
Kategorie: Kartenspiel
Autor: Arno Steinwender, Ralf zur Linde
Zeichner: Simon Burmeister
Verlag / Publisher: Abacusspiele
Genre: Kommunikationsspiel, Partyspiel, Ratespiel
Spieleranzahl: 2 bis 6 Spieler
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 20 Minuten
Erscheinungsdatum: 29.01.2026
Sprache: Deutsch
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Von Abacusspiele gibt es schon seit längerem eine sehr beliebte (und umfangreiche) Serie, in der historische Ereignisse in eine Reihenfolge gebracht werden wollen. Daran musste ich sofort bei der Beschreibung des neuen Spiels von Ralf zur Linde und Arno Steinwender denken. In What’s Next?!, mit dem Schwerpunkt „Erfindungen“, ist es die Aufgabe der bis zu sechs Spieler, die zeitlichen Abstände zwischen der Einführung verschiedener technischer Neuerungen einzuschätzen.
Was steckt drin?
In der kleinen, quadratischen Schachtel finden sich insgesamt 80 Karten – eine weitere Karte ist außerhalb der Verpackung befestigt. Die Regeln gibt es in Kartenform, eine Startspieler-Karte gehört ebenfalls zum Spielumfang. Für jeden der bis zu sechs Spieler steht ein „Charaktier“, beispielsweise der Klugelfisch, die Schläue oder den Pfiffifuchs zur Auswahl. Im Fokus stehen jedoch die 69 Karten mit den Erfindungen. Auf der Vorderseite ist der Name des jeweiligen Gegenstandes abgedruckt. Ergänzt wird dies durch eine großformatige Mischung aus Illustration und Piktogramm. Die Bandbreite umfasst dabei so unterschiedliche Dinge wie den Erlenmeyerkolben, Inlineskates, Briefmarken oder Teebeutel. Auf der Rückseite findet sich eine Auflistung alles Gegenstände im Spiel, zusammen mit dem zeitlichen Abstand in Jahren zur Erfindung auf der Vorderseite – wobei hier nicht in „davor“ oder „danach“ differenziert wird.
Eine Startspielerkarte gehört ebenfalls zur Spielausstattung. Die beiliegende Sonderkarte ist mit „Far Away?!“ Betitelt und bringt eine leichte Regelmodifikation ins Spiel. Notizmaterial oder Marker werden zusätzlich benötigt, um den Punktestand festzuhalten.
Wie wird’s gespielt?
Jeder Spieler nimmt sich eines der „Charaktiere“, einer bekommt außerdem die Startspieler-Karte. Sollte die Sonderkarte zum Einsatz kommen, so mischen die Spieler diese mit in den Stapel der Erfindungen.
Fünf Karten werden vom Nachziehstapel gezogen und mit der sichtbaren Vorderseite nebeneinandergelegt. Die oberste Karte vom Stapel, hier als Referenzkarte bezeichnet, dient nun als Ausgangspunkte. Die Spieler überlegen sich, welche der Gegenstände zeitlich am nächsten an der Erfindung liegen und platzieren reihum ihre Charaktiere darunter. Hat sich jeder entschieden erfolgt die Auflösung. Die Referenzkarte wird umgedreht und die Differenzen in den Jahreszahlen miteinander verglichen. Der oder die Spieler, die den kürzesten Abstand gefunden haben, erhalten einen oder zwei Punkte.
Nun wird eben diese Karte abgelegt, die vormalige Referenzkarte kommt nach unten in die Reihe und es gilt die nächste Erfindung auf dem Nachziehstapel zu bestimmen.
Die Runden setzen sich nun so lange fort, bis es einem Spieler gelingt, zehn Punkte zu sammeln. In diesem Fall gewinnt er die Partie.
In der „Speed“-Variante legen die Spieler ihre Charaktere nicht in Reihenfolge ab, sondern jeder so schnell wie er kann.
Die zusätzliche Sonderkarte kehrt die Regeln für einen Durchgang um. In diesem Fall geht es um den größten zeitlichen Abstand.
Kann das Spiel was?
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich, bis auf sehr wenige Ausnahmen, die Erfindungen bei What’s Next?! nicht einordnen konnte. Dadurch war die Bestimmung der zeitlichen Abstände zu einem großen Teil vom Zufall abhängig. Immerhin ging es den Mitspielern ähnlich, so dass sich dies wieder ausgeglichen hat. Die Auflösungen sind meist überraschend und sorgen für häufige Wikipedia-Nutzung am Spieltisch. Dies ist auch mein größter Kritikpunkt am Spiel – es fehlen schlicht die Jahreszahlen, um die Lösungen nachzuvollziehen. Ebenfalls wäre es schön gewesen, zu erfahren, ob beispielsweise die Zahnpastatube fünf Jahre vor oder nach dem Kaugummistreifen das Licht der Welt erblickt hat. So bleibt die Auflösung der zeitlichen Abstände doch meist sehr vage, ohne das sich ein Lerneffekt einstellt.
Die Einstiegshürde ist relativ gering, so dass auch jüngere Spieler und Gelegenheitszocker keine Probleme mit einer Partie haben. Der Ablauf ist ausgesprochen einfach – wobei in meinen Testrunden meist die „Speed“-Variante zum Einsatz kam. Diese sorgt für eine zusätzliche Herausforderung und negiert den Vorteil der längeren Überlegungsmöglichkeiten für spätere Spieler.
Die Illustrationen zeigen die vereinfachten Gegenstände mit einer begrenzten Farbpalette. Diese sind klar erkennbar und lassen sich Dank des hohen Kontrastes schnell erfassen. Die kurzen Regeln liefern auf engem Raum alles Wissenswerte zum Spiel und ergänzen dies sogar zusätzlich durch Beispiele.
Informationen zum Spiel selbst sowie die Anleitung in deutscher und englischer Sprache gibt es auf der Homepage von Abacusspiele. Wer es über den dortigen Web-Shop bestellt, bekommt außerdem noch die Karte mit den Zusatzregeln. Die Autoren haben weitere Themensets zum Spiel angekündigt. Entsprechende Neuheiten veröffentlicht der Verlag ebenfalls zu gegebener Zeit auf der Seite.
Wer ein schnelles, einfaches Wissens- und Schätzspiel sucht, bekommt mit What’s Next?! einen soliden Einstieg in das Genre.
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