Warhammer 40.000 – Erstschlag

05.03.2019 von Marcus Pohlmann

Warhammer 40.000 - Erstschlag

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Spieleranzahl: 2 Spieler

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Spieldauer: 30 bis 60 Minuten

Erscheinungsdatum: 12.07.2017

Sprache: Deutsch

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Als das letzte Mal das SciFi-Tabletop Warhammer 40.000 bei mir auf den Spieltisch kam, war es in der dritten Edition. 20 Jahre und fünf Editionen später liegt nun mit Erstschlag ein Starterset für zwei Spieler vor mir. In die kleine Schachtel hat der britische Hersteller Games Workshop Figuren zweier unterschiedlicher Fraktionen gepackt – der (eigentlich obligatorischen) Space Marines vom Orden der Ultramarines und die Diener des Seuchengottes Nurgle.

Was steckt drin?

In der Schachtel liegt ein 60seitiges Heft, das als Einleitung dient. Dort findet der Leser Informationen zu den beiden, in der Box enthaltenen, Fraktionen und eine Übersicht des Spieluniversums. Einige grundlegende Informationen zur Miniaturenbemalung stehen hier ebenfalls. Der zweite Teil des Bandes ist vier Szenarien vorbehalten, die den Leser langsam in die Spielmechaniken einführen. Detaillierter wird auf die Abläufe dann im zweiten Heft, den 28seitigen Grundregeln, eingegangen. Ein weiteres Heft erklärt den Zusammenbau der Figuren, während vier Datenblätter alle Informationen für die Einheiten der Box beinhalten. Jede Figur verfügt über neun Attribute, beispielsweise ihre Bewegungsreichweite (in Zoll), das Geschick mit Nah- und Fernkampfwaffen oder den Moralwert.

Die Truppen stehen sich gegenüber...

Die Truppen stehen sich gegenüber…

Hinzu kommen die Werte der Bewaffnung und etwaige Sonderfähigkeiten. Die Trupps der Space Marine Primaris Intercesors und der Reivers bestehen jeweils aus drei Figuren, die sich in der Bewaffnung unterscheiden. Diesen stehen drei Plague Marines der Death Guard gegenüber, die dem Chaosgott Nurgle huldigen. Sechs Poxwalkers, verseuchte, mutierte Kreaturen bilden die letzte Einheit.
Das restliche Spielmaterial besteht aus sechs sechsseitigen Würfeln, einer Messhilfe, einem kleinen Bogen mit Transferbildchen, dem doppelseitig bedruckten Spielplan, sowie einem Papp-Container als Geländestück.

Wie wird’s gespielt?

Vor dem eigentlichen Spiel müssen die mehrteiligen Figuren aus dem Gussrahmen gelöst und zusammengesteckt werden – kleben ist nicht zwingend erforderlich. Die Spieler sollten sich zuerst durch die vier “Trainings-“Szenarien spielen, um sich mit den einzelnen Abläufen vertraut zu machen. Danach sollten die eigentlich Regeln folgen.
Eine Spielrunde teilt sich in insgesamt sechs Phasen auf. Zuerst handelt ein Spieler seine möglichen Aktionen in einer Phase mit seinen Einheiten ab – danach folgt der nächste Spieler. Hat dieser auch alle Phasen durchlaufen, beginnt eine neue Runde.

In der Bewegungsphase ziehen die Spieler ihre Figuren entsprechend ihrem Bewegungswert (in Zoll) über das Spielfeld. Fähigkeiten, Gelände oder andere Regeln wirken sich auf die Reichweite aus. Sollten einer oder beide Spieler über Psioniker verfügen, so setzen diese ihre Fähigkeiten in der folgenden Psiphase ein. Danach schließt sich die Fernkampfphase an. Dabei wählt ein Spieler ein Ziel für seine Einheit aus, entscheidet sich, welche Waffen er einsetzt und wirft eine entsprechende Anzahl an W6 für den Trefferwurf. Jeder Würfel, dessen Wurfergebnis den Fernkampfwert erreicht oder übertrifft, zählt als Treffer. Der folgende Verwundungswurf legt fest, ob der Treffer das Ziel auch tatsächlich verletzt.

