos auf die Figuren anderer Hersteller und Genres übertragen und benötigen keine herausragenden künstlerischen Fähigkeiten.
Die Beschränkung auf die Farben des Herstellers Acrylicos Vallejo schränkt zwar etwas ein, hilft dem Maler tatsächlich die hier vorgestellten Farbtöne und Mischungen zu treffen.
Grade bei solch einer Anleitung ist die Qualität der Bilder von besonderer Bedeutung um feinste Farbnuancen unterscheiden zu können. Hier haben sowohl der Fotograf als auch die Druckerei eine sehr solide Arbeit abgeliefert, da wirklich kleinste Details sichtbar sind. Einige der Bilder wirken zwar etwas zu dunkel, aber das lässt sich verschmerzen. Ansonsten lässt sich über Bildauswahl nichts Negatives sagen. Die begleitenden englischen Texte sollten auch für Leser verständlich sein, die nur über Grundkenntnisse dieser Sprache verfügen.

Angel Giraldez Masterclass Volume 1 eignet sich sicherlich nicht für jeden Miniaturenmaler gleichermaßen, aber wer seinen Horizont erweitern möchte kann durchaus einen Blick in dieses Buch riskieren.

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