Villainous

16.04.2019 von Marcus Pohlmann

Villainous

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Spieleranzahl: 2 bis 6 Spieler

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Spieldauer: 40 bis 120 Minuten

Erscheinungsdatum: 12.02.2019

Sprache: Deutsch

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Für mich sind die Bösewichter in Disney-Filmen schon immer viel interessanter als die strahlenden Helden gewesen – die Spieledesigner von Prospero Hall sehen dies wohl sehr ähnlich. Daher haben sie mit Villainous ein Spiel für die Spieleschmiede Wonder Forge entworfen, bei dem die wohl sechs fiesesten Schurken gegeneinander antreten. Ravensburger veröffentlichen diesen Wettkampf quer durch die Zeichentrick-Geschichte für den heimischen Markt.

Was steckt drin?

Das Autoren-Team hat sich für dieses Spiel sechs bekannte Zeichentrick-Antagonisten herausgepickt. Als Ursula, Prinz John, Käpt’n Hock, die Herzkönigin, Dschafar oder Malefiz muss jeder Spieler beweisen, dass alleine er (oder sie) der allerböseste Fiesling ist. Jeder Charakter verfügt über eine Spielfigur, ein kleines Handbuch mit taktischen Hinweisen sowie zwei Kartendecks mit 30 Bösewicht-Karten und 15 Schicksals-Karten. Außerdem gehört noch eine Spielertafel zur Ausstattung. Diese listet die Siegbedingungen des Charakters auf, beispielsweise muss Prinz John Macht anhäufen, Malefiz Flüche aussprechen oder Dschafar die Wunderlampe in seinen Palast bringen UND Dschinni hypnotisieren.

Wer ist hier gemein?!?

Darüber hinaus hat jede Tafel vier charakteristische Regionen aus dem jeweiligen Film, wie Ursulas Höhle, die Jolly Roger, Sherwood Forest oder das Haus des weißen Kaninchens. An jedem dieser Orte sind mehrere Aktionsmöglichkeiten aufgelistet, die ein Spieler in seinem Zug nutzen kann. 80 Machtchips dienen als Ressource, zusätzlich gibt es Marker für Spieleffekte, sechs Spielhilfen und einen Kunststoff-Kessel. Außerdem liegt noch die zwölfseitige Anleitung in der Schachtel.

Wie wird’s gespielt?

Jeder Spieler wählt seinen Lieblingsbösewicht aus, liest sich die Siegbedingungen durch und platziert die Schicksals- und Bösewicht-Karten neben dem Spielplan. Schließlich erhalten die Spieler noch Machtchips und ziehen vier Bösewicht-Karten auf die Hand.
Ist ein Spieler an der Reihe, so bewegt er seine Figur auf ein beliebiges Feld seiner Spielertafel. Hier hat er die Möglichkeit, einige oder alle der abgebildeten Aktionen zu nutzen. Insgesamt gibt es acht verschiedene Aktionen, die unterschiedlich verteilt sind. Spieler können beispielsweise eine gewisse Anzahl Machtchips ziehen oder Handkarten abwerfen. Auch hat ein Spieler die Möglichkeit, eine seiner Karten auszuspielen. Dies kostet in der Regel Machtchips und erlaubt es, Handlanger, Gegenstände oder Ereignisse einzusetzen. Manche davon ermöglichen wiederum zusätzliche Aktionen, bringen Boni oder lassen den Spieler die Kartendecks durchsuchen.

Ein hartes Stück Arbeit

Ein hartes Stück Arbeit

Wählt ein Spieler die Aktion “Schicksal”, zieht er vom Schicksals-Deck eines Mitspielers zwei Karten, wirft eine davon ab und spielt die zweite Karte aus. Handelt es sich um einen Helden oder einen Gegenstand, legt er sie auf die Spielertafel des Mitspielers. Zusätzlich zu den sonstigen Auswirkungen werden damit auch Aktionen für diesen Spieler blockiert. Mit einer anderen Aktion lassen sich Helden wiederum bekämpfen. Dazu wird die Stärke der ausliegenden Handlanger und des Helden an dem Ort verglichen. Sind die Schergen des Schurken stärker, wird der Held abgelegt. “Bedingungen” werden dagegen im Zug eines Mitspielers ausgespielt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Hat ein Spieler seine Aktionen ausgeführt, ist der nächste am Zug.
Gelingt es einem Spieler, das Spielziel seines Bösewichtes zu erfüllen, endet die Partie sofort mit seinem Sieg.

Kann das Spiel was?

Villainous nimmt fiese Disney-Schurken und baut um diese herum ein interessantes Spielkonzept. Jede Figur unterscheidet sich erheblich in Vorgehensweise, den zur Verfügung stehenden Aktionen, Mechanismen und Siegbedingungen. Auch Schicksals- und Bösewicht-Karten sind völlig individuell, setzen allerdings sehr gelungen die jeweilige Filmthematik um. Beispielsweise reduziert Robin Hood die Machtchips von Prinz John, Malefiz verwandelt sich in einen Drachen um Helden zu besiegen oder Prinzessin Jasmin reduziert die Handkarten Dschafars. Dies macht das Spiel, auch nach mehrmaligem Spielen, sehr abwechslungsreich und spannend. Wichtig ist dabei natürlich, die Mitspieler nach Kräften an der Erfüllung ihrer Mission zu hindern – was bei diesen Fieslingen jedoch unbedingt dazu gehört.

Das Böse siegt immer!

Das Böse siegt immer!

Die Kartenillustrationen nutzen Abbildungen aus den Filmen. Das restliche Design des Spielmaterial unterscheidet sich stark und wurde an die jeweilige Figur angepasst. Alleine die Gestaltung der Schachtel macht das Spiel zu einem echten Hingucker. Das Spielmaterial ist durchweg hochwertig, durchdacht und bietet absolut keinen Anlass zur Kritik. Die Anleitung geht ausführlich auf die verschiedenen Spielabläufe ein. Auch an ein Glossar und ein FAQ wurde gedacht. Die Bösewicht-Handbücher liefern den Spielern zusätzlich Hinweise, wie sie ihr Spielziel erreichen können.
Mehr Informationen zum Spiel gibt es auf der Homepage von Ravensburger, einen netten, kleinen (wenn auch nicht sehr aussagekräftigen) Trailer kann man sich HIER anschauen.

Villainous ist ein großartiges Spiel für Fans der Zeichentrickfilme – aber auch Freunde ungewöhnlicher, spannender und ein klein wenig böser Strategie-Spiele kommen hier voll auf ihre Kosten.

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