
Kategorie: Brettspiel
Autor: Scott Almes
Zeichner: Ian Rosenthaler, Susie O'Conner
Entwickler: Gamelyn Games, Tabletop Tycoon
Verlag / Publisher: Asmodee
Genre: Horror, Kooperativ, Strategie, Worker Placement
Serie: Tiny Epic
Spieleranzahl: 1 bis 4 Spieler
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Spieldauer: 45 bis 60 Minuten
Erscheinungsdatum: 29.01.2025
Sprache: Deutsch
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Zeitgleich mit dem Grundspiel habe ich mir vor kurzem die Erweiterung Tiny Epic Cthulhu – Cult of Chaos beim Spiele-Dealer meines Vertrauens zugelegt. Nach einigen Partien und etwas Spielerfahrung war es nun schließlich an der Zeit, diese mit zu integrieren. Die ausführliche Rezension von Tiny Epic Cthulhu, einschließlich Ausstattung und Abläufen findet sich HIER. Ursprünglich stammt die gesamte Serie vom US-amerikanischen Verlag Gamelyn Games. Asmodee bringen ausgewählte Teile der Reihe in deutscher Version auf die heimischen Spieltische.
Was steckt drin?
Die Schachtel hat ähnliche Abmessung wie Tiny Epic Cthulhu, ist aber etwas flacher. Auch hier findet sich umfangreiches Spielmaterial, welches zuerst gesichtet werden sollte. Zwei neue Locations, die Sternwarte und der Schrein, kommen im bereits bekannten Design. Die beidseitig bedruckten Örtlichkeiten verfügen über zwei unterschiedliche Sonderregeln. Vier weitere Charaktere stellen sich der Bedrohung durch den Mythos entgegen. Neben dem Ermittlertableau gehört auch ein entsprechender Holzaufsteller zur Ausstattung. Die Kultistin bekommt beispielsweise Tentakel als Belohnung für den Kampf gegen Schlurfer, der Student hat Vorteile im Umgang mit dem Necronomicon. Die Jägerin kann dagegen gut kämpfen, während es dem Astronom leichter fällt, Tentakel einzusammeln.
Eine neue Bedrohung geht von vier Großen Alten aus, die nun die Stadt heimsuchen: Dagon, Atlach-Nacha, Basatan und Mormo. Jede dieser Kreaturen kommt mit einem Tableau, einer Figur und verfügt über besondere Fähigkeiten. So weit unterscheidet sich das Material nicht vom Grundspiel. Wirklich neu und mit einer eigenen Mechanik ausgestattet sind jedoch die namensgebenden Kultisten. Für den Kult-Anführer ist ebenfalls ein doppelseitiges Tableau mit einer Figur enthalten – eine Seite für das normale Spiel, eine für die Solo-Variante. Hinzu kommen zehn Jünger aus Holz und zehn Kultisten-Tentakel sowie ein Necronomicon-Tableau. Die Regeln finden in der zwölfseitigen Anleitung Platz.
Wie wird’s gespielt?
Bei der Vorbereitung stehen die Spieler vor der Entscheidung lediglich die neuen Orte, Charaktere und Großen Alten einzusetzen. Hierbei ändert sich an Aufbau, Ablauf und Siegbedingungen nichts. Um jedoch das volle Potential von Tiny Epic Cthulhu – Cult of Chaos zu nutzen und nebenbei den Schwierigkeitsgrad zu steigern, kommen die Kultisten zum Einsatz. In diesem Fall wird der Spielaufbau um einige Schritte ergänzt.
So wird der Kultanführer zufällig auf dem Spielbrett passiert und das Kultisten-Tableau ausgelegt. Die Hälfte der Kultisten-Tentakel kommt in den Beutel, die restlichen auf das Tableau. Hier haben auch die Aufsteller der Jünger ihren Platz. Schließlich gesellen sich noch fünf Mythos-Tentakel hinzu.
Auch beim eigentlichen Spielablauf kommt es zu einigen Änderungen. Die Spieler ziehen die Tentakel nun nicht mehr einzeln, sondern zusammen aus dem Beutel. Diese werden in zufälliger Reihenfolge ausgelegt und abgehandelt – wobei Kultisten-Tentakel immer Vorrang haben.
Diese aktivieren den Kultanführer, der dann eine Reihe von Aktionen ausführt. Zuerst bewegt es sich im Uhrzeigersinn auf den nächsten Ort und deckt dort die Seite des Necronomicon auf. Anschließend sammelt er einen Tentakel von der jeweiligen Location ein und platziert diesen auf seiner Zauberleiste. Ist diese Leiste voll, wirkt er schließlich einen Zauber.
