Warhammer Underworlds: Shadespire

14.10.2018 von Marcus Pohlmann

Warhammer Underworlds: Shadespire

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Spieleranzahl: 2 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 12 Jahre

Spieldauer: ca. 30 Minuten

Erscheinungsdatum: 16.01.2017

Sprache: Deutsch

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Nachdem sich der britische Tabletop-Riese Games Workshop lange Zeit nur auf Spielsysteme mit Massenkampf, also einer großen Figurenanzahl, konzentriert hat, erfolgte in den vergangenen Jahren ein Umdenken. Mittlerweile haben die sogenannten Skirmish-Systeme, bei denen jeder Spieler nur eine Handvoll Miniaturen benötigt, viel mehr an Bedeutung gewonnen. In eben jene Kategorie fällt auch das vorliegende Warhammer Underworlds: Shadespire bei dem zwei oder mehr Spieler ihre Kriegerscharen auf einem fest definierten Spielfeld gegeneinander antreten lassen. Angesiedelt in einem alternative Teil des Warhammer-Universums, der Gespiegelten Stadt, gilt es Missionen zu erfüllen, strategisch wichtige Punkte zu besetzen und schließlich mehr Siegpunkte als der Mitspieler zu erringen.

Ein Blick in die recht kompakte Schachtel zeigt zwei doppelseitig bedruckte Bodenpläne. Diese sind in Hexfelder aufgeteilt; auch bestimmte Geländemerkmale wie Hindernisse sind aufgedruckt. Auf drei Stanzbögen finden sich die Missionsmarker, die es im Spielverlauf zu sichern gilt, Marker um Zugreihenfolge und Spieleffekte festzuhalten. Auch Ruhmespunkte für erfüllte Missionen und Wundenmarker, um den Gesundheitszustand der Figuren zu dokumentieren, sind vorhanden. Die acht Miniaturen teilen sich in zwei Fraktionen auf. Drei Stormcast Eternal, schwer gepanzerte, heroische Ritter, und fünf Khorne Bloodbound, chaotische Barbaren mit einem Hang zu Äxten und Schädeln, sind aus verschiedenfarbigem Kunststoff gegossen. Dazu gehört eine thematische passend gestaltete Base. Für jede diese Figuren gibt es eine doppelseitige Karte, auf der neben einer Illustration, der Abbildung der tatsächlichen Figur und einem kurzen Flufftext die Spielwerte angegeben sind. Bewegung, Verteidigungswert, Lebenspunkte und Fraktionszugehörigkeit sind direkt auf die Figur bezogen. Auch für die Bewaffnung gibt es drei Angaben: Reichweite, die Anzahl der zu verwendenden Angriffswürfel und den Schaden, den ein erfolgreicher Angriff verursacht. Erfüllt eine Figur bestimmte Bedingungen, so ist sie “Angespornt” und die Karte wird umgedreht, was meist verbesserte Werte oder neue Fähigkeiten mit sich bringt. Hinzu kommen 36 Missionskarten, teils fraktionsspezifisch, teils allgemein gehalten sowie 60 Kraftkarten. Diese können im Verlauf einer Partie gespielt werden und bringen weitere permanente oder einmalige Vorteile, beispielsweise die Möglichkeit Würfel zu wiederholen, Boni bei Bewegung, Angriff oder Lebenspunkten. Auch können die Figuren mit diesen Karten im Spielverlauf neue Waffen und Kampfmanöver erhalten. Fünf sechsseitige Angriffs- und drei Verteidigungswürfel kommen bei der Spielmechanik zum Einsatz. Statt der Zahlen gibt es auf den Seiten verschiedene Symbole, für erfolgreiche Attacken oder Verteidigungen, Kritische Erfolge oder Unterstützungen. Ein Übersichtsbogen mit den grundlegenden Spielregeln, eine Kurzanleitung zum Zusammenbau der Figuren und die 32seitige Anleitung vervollständigen das Spielmaterial.
Für die Spielvorbereitung wählt jeder Spieler seine Kriegerschar mit den dazugehörigen Figuren und Kämpferkarten aus. Zusätzlich muss er sich aus den vorhanden Karten ein Deck mit 12 Missionszielen zusammenstellen, sowie eines, das aus mindestens 20 Kraftkarten besteht. Ein Würfelwurf entscheidet über die Platzierung der beiden Spielpläne. Diese können beliebig aneinander gelegt werden, solange sie sich mit mindestens drei Hexfelder überschneiden. Missionsmarker werden entsprechend auf das Spielfeld gelegt und jeder Spieler zieht drei Missions- sowie fünf Kraftkarten. Schließlich werden die Figuren platziert und der Startspieler bestimmt.
Eine Partie Warhammer Underworlds: Shadespire wird über drei Runden gespielt, die sich wiederum in zwei Phasen aufteilen. In der Aktionsphase stehen dem Spieler vier Aktivierungen zur Verfügung, beispielsweise kann er eine Figur um die entsprechende Anzahl an Hexfeldern bewegen. Ist ein Gegner in Reichweite, kann dieser auch attackiert werden. Dazu nimmt der Spieler die durch die Waffe festgelegte Anzahl Angriffswürfel – Kraftkarten oder die Fähigkeiten mancher Figuren modifizieren diesen Wert zusätzlich. Der angegriffenen Figur stehen entsprechend ihrem Wert Verteidigungswürfel zur Verfügung. Jeder so nicht verteidigte Treffer verursacht Schaden in Höhe der angegebenen Waffenstärke. Verliert eine Figur ihren letzten Lebenspunkt, so wird sie vom Spielfeld entfernt. Außerdem können Aktivierungen genutzt werden, um besondere Aktionen ausführen oder eine Kraftkarte vom Stapel nachzuziehen. Hat ein Spieler eine Aktivierung abgehandelt, haben nun beide Spieler die Möglichkeit Kraftkarten auszuspielen. Danach ist der nächste Spieler an der Reihe. Haben alle Spiele ihre Aktivierungen abgehandelt, beginnt die Endphase. Hier legen die Spieler erfüllte Missionskarten ab und erhalten die entsprechende Anzahl an Ruhmespunkten und können Verbesserungskarten auf ihre Figuren spielen.
Der Spieler, der am Ende der dritten Runde die meisten Ruhmespunkte gesammelt hat, gewinnt die Partie.
Darüber hinaus enthält die Anleitung noch Regeln für Schlachten mit drei oder mehr Spielern. Ein besonderes Augenmerk legen Games Workshop außerdem auf die Turnierregeln – sogar ein „Organised Play“-Konzept wurde für das Spiel entwickelt.

