
Kategorie: Brettspiel
Autor: Inka Brand, Markus Brand
Zeichner: Fiore GmbH, Kinetic
Verlag / Publisher: Schmidt Spiele
Genre: Familienspiel, Kommunikationsspiel, Kooperativ, Partyspiel, Ratespiel
Spieleranzahl: 2 bis 6 Spieler
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Erscheinungsdatum: 29.01.2026
Sprache: Deutsch
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Von den zahlreichen Spielen, die ich mir Anfang des Jahres auf der Nürnberger Spielwarenmesse angeschaut habe, fiel mir dieses auf Grund seines Konzeptes besonders auf. Bei Time to Schein müssen bis zu sechs Spieler kleine Aufgaben lösen und dabei ein vorgegebenes Zeitlimit einhalten. Dankenswerterweise bekam ich am Stand von Schmidt Spiele gleich einen Einblick in die Abläufe. Mittlerweile hatte ich Gelegenheit, mich mit dem Partyspiel unter „Testbedingungen“ auseinanderzusetzen.
Was steckt drin?
Das auffälligste Element des Spielmaterials ist sicherlich der wuchtige Timer aus lilafarbenem Kunststoff mit einem großen, gelben Knopf in der Mitte. An der Kopfseite befindet sich ein Schlitz (für die namensgebenden Scheine) und auf der Unterseite das Batteriefach mit dem Ein- und Aus-Schalter. Bei den Scheinen handelt es sich um verschiedenfarbige Papierschnipsel, die einen Zeitwert (10, 20 oder 30) oder ein Fragezeichen (ein Zufallswert) aufgedruckt haben. Diese stehen für den Zeitvorrat der Spieler.
Außerdem befindet sich ein kleineres Schächtelchen in der Spielbox. Darin stecken 100 doppelseitig bedruckte Challenge-Karten, denen sich die Spieler stellen. So muss beispielsweise eine Fensterscheibe beidseitig gereinigt werden, dann gilt es wieder die Tiere auf den Aktionskarten in alphabetischer Reihenfolge zu sortieren oder die Melodie von Liedern zu summen, welche die Mitspieler erraten müssen. Neben der eigentlichen Aufgabe finden sich auf der Karte noch weitere Informationen, so die Belohnung beim Bestehen, die Art der Herausforderung oder etwaige Bonus-Scheine. Viele Challenges muss ein Spieler alleine meistern, manche sind auch für zwei Teilnehmer ausgelegt.
Bei einigen Aufgaben kommen die 40 Aktionskarten zum Einsatz. Diese zeigen auf der einen Seite Werte von „1“ bis „40“. Die andere hat drei unterschiedliche Begriffe in Sprechblasen und Zahlen in Klammern und die Illustration eines Tieres. Sechs sechsseitige Würfel in verschiedenen Farben werden ebenfalls gelegentlich benötigt. Die Anleitung umfasst lediglich vier Seiten.
Außerdem braucht man drei AAA-Batterien für den Timer, Stift, Papier und eventuell diverse Haushaltsutensilien.
Wie wird’s gespielt?
Aktions- und Challenge-Karten werden gemischt, die Spieler erhalten (je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad) einen gewissen Grundstock an Scheinen. Nun bleibt lediglich den Schalter im Timer umzulegen und anzufangen.
Der Startspieler zieht eine der äußeren Challenge-Karten aus der kleinen Schachtel und liest den Text darauf vor. Nun können noch verschiedene Vorbereitungen getroffen werden, beispielsweise benötigte Requisiten bereitlegen oder Möbel zurecht rutschen. Schließlich müssen die Spieler beraten, wie viel Zeit sie in die Aufgabe investieren wollen. Sind die sie bereit, starten sie den Timer, in dem sie ihn mit den entsprechenden Scheinen füttern – der Wert darauf entspricht der Anzahl an Sekunden, die ihnen damit zur Verfügung stehen. Nun wird der Startknopf erneut gedrückt und die Herausforderung beginnt. Während die Zeit abläuft, können die Spieler einen Schein aus ihrem Vorrat nachschieben, um ihrem Mitspieler mehr Spielraum zu verschaffen.
