Unicorn Fever

04.07.2021 von Marcus Pohlmann

Unicorn Fever

Kategorie:

Autor: ,

Zeichner:

Entwickler:

Verlag / Publisher:

Genre: ,

Spieleranzahl: 2 bis 6 Spieler

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Spieldauer: ca. 40 Minuten

Erscheinungsdatum: 05.02.2021

Sprache: Deutsch

Bei Amazon bestellen

Der Frage, was Fantasy-Wesen machen, wenn sie nicht durch verwunschene Wälder tollen oder Verliese bevölkern gehen HeidelBÄR Games nach. Bis zu sechs Spieler versuchen in Unicorn Fever auf den Gewinner des Rennens über den Regenbogen zu wetten. Das Spiel, von Horrible Guild entwickelt, kombiniert dabei Bluff-, Strategie- und klassisches Rennspiel vor einem skurrilen Fantasy-Hintergrund.

Was steckt drin?

Im Zentrum von Unicorn Fever steht das großformatige Spielbrett. Dieses ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt – den größten Teil nimmt dabei die eigentliche Rennstrecke ein. Diese besteht aus sechs Bahnen in Regenbogenfarben mit einem Platz für die Karte des jeweiligen Einhorns. Daneben gibt es ausreichend Ablageflächen für zahlreiche weitere Karten und Marker. Die über 120 Karten teilen sich in verschiedene Kategorien auf. Zum einen sind dies die sechs Einhornkarten mit Name und Illustration des Fabeltieres. Eine Seite zeigt es in seinem Normalzustand, die andere in „fiebriger“ Form – im Endeffekt eine Sonderfähigkeit. Mit den 23 Bewegungskarten lässt sich die Geschwindigkeit der Einhörner und so das Rennen ermitteln. Auch die 44 Zauberkarten haben Auswirkungen auf den Spielverlauf. Sie können Figuren verlangsamen oder beschleunigen oder Auswirkungen auf die Wetten haben. 40 Vertragskarten mit verschiedenen Fantasy-Rassen, wie beispielsweise Wichtel, Goblins oder Feen, gehören ebenfalls zum Material.

Los gehts!

Los gehts!

Sollten die Spieler finanzielle Hilfe benötigen, können sie sich eine der zehn Darlehenskarten holen. Neben den Karten gibt es für die Einhörner Kunststoff-Figuren und farbige Basen. Zahlreiche Papp-Marker für verschiedene Spielmechanismen liegen ebenfalls bereit, so die Wett- und Aktionsmarker. Ruhm- und Goldmarker zeigen den Erfolg eines Spielers an; außerdem sind weitere Marker, beispielsweise für den Startspieler, enthalten. Zwei sechsseitige Sprint-Würfel mit Farbmarkierungen und die, mit 20 Seiten recht umfangreiche, Anleitung vervollständigen die Spielausstattung.

Wie wird’s gespielt?

Für den Spielaufbau wird der Rennanzeiger auf dem ersten Feld platziert. Darlehenskarten, Gold- und Ruhmmarker kommen in Griffweite. Jeder Spieler erhält 20 Gold als Startkapital und fünf Zauberkarten. Sowohl aus den restlichen Zauberkarten, den Bewegungskarten und den Vertragskarten werden Nachziehstapel gebildet. Die Einhörner bekommen eine farbige Base, entsprechend der Bahn der Rennstrecke. Bei Spielbeginn bestimmt der Zufall über die Gewinnquoten, während sich die Spieler reihum den Besitzmarker für das Einhorn mit der niedrigsten Quote nehmen. Der Aufbau für zwei und sechs Spieler unterscheidet sich davon ein wenig. Schlussendlich erhält der Startspieler die beiden Sprintwürfel, und die Partie kann beginnen.

Unicorn Fever wird über vier Runden (die Rennen) gespielt. Dabei teilt sich jede wiederum in drei Phasen auf, die nacheinander durchlaufen werden. In der Planungsphase nutzen die Spieler drei Aktionsmarker. Beispielsweise gibt es die Möglichkeit Zauberkarten auszuspielen, Verträge oder Wetten abzuschließen, sich den Startspielermarker zu nehmen oder Gold und Ruhm zu erhalten. Danach folgt die Rennphase. Hier werden alle in der vorherigen Phase gespielten Zauberkarten aufgedeckt und die Bewegungskarten gemischt. Anschließend beginnt das eigentliche Rennen. Dieses besteht aus einer Anzahl von Renndurchgängen, die sich ebenfalls wieder in drei Phasen aufteilen. Zu Beginn wird die oberste Bewegungskarte aufgedeckt und alle Einhörner auf der Rennstrecke gezogen. Die Bewegungsweite richtet sich dabei nach der jeweiligen Gewinnquote und liegt zwischen „0“ und „4“ Feldern. Der Startspieler wirft anschließend die beiden Sprint-Würfel. Die Einhörner mit den entsprechenden Farben ziehen noch ein weiteres Feld. Erreicht oder überschreitet eine Figur die Ziellinie, endet das aktuelle Rennen.

