Sherlock – Wer ist Vincent Leblanc?

03.04.2022 von M.P.

Sherlock - Wer ist Vincent Leblanc?

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Spieleranzahl: 1 bis 8 Spieler

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Spieldauer: ca. 60 Minuten

Erscheinungsdatum: 19.03.2020

Sprache: Deutsch

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Es ist schon ein wenig länger her, dass ein Vertreter der Sherlock-Reihe auf dem Spieltisch gelandet ist. Da meine aktuelle Rollenspielrunde aber krankheitsbedingt sehr spontan ausfiel, musste für die beiden verbliebenen Spieler schnell Ersatz her. Zum Glück benötigt Sherlock – Wer ist Vincent Leblanc? keinerlei Vorbereitung oder Kenntnisse der bisherigen Fälle. Mittlerweile ist die Serie von Abacusspiele auf 18 Titel angewachsen – einschließlich Ausflügen in den Wilden Westen und das Finstere Mittelalter.

Was steckt drin?

Das Spielmaterial unterscheidet sich nicht zu den vorangegangenen Teile der Serie. Das eigentliche Herzstück des Spiels besteht aus 32 durchnummerierten Karten. Auf diesen sind Zeugenaussagen, Zeitungsausschnitte oder Bilder von Beweismitteln zu sehen. Eine Karte enthält die Kurzanleitung, die kompletten Regeln gibt es auf einem separaten Blatt. Auf diesem bekommen die Spieler außerdem Informationen über die Ausgangssituation. Zudem hat gibt es einen zugeklebten Teil. Hier sind zehn Fragen gelistet, die bei Spielende beantwortet werden müssen. Die Innenseite des Blattes ist der ausführlichen Auflösung des Falles und einer Punkteübersicht vorbehalten.

Ausgangspunkt der Ermittlungen

Ausgangspunkt der Ermittlungen

Die Verwendung eines Timers und von Notizmaterial werden empfohlen, sind aber nicht zwingend zur Lösung nötig.

Wie wird’s gespielt?

Im Pariser Vorort Saint-Quen wurde der wohlhabende Geschäftsmann Vincent Leblanc überfahren und dabei getötet. Als Ermittler der französischen Polizei liegt es nun an den Spielern, herauszufinden, ob es sich bei dem Verbrechen um einen Unfall mit Fahrerflucht oder einen geplanten Mord handelt. Die Situation wird dadurch erschwert, dass der Tote einen Koffer mit Bargeld bei sich trug und Vincent Leblanc angeblich bei seiner Frau zu Hause sitzt.

Wichtige Hinweise?!?

Wichtige Hinweise?!?

Die erste Karte, der Schauplatz eines tödlichen Verkehrsunfalls, kommt offen auf den Tisch. Die Spieler mischen die restlichen Karten und ziehen drei davon – in der Solo-Variante sechs. Der Rest bildet den Nachziehstapel und liegt griffbereit.
Ist ein Spieler an der Reihe, entscheidet er, ob die Karte für die Ermittlung relevant ist oder nicht. Hält er die Information für wichtig, legt er sie offen auf den Tisch – sie steht nun allen Mitspielern zur Verfügung. Hält er jedoch den Inhalt für irrelevant oder falsch, legt der Spieler die Karte verdeckt ab – sie hat keinen Einfluss mehr auf den Spielablauf. Anschließend ist der nächste Spieler an der Reihe.

Ist der Nachziehstapel aufgebraucht, beraten sich die Spieler, tragen Fakten zusammen und entwickeln Theorien über Täter, Hintergründe und Ablauf des Verbrechens. Nun müssen sie zehn Fragen mit Bezug auf den Fall beantworten. Jede richtige Antwort bringt dabei zwei Punkte – haben sie wichtige Karten abgelegt, erhalten sie Minuspunkte. Am Ende können die Spieler an einer Tabelle ablesen, wie erfolgreich ihre Ermittlungen waren.

Kann das Spiel was?

Die Spielmechanik der Serie, das „Q System“, bleibt auch bei Sherlock – Wer ist Vincent Leblanc? unverändert. Diese ist unkompliziert, einfach zu erklären und benötigt praktisch keinerlei Vorbereitungszeit. Auch der Spielablauf ist flüssig, wobei sich gezeigt hat, dass die Ermittlungen in kleiner Runde, bis maximal vier Spieler, besser verlaufen. Die Sichtung der Karten und die Einordnung in nützliche und unwichtige Informationen stellen dabei nur einen Teil des Spiels dar. Sind alle Karten ausgespielt oder abgelegt beginnt der kooperative Part erst richtig. Hier diskutieren die Ermittler über die Beweismittel und erstellen ihre Theorien zum Ablauf und den Hintergründen des Verbrechens.

Verworrene Lösung

Verworrene Lösung

In groben Zügen ist die Auflösung des Falles klar. Allerdings erweist es sich als etwas schwierig, das „Wie“ und „Warum“ herauszufinden. Die Informationen auf den Karten liefern dabei – auch in Verbindung mit der Lösung – keine zwingenden Beweise. In meiner Testrunde kamen wir (zu zweit) auf drei mögliche Hintergründe und zwei Theorien zum Täter. Je nach gezogenen Karten sind all diese Theorien plausibel – aber auch nicht zwingend belegbar. Die Lösung der Autoren ist zwar nachvollziehbar, aber eben nur eine mögliche Variante.

Wer mehr über diese Krimi-Serie und deren Macher erfahren will, bekommt auf der Homepage von Abacusspiele weitere Informationen. Mehr zur Spielmechanik „Q Sytem“ und künftigen Fällen gibt es beim Entwicklerstudio Enigma Studio in englischer Sprache.

Wie von der Serie gewohnt, bietet auch Sherlock – Wer ist Vincent Leblanc? gute Krimiunterhaltung – lässt aber in der Auflösung etwas zu wünschen übrig.

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