Ist die Aufgabe erfolgreich abgeschlossen, betätigen sie den Start-Knopf erneut und ein kleiner Jingle erklingt. Die Karte kommt an den Schachtelrand und markiert die gelungene Challenge. Außerdem erhalten sie die angegebene Belohnung und vielleicht gar den Bonus. Sind die Spieler dagegen gescheitert, endet der Durchgang mit einer Niederlage – die investierte Zeit gibt es nicht zurück. Die Karte steht nun jedoch für einen erneuten Versuch zur Verfügung.
In jedem Fall ist nun der nächste Spieler mit der Auswahl einer Challenge an der Reihe. Schaffen sie es, fünf Aufgaben zu absolvieren, haben sie die Partie gemeinsam gewonnen.
In einer Regelvariante können zwei Teams gegeneinander antreten. Der Ablauf ändert sich nicht, allerdings gewinnt hier die Gruppe, die zuerst drei Challenges schafft.
Kann das Spiel was?
Wie so viele Partyspiele lebt Time to Schein davon, dass sich die Spieler auf das Konzept einlassen. Dabei werden Geschick, Beobachtungsgabe, aber auch die geistigen Fähigkeiten gefordert. Der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben deckt dabei eine große Bandbreite ab. Relativ einfach ist es beispielsweise, 500 ml Wasser in Gläser zu füllen – Bonuspunkte gibt es fürs Austrinken -, ein Kartenhaus aus sieben Aktionskarten zu bauen oder sich gegenseitig unterschiedliche Schimpfworte an den Kopf werfen. Etwas schwieriger ist es, eine Anzahl zufällig bestimmter Gegenstände im Raum zu sammeln, mit einem Würfelturm um den Spieltisch zu laufen (und diesen weiterzugeben) oder Würfel nur tastend nach ihrer Augenzahl zu sortieren.
Auch nach mehreren Anläufen und viel investierten Scheinen ist es allerdings nicht gelungen, ein Blatt Papier so einzureißen, dass es so lang wie die kleinste Person im Raum ist oder Fenster beidseitig zu putzen. Auf Aufgaben, die in Zusammenhang mit social media oder Personen außerhalb der Spielrunde standen, haben wir dagegen ganz verzichtet.
Sowohl Grundkonzept als auch Umsetzung gefallen mir sehr gut, vor allem der Zeitfaktor sorgt hier für Spannung und baut Druck auf. Der (mehr oder minder) sparsame Einsatz der Scheine bringt außerdem noch einen taktischen Aspekt mit sich – hier ist eine realistische Selbsteinschätzung gefragt. In der richtigen Runde macht das Spiel ziemlich viel Spaß, grade die Variante mit zwei Teams hat uns gut funktioniert. Wirklich peinlich oder blamabel ist keine der Challenges. Dafür aber sehr, sehr lustig – vor allem für die Zuschauer.
Die Illustrationen beschränken sich auf die Gestaltung der Zahlen und die Tiere auf den Aktionskarten. Der Rest besteht hauptsächlich aus Text, der fast immer gut lesbar ist. Die Piktogramme auf den Karten erschließen sich von selbst und die Regeln sind so formuliert, dass keine Fragen aufkommen. Highlight und zentrales Element des Spiels ist natürlich der Timer, der mit seinen Kommentaren und Soundeffekten die Rolle des Moderators einnimmt.
Die Regeln und ein Tutorial-Video gibt es auf der Homepage von Schmidt Spiele. Hier liefert der Verlag zudem weitere Informationen und zusätzliches Bildmaterial.
Vorausgesetzt die Spieler lassen sich auf das Konzept ein, bekommen sie mit Time to Schein ein spannendes, vielseitiges und ausgesprochen spaßiges Partyspiel.
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