Dabei verschiebt er die Tentakel von der Zauberleiste auf das Schlurfer-Tableau und ersetzt die Buchseite an seinem Ort durch eine neue. Nun wird eine variable Anzahl Kultisten auf den ausliegenden Seiten platziert. Diese erhöhen wiederum die Schwierigkeit für die Spieler, das Necronomicon zu übersetzen (wobei sie ein weiteres Tentakel benötigen) oder Portale zu schließen (hier wird der Wurf erschwert).
Neben dieser Erschwernis können die Ermittler die Jünger als zusätzlich Aktion auch gezielt bekämpfen. Dazu nehmen sie eine Anzahl Würfel entsprechend ihrer übersetzten Necronomicon-Seiten und werfen diese. Jedes Tentakel verursacht einen Schadenspunkt bei einem Kultisten. Reicht dies, um ihn zu besiegen, kommt die Figur zurück auf das Tableau.
Auch bei den Siegbedingungen ist eine Neuerung hinzu gekommen: Sollten sich zu einem Zeitpunkt alle zehn Jünger in der Stadt befinden, so vollziehen sie ein Ritual und beschwören den Großen Alten. In diesem Fall endet das Spiel für die Ermittler sofort mit einer Niederlage.
Eine Besonderheit der Erweiterung ist der „Kultisten-Modus“ – dabei handelt es sich um eine Solo-Variante. Der Spieler übernimmt hier die Rolle des Kult-Anführers und tritt gegen einen, vom Spiel gesteuerten, Ermittler an. Hier beginnt das Partie schon in Phase 2 und die Aufgabe des Anführers ist es, alle Jünger auf das Spielfeld zu bringen. Regeln und Abläufe bleiben dabei weitgehend unverändert und orientieren sich am Solo-Modus des Originals.
Kann das Spiel was?
War das Grundspiel schon nicht einfach, so wird es mit Tiny Epic Cthulhu – Cult of Chaos ungleich schwerer. Zum einen kommt zu der Vielzahl an eingesetzten Komponenten neues Spielmaterial hinzu, das ebenfalls berücksichtigt werden muss. Damit werden die zur Verfügung stehenden Optionen noch umfangreicher und es fällt zeitweise schwer, bei den Tentakel, Kultisten, Schlurfern und Buchseiten den Überblick zu behalten. Andererseits steigen dadurch Herausforderung und Anspruch an die Spieler. Ohne ein koordiniertes Vorgehen ist New Arkhamore schnell dem Untergang geweiht. Umso größer ist jedoch die Erleichterung, wenn der große Alte wieder in die Verbannung zurückgeschickt und dem Kult das Handwerk gelegt wird. In mehreren Testrunden ist dies zwar äußerst selten vorgekommen, aber meist sind wir nur knapp gescheitert.
Von dem erhöhten Schwierigkeitsgrad abgesehen ist das neue Spielmaterial in Form von Großen Alten, Ermittlern und Orten sehr willkommen, sorgt es doch bei Vielspielern für Abwechslung und eröffnet mehr Möglichkeiten. Besonders hat mir jedoch der Solo-Modus gefallen. Auch dieser ist nicht einfach, aber es ist spannend, den Mythos zu unterstützen und seine Schergen auszuschicken.
Die Qualität des Materials hält das hohe Niveau des Grundspiels und bringt zahlreiche zusätzliche Komponenten. Die hinzugekommenen Aufsteller machen das Handling im Verlauf nicht einfacher. Häufig sorgte das „Dicke-Finger-Syndrom“ für Chaos auf dem Spielplan. Mit viel Fingerspitzengefühl funktioniert das zwar, aber hier kommt man schon an die Grenzen des Praktikablen. Die Illustrationen sind ebenfalls wieder hübsch anzuschauen, selbst wenn Charaktere und Monster etwas generisch wirken. Die Anleitung führt die Spieler in kleinen, übersichtlichen Schritten durch Spielaufbau und -ablauf, was den Einstieg deutlich vereinfacht.
Mehr Informationen zum Grundspiel und zur Erweiterung haben Asmodee auf ihrer Homepage bereitgestellt. Außerdem gibt es hier die Anleitung als Download.
Mit Tiny Epic Cthulhu – Cult of Chaos wird der Kampf gegen den Mythos deutlich schwieriger und kleinteiliger – aber eben auch spannender. Auf jeden Fall eine lohnende Erweiterung – alleine schon wegen des neuen Solo-Modus.
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