Was passiert, wenn ich dran lecke?

23.05.2026 von Marcus Pohlmann

Was passiert, wenn ich dran lecke?

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Spieleranzahl: ab 3 Spieler

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Spieldauer: ca. 30 Minuten

Erscheinungsdatum: 30.01.2026

Sprache: Deutsch

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Nicola Berger, die uns bereits den einen oder anderen Teil der black stories-Serie beschwerte, hat sich mit Lukas Mai zusammengetan und für dieses kommunikative Partyspiel ausnahmsweise auf Mord und Totschlag verzichtet. Herausgekommen ist dabei Was passiert, wenn ich dran lecke? – laut dem Untertitel „Das absurde Party-Rate-Spiel“. Die Veröffentlichung übernehmen moses. aus dem nordrhein-westfälischen Kempen, die damit ihr Programm der Erwachsenen- bzw. Familienspiele weiter ausbauen.

Was steckt drin?

Schon beim ersten Anheben fällt auf, dass die Schachtel ungewöhnlich schwer ist. Dies liegt hauptsächlich an den 75 großen Hinweiskarten im Format 11,8 x 16,8 cm. Auf diesen finden sich insgesamt 24 Hinweise. Diese bestehen manchmal nur aus einem Wort, dann wieder aus mehreren Sätzen. Auch der gesuchte Begriff ist hier abgedruckt – gut versteckt am unteren, rechten Kartenrand. Die Bandbreite erstreckt sich dabei über so unterschiedliche Gegenstände, Orte, Sehenswürdigkeiten oder Personen. Die 23 Fragekarten, durchnummeriert von „2“ bis „24“ entsprechen den Nummern der Hinweise und sind dagegen in einem handlicheren Format gedruckt. Sie beinhalten beispielsweise Fragen wie „Welche Farbe hat es?“, „Passt es durch eine Tür?“ oder „Wie könnte eine Online-Rezension dazu lauten?“.

Der komplette Aufbau

Der komplette Aufbau

Sechs Joker-Karten modifizieren die Herausforderung für die Spieler, da sie die Antworten abändern. So müssen die Worte des Hinweises in umgekehrter Reihenfolge gelesen werden oder alle Hauptwörter werden durch „Muuuh“ ersetzt. Die Regeln finden in der sechsseitigen Anleitung ihren Platz.

Außerdem benötigt jeder Spieler noch Zettel und Stift, um seine Vermutungen, Lösungen und natürlich die Siegpunkte festzuhalten.

Wie wird’s gespielt?

Die Hinweiskarten kommen als gemischter Nachziehstapel in die Tischmitte, die Jokerkarten daneben. Abhängig von der Spielerzahl werden nun zwischen 5 und 9 Fragekarten gezogen. Auch die Spieldauer wird davon bestimmt – pro Spieler wird eine Runde absolviert.

Zu Beginn wird der Hinweisguru ausgewählt. Dieser zieht zwei Joker-Karten, die ihm in der Runde zur Verfügung stehen und eine Hinweiskarte, deren Begriff es zu erraten gilt. Der erste Hinweis, den der Guru gibt, ist immer die Antwort auf die Frage „Was passiert, wenn ich dran lecke?“.

Die Antworten

Die Antworten

Anschließend nimmt sich der erste Spieler eine Fragekarte aus der Tischmitte und liest sowohl die Nummer als auch die Frage vor – die der Hinweisguru entsprechend beantwortet. Nun können die Spieler (müssen aber nicht) versuchen den gesuchten Begriff zu erraten, in dem sie ihn auf den Zettel schreiben und dem Hinweisguru geben.
Ist die Antwort richtig, ist der betreffende Spieler für diese Runde fertig und erhält so viele Punkte, wie offene Fragekarten auf dem Tisch liegen. Bei einer falschen Antwort gibt es noch einen zweiten Versuch – erst dann scheidet der Spieler für die laufende Runde aus. Nun ist der Nächste an der Reihe eine Frage vorzulesen. Dies wird so lange fortgesetzt, bis entweder alle den gesuchten Begriff gefunden haben, ausgeschieden sind oder nur noch eine Karte übrig bleibt. In den letzten beiden Fällen bekommt der Hinweisguru die Mitspieleranzahl als Punkte gut geschrieben.
Danach wechselt die Rolle des Gurus und der nächste Durchgang beginnt.

Merkwürdige Fragen

Merkwürdige Fragen

Es gewinnt, wer am Ende die meisten Punkte gesammelt hat.

In einer Spielvariante mit größerer Spieleranzahl versuchen sie gemeinsam den gesuchten Begriff zu finden. Hier kommen keine Joker-Karten zum Einsatz.

Kann das Spiel was?

Den Grundeinsatz von Was passiert, wenn ich dran lecke? finde ich durchaus originell – auch die Umsetzung ist gut gelungen. Die Antworten sind nicht offensichtlich und können meist vielfältige Interpretationsmöglichkeiten haben. Und durch geschickte Einsätze der Joker-Karten kann der Hinweisguru seinen Mitspielern das Leben deutlich erschweren. Dabei macht die Raterei ziemlich viel Spaß – sowohl einzeln, als auch in der kooperativen Variante. Die gesuchten Begriffe decken eine recht große Bandbreite ab; durch die zufällige Auswahl der Fragen ergeben sich so einige unterhaltsame und kommunikative Runden. Sind die Karten irgendwann alle durchgespielt und bekannt, dürfte es allerdings deutlich einfacher werden. Damit eignet sich das Ratespiel sehr gut für die gelegentliche Runde zwischendurch – als abendfüllende Beschäftigung dürfte es schnell langweilig werden.

Die Joker

Die Joker

Die Gestaltung konzentriert sich voll auf die Texte, lediglich die Schachtel-Illustration zieht sich als Hintergrund durch alle Karten. Die Fragen sind auch ohne Sehhilfe gut lesbar, bei den Antworten hilft die farbige Unterlegung für eine bessere Übersichtlichkeit. Einzig der gesuchte Begriff ist durch die relativ geringe Schriftgröße und den schwachen Kontrast kaum sichtbar. Die sehr großzügig gestaltete Anleitung führt die Spieler verständlich durch die Abläufe, so dass die Vorbereitungen und das Regelstudium nur wenige Augenblicke benötigen.

Einen ersten Überblick und die harten Fakten über das Spiel gibt es auf der Homepage vom moses.-Verlag. Wer mag kann hier auch einen Blick auf die anderen Spiele der beiden Autoren werfen.

Mit seiner originellen Grundidee und der zufälligen Kombination an Fragen und Begriffen liefert Was passiert, wenn ich dran lecke? ein sehr schönes Beispiel für ein gelungenes, spaßiges Quiz- und Ratespiel.

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