Star Wars: Legion

29.04.2018 von Marcus Pohlmann

Star Wars: Legion

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Spieleranzahl: 2 Spieler

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Spieldauer: 120 bis 180 Minuten

Erscheinungsdatum: 21.03.2018

Sprache: Deutsch

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Seit Fantasy Flight Games die Lizenz haben, um im Star Wars-Universum angesiedelte Spiele zu veröffentlichen, nutzt der US-amerikanische Verlag dies auch weidlich aus. Karten-, Würfel-, Brett- und Rollenspiele gibt es bereits, auch der Tabletop-Markt wird mit Raumschlachten in großen und kleinem Rahmen bedient. Freunde des „klassischen“ Sci-Fi-Tabletops im 28mm-Maßstab auf Einheiten- oder Skirmish-Ebene musste sich dagegen mit der abgespeckten Variante zufrieden geben, die Imperial Assault lieferte. Nun veröffentlicht der Verlag, zusammen mit seinem europäischen Partner Asmodee, mit Star Wars: Legion ein reinrassiges Tabletop, in dem sich die Truppen des Imperiums und die Rebellen gegenüber stehen.

Ein Blick in die Schachtel zeigt mehrere Stanzbögen mit zahlreichen Markern, beispielsweise für Einsatzziele, Wunden, zur Statusanzeige der Truppen, für Siegpunkte und auch für Befehle. Daneben finden sich vier verschiedene Kartendecks. Diese teilen sich auf in Einheitenkarten, mit spielrelevanten Angaben wie beispielsweise Punktkosten, Sonderregeln, Würfeln für Angriff und Verteidigung oder Bewegungsreichweiten. Die Kommandokarten werde zu Beginn jeder Runde gespielt, legen die Initiativereihenfolge fest und bringen häufig noch besondere Spieleffekte, wie zusätzliche Aktionen. Mit den Gefechtskarten werden Aufstellungszonen, Siegbedingungen und andere Einflüsse auf den Spielaufbau bestimmt. Mit den Aufwertungskarten schließlich können vorhandene Einheiten mit weiteren Figuren aufgestockt werden, bekommen bessere Waffen und Rüstungen oder zusätzliche Fähigkeiten. Insgesamt 15 Würfel, acht- und sechsseitige, mit verschiedenen Symbolen (Treffer, Abwehr, Leerseite oder Energie) anstelle der Zahlen bedruckt, werden für die Proben im Spiel genutzt. Mit vier unterschiedlichen Maßstäben werden Entfernungen, Abstände und Reichweiten bestimmt; 8 Kunststoff-Barrikaden bilden den Gelände-Grundstock. Die Box kann schließlich mit insgesamt 33 Miniaturen aufwarten, dem Herzstück jedes Tabletop-Spiels. 17 davon gehören dem Imperium an – meist einfache Sturmtruppen mit unterschiedlicher Bewaffnung, sowie zwei Düsenschlitten und angeführt von Darth Vader höchstpersönlich. Auch die Rebellen haben mehrere Ausrüstungsoptionen, sowie mit einem AT-RT auch geländegängige Unterstützung. Die Führungsrolle übernimmt in diesem Fall Luke Skywalker. Die Figuren müssen vor Spielbeginn noch gereinigt und zusammengebaut werden.
Vor der ersten Partie wählt jeder Spieler seine Fraktion und stellt sich seine Truppen, nach einem definierten Punktkostenschlüssel, zusammen und rüstet diese aus. Gelände wird auf dem Spielfeld platziert und die Gefechtskarten legen schließlich die Parameter des Spiels, vor allem die Siegbedingungen, fest.
Das Spiel selbst teilt sich in drei Phasen auf, in denen die Spieler agieren können. In der Kommandophase spielt jeder Spieler eine seiner sieben Kommandokarten aus; diese legt die Zugreihenfolge fest und welche Einheiten Befehle erhalten, kann aber auch zu besonderen Ereignissen führen. Der Spieler legt nun, soweit möglich, Befehlsmarker an Einheiten, die restlichen Marker werden gemischt, verdeckt abgelegt und nachher für andere Einheiten genutzt. Sind die Befehle verteilt, ziehen die Spieler abwechselnd ihre Einheiten, Fahrzeuge oder Charaktermodelle. Eine Einheit kann während ihrer Aktivierung zwei Aktionen durchführen, beispielsweise sich entsprechend ihrem Profil bewegen, gegnerische Modelle angreifen, zielen oder ausweichen. Bei Angriffen nimmt der Spieler für jedes Modell die angegebene Anzahl der Würfel, abhängig von der Bewaffnung und stellt daraus einen Pool zusammen. Nach dem Wurf kann die Anzahl der Treffer durch Fähigkeiten, äußere Umstände wie Deckung oder besondere Ausrüstung noch modifiziert werden, auch Würfelwiederholungen sind möglich. Nun hat der Verteidiger seinerseits noch die Möglichkeit die Würfel des Angreifers zu beeinflussen. Sind alle Treffer auf diese Weise ermittelt, so kann der Verteidiger versuchen, die Treffer mittels seiner eigenen Würfel zu negieren. Jeder nicht negierte Treffer verursacht eine Wunde und wird vom Profil der getroffenen Figur abgezogen. Verliert ein Modell seine letzte Wunde, so wird es vom Spielfeld entfernt. In der Endphase werden schließlich Marker entfernt, Karten abgelegt und die neue Runde soweit vorbereitet.
Gespielt wird solange, bis es einem Spieler gelingt das Missionsziel zu erreichen, die festgelegte Rundenanzahl erreicht wird oder ein Spieler keine Einheiten mehr auf dem Feld hat.
Das Regelheft enthält neben den eigentlichen Spielregeln noch zusätzliche Hinweise für Zusammenbau, Vorbereitung und Bemalung der Figuren und zum Geländebau. Daneben gibt es auf der Homepage von Asmodee ein Online-Referenzhandbuch, das weitere Informationen zu Spielaufbau und -mechaniken liefert.

