Talisman – Star Wars

13.10.2021 von Marcus Pohlmann

Talisman - Star Wars

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Spieleranzahl: 2 bis 6 Spieler

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Spieldauer: 90 bis 120 Minuten

Erscheinungsdatum: 14.10.2021

Sprache: Deutsch

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Mein Einstieg in die Welt der Fantasy-Brettspiele war Ende der 1980er die deutsche Ausgabe von Talisman – Gemeinsam gegen Tod und Teufel – damals von Schmidt Spiele. Exzessive Spielrunden, später auch mit den Erweiterungen, haben sich tief in meine Erinnerung gegraben. Und noch heute stehen die (mittlerweile leicht ramponierten) Spieleboxen im Spieleschrank. Im Laufe der Zeit folgten weitere Editionen, ein Familienspiel vor ähnlichem Hintergrund und ein Rollenspiel. Zwei Varianten im Warhammer 40.000-Universum von Games Workshop und mit Disneys Kingdom Hearts-Franchise ergänzen die Produktpalette.
Im neuesten Ableger Talisman – Star Wars machen sich bis zu sechs Spieler als Jedi oder Sith auf den Weg, die Zitadelle zu stürmen und den Imperator zu besiegen. Veröffentlicht wird es von Pegasus Spiele, die bereits 2008 die vierte Auflage des Originals auf den deutschen Markt gebracht haben.

Was steckt drin?

Das charakteristischste Merkmal des Spiels (egal in welcher Inkarnation) ist der Spielplan. Dieser ist in drei Bereiche aufgeteilt: die äußere, mittlere und innere Region. In deren Mitte wiederum liegt das Ziel des Spiels – die Zitadelle der Sith. Die Regionen sind in verschiedene Felder aufgeteilt, die dem Star Wars-Hintergrund entstammen. Viele Orte verfügen dabei über Besonderheiten, beispielsweise kann der Spieler auf Kessel mit einem Schmuggler handeln oder auf Coruscant seine Macht erhöhen. Gelegentlich gilt es auch eine Probe abzulegen oder Aufgaben zu erfüllen. Bei den meisten Orten muss der Spieler jedoch eine Begegnungskarte aufdecken. Von diesen Karten sind 102 enthalten. Dabei kann es sich um Kämpfe mit Gegnern handeln, besondere Ereignisse oder die Spieler finden nützliche Gegenstände oder Begleiter.

Die Galaxis ist groß

Die Galaxis ist groß

Gibt sich die Gelegenheit zum Einkaufen, wie auf Jakku, kann der Spieler aus 28 Marktkarten auswählen. Als Jedi oder Sith haben sie Zugriff auf besondere Fähigkeiten – dargestellt durch die 24 Macht-Skillkarten. Hier finden sich die aus den Filmen bekannten Klassiker, wie beispielsweise der Geistestrick oder der Macht-Blitz. Vier Sith-Wegfinder-Karten ersetzen die Talismane des Originals und sind nötig, um in die innere Region vorzudringen. Papp-Marker für Bestimmung und Galaktische Credits (die Währung des Spiels) sind ebenso vorhanden wie sechs sechsseitige Würfel zum Ablegen von Proben.

Ein besonderes Augenmerk gilt natürlich den zwölf Charakteren der Spieler. Die Kunststoff-Spielsteine sind in Büstenform gestaltet und teilen sich in je sechs Vertreter der hellen und der dunklen Seite der Macht auf. Neben Luke Skywalker und Darth Vader geben sich auch Kylo Ren, Mace Windu oder Ahsoka Tano die Ehre. Zusätzlich zum Spielstein gehören zu jedem eine Statusanzeige mit Werten für Stärke, Wille und Leben sowie ein Charakterbogen. Auf diesem sind die Sonderregeln für den jeweiligen Charakter, seine Startposition und die Ausrüstung gelistet. Die 16seitige Anleitung vervollständigt das Spielmaterial.

Wie wird’s gespielt?

Der Spielplan kommt in die Tischmitte und die gemischten Begegnungskarten in Reichweite, zusammen mit den Marktkarten. Jeder Spieler erhält zwei zufällige Charaktere, aus denen er einen auswählt. Neben dem Charakterbogen bekommt er den entsprechenden Spielstein, einen Statusanzeiger, Machtkarten, Credits, Bestimmungsmarker und etwaige Ausrüstung und Begleiter. Damit sind die Vorbereitungen abgeschlossen und der Wettlauf zur Zitadelle beginnt.

Ist ein Spieler am Zug, so besteht dieser aus zwei Phasen. In der Bewegungsphase wirft er einen W6 und bewegt seinen Spielstein die entsprechende Anzahl an Feldern. Dabei kann er entscheiden ob er im Uhrzeigersinn oder entgegengesetzt zieht. Manche Felder erlauben es ihm, von einer Region in die nächste zu wechseln.