Verträge sind sehr nützlich

Verträge sind sehr nützlich

Jede Runde endet mit der Ergebnisphase. In dieser erhalten die Spieler Gold und Ruhm für gewonnene Wetten (Sieg oder Platz). Außerdem müssen sie Steuern (in Gold) zahlen. Anschließend werden die Gewinnquoten angepasst und neue Verträge aufgedeckt. Danach beginnt die nächste Runde.
Sind alle vier Rennen abgewickelt erfolgt die Endabrechnung. Zuerst müssen die Spieler ihre Darlehen ablösen. Eventuell übriges Gold darf anschließend in Ruhm eingetauscht werden. Am Ende gewinnt der Spieler mit dem meisten gesammelten Ruhm.

Kann das Spiel was?

Auf den ersten Blick wirkt Unicorn Fever vielleicht etwas einschüchternd. Die vielen Komponenten und die verschiedenen Teile der Spielmechanik machen einen komplexen Eindruck. Dieser täuscht allerdings – schon nach der ersten Runde sind die Abläufe und deren Auswirkungen ersichtlich. Durch das zufällige Aufdecken der Bewegungskarten, die Zauber und die Fieber-Effekte der Einhörner ist das Spiel recht zufallsabhängig. Eine vorausschauende Planung oder gar eine Strategie entfallen daher fast vollständig. Stattdessen müssen sich die Spieler darauf konzentrieren, den Rennablauf so gut es geht zu manipulieren. Grade der Bewegungsmechanismus, bei dem das letzte Einhorn einen Bonus bekommt, hat mir sehr gut gefallen.

Zauber für jede Gelegenheit

Zauber für jede Gelegenheit

Zwar ist es schön, wenn das eigene Einhorn gewinnt – dies gibt eine kleine Gold-Prämie. Viel mehr Geld (und vor allem Ruhm) lässt sich jedoch mit den erfolgreichen Wetten verdienen. Dabei ist es völlig egal, wem das Einhorn gehört. Ab vier Spieler wird das Rennen interessant und es herrscht Bewegung auf dem Plan. Die besten Erfahrungen haben wir in den Testrunden mit fünf und sechs Spielern gemacht. In diesem Fall ist es deutlich schwieriger zu planen, allerdings macht das Chaos auf der Rennstrecke mehr Spaß. Der Ablauf, selbst mit voller Spielerzahl, ist recht schnell und unkompliziert. Eine Partie dauert selten länger als eine Stunde.

Kickstarter- und Spielversion

Kickstarter- und Spielversion

Giulia Ghigini setzt bei den zuckersüßen Illustrationen auf bunte Pastellfarben, Regenbogen und einen hohen Niedlichkeitsfaktor. Dies steht dem Spiel hervorragend und passt zur märchenhaften Einhorn-Thematik. Neben der Farbwahl unterstützen die comichaften Figuren diesen Eindruck weiter. Die Anleitung geht auf jeden Aspekt des Spiels ausführlich ein und führt den Leser problemlos durch die Regeln. Die Kartentexte sind selbsterklärend und erfordern keine gesonderte Erläuterung. Das Inlay der Schachtel besteht aus tiefgezogenem Kunststoff, der genug Platz für alle Komponenten bietet. Zipp-Beutel sorgen dafür, dass nichts verloren geht. Auch für die Erweiterung Unicorn Fever: Royal Hooves ist noch ausreichend Raum!

Auf der Seite von HeidelBÄR Games gibt es neben der Anleitung in Form eines PDF auch den Trailer für das Einhorn-Rennen. Im dortigen Shop können interessierte Spieler die Erweiterung, sowie einige Elemente aus der dazugehörigen Kickstarter-Kampagne erwerben. Beispielsweise gibt es extra-große, bemalte Einhörner, eine Spielmatte oder Marker in Kunststoff, Metall und Holz. Mehr Bildmaterial, die Anleitung in weiteren Sprachen und eine kurze FAQ finden sich bei Horrible Guild.

Wer auf der Suche nach einem unkomplizierten, überdrehten Rennspiel ist und keine knallbunten Illustrationen scheut, für den ist Unicorn Fever genau richtig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.