Im Grunde genommen, ist Warhammer Underworlds: Shadespire erstaunlich einfach aufgebaut. Der grundlegende Spielmechanismus dreht sich lediglich darum, mehr Erfolge als der Mitspieler zu würfeln. Allerdings machen drei Dinge dieses Unterfangen recht reizvoll: zum einen ist es die eingeschränkte Anzahl der Aktivierungen, die es unmöglich macht, die gegnerischen Truppen einfach zu überrennen – die Spieler müssen permanent ihre Prioritäten neu ausrichten und auf veränderte Bedingungen reagieren. Zum anderen ist es die Zusammenstellung der Missionskarten, durch die jede Fraktion ihre eigenen Stärken nutzen kann. Der für mich wichtigste Punkt und das Highlight des Spiels ist jedoch die Auswahl und der Einsatz der Kraftkarten. Dadurch lassen sich die Möglichkeiten der Figuren sehr genau an den eigenen Spielstil anpassen, halten aber auch genügend taktische Optionen bereit um abwechslungsreiche Spiele zu erlauben und den Gegner mit einem völlig neuen Konzept zu überraschen. Auch Partien mit mehreren Spielern oder in einem Turnierformat lassen sich hier erstaunlich gut umsetzen. Games Workshop ist es gelungen, ein Spiel zu schaffen, das sowohl ausgesprochen einsteigerfreundlich ist, aber auch erfahrenen Spielern genügend Herausforderungen bietet. Zudem sind keine unverhältnismäßig hohen Investitionen nötig und jede Partie spielt sich, Dank der flexiblen Kartenauswahl, völlig anders.
Die Illustrationen, vor allem auf den Karten, sind erstaunlich finster und gewalttätig gehalten, wirken aber im Kontext des Hintergrundes ausgesprochen stimmig. Die Anleitung setzt in erster Linie auf Abbildungen der Spielsituationen, was es auch Neulingen einfach macht den Abläufen zu folgen und einen schnellen Start ins Spiel ermöglicht. Ein Glossar und eine Regelübersicht erleichtern die Orientierung weiter. Die Figuren sind erstaunlich detailliert und, im Falle der Bloodbound, sehr dynamisch modelliert – auch der Guss ist hervorragend gelungen und nur wenige Grate müssen vor dem Zusammenbau entfernt werden. Hier wurde seitens des Verlages ebenfalls darauf geachtet, den Einstieg ins Spiel so einfach wie möglich zu machen.
Umfangreiche Informationen zum Spiel (in Englisch) gibt es auf der eigens dafür angelegten Homepage. Unter anderem auch mit Malanleitungen, Tipps zur Deckzusammenstellung und zu Turnieren.

Warhammer Underworlds: Shadespire ist ein einfaches, ausgesprochen gelungenes Spiel mit erstaunlich viel Tiefgang – nicht nur für Leute, die ins Tabletop-Genre reinschnuppern wollen.

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