Ultramarines - ein Klassiker

Ultramarines – ein Klassiker

Das benötigte Wurfergebnis ergibt sich dabei aus der Stärke der verwendeten Waffe und dem Widerstandswert des Ziels. Für jeden Treffer, der auch verwundet hat, steht dem angegriffenen Modell noch ein Rüstungswurf zu. Erst wenn auch dieser Wurf nicht erfolgreich ist, verursacht ein Treffer auch Schaden. Die Höhe des Schadens wird anschließend auf die Figuren der angegriffenen Einheit verteilt. Modelle, die ihren letzten Lebenspunkt verlieren, werden aus dem Spiel entfernt. Der Nahkampf besteht eigentlich aus zwei Phasen: In der Angriffsphase bewegt sich die Einheit 2W6 Zoll auf eine gegnerische Einheit zu. Diese kann darauf mit einem Fernkampfangriff reagieren. Die Nahkampfphase wird ebenso abgehandelt wie der Fernkampf mit Treffer- und Verwundungswürfen, etwaigen Rüstungswürfen und der Verteilung der tatsächlichen Treffer. Zum Abschluss einer Spielrunde müssen Einheiten, die Verluste erlitten haben, einen Moraltest ablegen. Scheitert dieser, fliehen einige oder alle verbliebenen Modelle und werden aus dem Spiel entfernt.

Gespielt wird so lange, bis das Missionsziel erfüllt wurde, die Rundenbegrenzung erreicht ist oder eine Armee ausgelöscht wurde. Die Spieler erhalten abschließend noch für bestimmte erfüllte Bedingungen Siegpunkte. Der Spieler, dem es gelingt, die meisten Siegpunkte zu sammeln, gewinnt.

Kann das Spiel was?

Die Möglichkeiten mit dieser relativ kleinen Figurenauswahl sind zwar etwas begrenzt, aber interessierte Spieler bekommen hier einen sehr guten ersten Einblick von den Möglichkeiten des Spielsystems. Vor allem die Erklärungen in den beiden Heften machen es Neulingen sehr einfach, sich in die Spielmechaniken einzuarbeiten. Natürlich ist Warhammer 40.000 – Erstschlag darauf ausgelegt, dass die Spieler ihren Miniaturenfundus weiter ausbauen – was auch durchaus legitim ist. Obwohl das System in den letzten Jahren zahlreiche Änderungen durchgemacht hat, ist es immer noch eindeutig als Warhammer 40.000 zu erkennen. Auch Kritikpunkte wie beispielsweise die relativ starre Aktivierung der Einheiten und Kämpfe, die gelegentlich in Würfelorgien ausarten, sind weitgehend gleich geblieben. Doch trotz dieser (zumindest aus meiner Sicht) Schwächen bekommen die Spieler hier einen soliden Einstieg in eines der am besten ausgearbeiteten Spieleuniversen und das Tabletop-Hobby.

Die Horden von Papa Nurgle

Die Horden von Papa Nurgle

Die Miniaturen, die Games Workshop hier abliefert, können sich durchaus sehen lassen. Der Detailgrad ist erstaunlich hoch und der Guss (von einem kleinen Grat abgesehen) ausgesprochen sauber. Das Design der Figuren ist nicht übermäßig dynamisch – was allerdings in erster Linie den Fraktionen geschuldet sein dürfte. Auch die Aufmachung der beiden Regelhefte ist gelungen. Zahlreiche Illustrationen und Fotos lockern die Texte auf. Diese sind verständlich und klar strukturiert geschrieben und führen den Spieler Schritt für Schritt in die Regeln ein.
Viel mehr Informationen zum Spieleuniversum, den verschiedenen Fraktionen und weiteres Material bekommt der interessierte Leser auf der Homepage von Games Workshop.

Die Box Warhammer 40.000 – Erstschlag bietet einen ausgesprochen einsteigerfreundlichen (und zudem kostengünstigen) Start in dieses SciFi-Tabletop.

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