Einige Abläufe aus Star Wars: Legion dürften den Spielern bereits aus X-Wing bekannt sein, andere sind dagegen neu und recht ungewohnt. Aber letzten Endes unterscheidet sich das Grundkonzept des Spieles auch nicht übermäßig von anderen Tabletops – erfahrene Spieler sollten keine Probleme haben, sich zurecht zu finden. Bewegung und Kämpfe laufen recht einfach ab sobald alle Modifikatoren und Sonderregeln sitzen; was für eine recht niedrige Einstiegshürde sorgt. Mehr taktischen Tiefgang liefern die Kommandokarten und die Befehlsverteilung; durch die Aufwertungskarten lassen sich die Truppen darüber hinaus dem eigenen Spielstil ein wenig anpassen. Die Figuren in der Box bilden dabei einen soliden Grundstock und ermöglichen einige durchaus spannende und unterhaltsame Spiele. Natürlich setzen Asmodee darauf, dass die Spieler ihre Truppen in absehbarer Zeit erweitern – ausreichend Material steht bereits in den einschlägigen Geschäften.
Die Aufmachung des Spielmaterials ist, wie nicht anders gewohnt, sehr hübsch anzuschauen und hochwertig. Das Regelheft enthält zwar alles Wissenswerte zum Spiel, so dass sich auch Tabletop-Neulinge problemlos zurecht finden. Allerdings bleibt es, für meinen Geschmack, stellenweise zu vage, so dass der Spieler zwangsweise auf die Online-Referenz zurückgreifen muss. Die Figuren, der eigentliche Kern des Spiels, sind von Design und Gussqualität solider Standard, nicht mehr aber auch nicht weniger. Reinigung und Zusammenbau gestalten sich (bis auf die Düsenschlitten) recht unkompliziert; der verwendete Kunststoff ist härter, als der von Brettspielen gewohnte, was die Bemalung vereinfacht. Die Verwendung von Figuren aus Imperial Assault wird durch den veränderten Maßstab leider erschwert.

Mit Star Wars: Legion bekommen die Spieler endlich ein „richtiges“ Tabletop, mit denen die Konflikte zwischen Imperium und Rebellen auf die heimischen Spieltische getragen werden. Insgesamt eine gelungene Umsetzung mit einigen interessanten Konzepten und nahezu unbegrenzten Erweiterungsmöglichkeiten.

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