Lord Vader in voller Pracht

Lord Vader in voller Pracht

Ist die Bewegung abgeschlossen, folgt die Begegnung auf dem Feld. Der Spieler muss dabei den Anweisungen auf dem Feld folgen. Häufig geht es darum eine Begegnungskarte aufzudecken und deren Effekt abzuhandeln. Dabei kann es zu einem Kampf kommen, der Spieler entdeckt wichtige Ausrüstung oder ein besonderes Ereignis tritt ein. Wird ein Gegner aufgedeckt, hat der Spieler wiederum mehrere Möglichkeiten. Er kann versuchen auszuweichen oder den Kampfwurf zu beeinflussen – dazu kommen Fähigkeiten, Bestimmungsmarker oder Macht-Skills zum Einsatz. Anschließend wird ein W6 geworfen. Ist das modifizierte Ergebnis höher als der Wurf des Gegners, gewinnt der Spieler und erhält die Begegnungskarte als Medaille. Ist das Gesamtergebnis niedriger, verliert der Charakter einen Lebenspunkt und sein Zug endet. Der Kampf gegen Spieler mit gegensätzlicher Gesinnung läuft ähnlich ab. Erworbene Medaillen können später eingetauscht werden, um Stärke oder Willen zu steigern.
Spätestens hier endet der Zug des Spielers und der nächste ist an der Reihe.

Die Begegnungen

Die Begegnungen

Gelingt es einem Spieler, bis zur Zitadelle der Sith im Mittelpunkt des Spielfeldes vorzudringen, so muss er sich dem Imperator zum Kampf stellen. Ist er siegreich, übernimmt er, abhängig von seiner Gesinnung, entweder die Führung der Sith oder bringt der Galaxis Frieden. In beiden Fällen hat der Spieler damit gewonnen.

Kann das Spiel was?

Viel hat sich am Spielablauf in den letzten 35 Jahren nicht getan. Auch Talisman – Star Wars folgt im Prinzip den bewährten Abläufen seiner Vorgänger. Taktische Herausforderungen sucht der Spieler dabei vergeblich – letzten Endes hängt der Ausgang einer Aktion oder eines Kampfes lediglich von einem einzigen Würfelwurf ab. Dieser kann jedoch durch die richtige Ausrüstung und den Einsatz der Machtfähigkeiten modifiziert werden. Das mildert den Glücksfaktor ein wenig ab, kann ihn jedoch nicht gänzlich ausschalten.

Trotz des nicht sonderlich hohen Anspruches macht das Spiel Spaß. Dies mag vielleicht an einem gewissen „Kult“-Faktor liegen oder an der stimmigen Umsetzung des Spielhintergrundes. Durch die einfachen Regeln ist die Einstiegshürde für die Spieler sehr niedrig, was ebenfalls durch das Thema begünstigt wird. Im Spiel zu sechst sind die Wartezeiten zwischen den einzelnen Zügen etwas zu lange. In diesem Fall zieht sich die Spieldauer in die Länge – ein bekanntes Problem der Serie. Für mich bietet dagegen eine Partie mit vier Spielern die optimale Mischung aus flüssigem Ablauf und Konkurrenzkampf.

Ausrüstung, Macht und Widersacher

Ausrüstung, Macht und Widersacher

Die Aufmachung ist ganz auf das Star Wars-Universum zugeschnitten. Die Karten-Bebilderung ist recht dunkel gehalten, trifft aber die verschiedenen Charaktere und Orte sehr gut. Der Stil wechselt zwischen Filmbildern, Comic-Grafiken, einfachen Zeichnungen und Illustrationen. Diese Mischung ist ungewöhnlich, beinhaltet aber Elemente aus allen Filmen, Serien und Spielen vor dem Hintergrund. Die Kartentexte sind gut lesbar, hätten aber vielleicht etwas größer sein können. Das Spielbrett wirkt durch seine vielen Kontraste und Farben eher unruhig. Allerdings gewöhnt man sich im Spiel daran relativ schnell. Die Charaktere auf den Büsten-Spielsteinen sind sehr gut getroffen. Das Heft mit der Anleitung lässt keine Fragen im Spielablauf offen – wobei das Ablaufdiagramm auf etwas verwirrend wirkt.

Die Anleitung und weitere Informationen zum Spiel gibt es bei Pegasus Spiele auf der Homepage. Zu den Filmen findet sich vermutlich auch die eine oder andere Quelle.

Für Freunde der Weltraum-Saga ist Talisman – Star Wars ein Pflichtkauf. Aber auch als Familienbrettspiel mit dem Spielernachwuchs eignet es sich sehr gut.

 

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