Selfish – Zombie Edition

10.12.2020 von Marcus Pohlmann

Selfish - Zombie Edition

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Spieleranzahl: 2 bis 5 Spieler

Altersempfehlung: ab 7 Jahren

Spieldauer: ca. 20 Minuten

Erscheinungsdatum: 19.06.2020

Sprache: Englisch

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Der britische Verlag Ridley’s Games dürfte dem einen oder anderen vielleicht durch das spaßige Würfelspiel Sumo Slam! bekannt sein, dass einen deutschen Vertrieb gefunden hat. Bisher nicht auf dem einheimischen Markt erschienen ist dagegen Selfish – Zombie Edition. Während in der ursprünglichen Version ein Spieler aus einem Raumschiff entkommen musste, gilt es hier vor den untoten Zombiehorden zu flüchten.

Was steckt drin?

Im Kern besteht das Spielmaterial aus einer Reihe von Karten. Diese teilen sich grob in drei Kategorien auf: Die 48 Vorratskarten (Supply Cards) stehen für Nahrung, Munition, Verbandsmaterial und Ähnliches. Sie können einen Wert von 1 oder 2 haben und kommen in verschiedenen Spielsituationen zum Einsatz. Um zum rettenden Helikopter zu gelangen, müssen die Spieler die Einöde durchqueren – diese wird durch 41 Wasteland Cards dargestellt. Diese haben teils keinen Effekt oder bringen einen positiven Nutzen wie beispielsweise mehr Karten vom Stapel oder eine Abkürzung. Gut die Hälfte des Kartendecks hat jedoch einen negativen Effekt.

Das Rennen beginnt

Das Rennen beginnt

So muss der Spieler seinen Zug aussetzen oder verliert Handkarten. Drei Karten (der Zombie-Biss) lassen den Charakter direkt sterben und als Untoten zurückkehren. Außerdem gibt es noch 33 Aktionskarten, die im Spielverlauf zum Einsatz kommen. Diese schützen einen Charakter vor negativen Effekten, wie beispielsweise die Rüstung. Andere sind dazu da, um die Mitspieler zu attackieren, ihre Ausrüstung zu stehlen und ihnen generell das Leben schwer zu machen. Zusätzlich liegen noch weitere Karten in der Schachtel: Fünf Übersichtskarten, fünf Charakterkarten – lebend auf der einen, untot auf der anderen Seite und der Helikopter. Eine Fortschrittsleiste, ein sechsseitiger Würfel mit Zahlen von „0“ bis „3“ und die Anleitung vervollständigen das Spielmaterial.

Wie wird’s gespielt?

Für die Spielvorbereitung wird die Fortschrittsleiste am rechten Spielfeldrand platziert. Die Spieler legen ihre Charaktere in einer Reihe unten an das Startfeld. Der Helikopter kommt in die oberste Reihe. Anschließend erhält jeder Spieler fünf Vorratskarten und vier zusätzliche Aktionskarten. Die restlichen Karten bilden den Nachziehstapel. Die Wasteland Cards werden ebenfalls gemischt und bereitgelegt.
Eine Spielrunde teilt sich in drei Phasen auf, die von jedem Spieler nacheinander durchlaufen werden. Zuerst zieht er eine Karte vom Stapel und nimmt diese auf die Hand. In der zweiten Phase kann er beliebig viele Aktionskarten ausspielen und deren Anweisungen ausführen. Die genutzten Karten kommen dann auf den Ablagestapel. Schließlich kann sich der Spieler in der letzten Phase entscheiden sich auszuruhen (er gibt eine nur Vorratskarte ab) oder seinen Charakter weiter in Richtung des Hubschraubers zu ziehen. Dies kostet ihn allerdings zwei Vorratskarten. Fehlen dem Spieler diese Karten, so kann er stattdessen zwei Aktions- pro Vorratskarte ablegen. Zieht der Spieler näher zum Hubschrauber, muss er zudem eine „Wasteland“-Karte vom Stapel nehmen, unterhalb seines Charakter legen und den entsprechenden Effekt ausführen.

Die Rettung ist in Sicht

Die Rettung ist in Sicht

Müsste ein Spieler eine Vorratskarte abgeben, hat aber keine mehr, so stirbt sein Charakter und kehrt als Untoter zurück. Er nimmt zwar weiter am Spiel teil, allerdings besteht sein Zug nur noch aus zwei Phasen. Zu Beginn würfelt er, um die Anzahl der Aktionen festzulegen. Anschließend kann der Spieler diese nutzen, um seinen Charakter zu bewegen oder noch lebende Charaktere auf der gleichen Ebene anzugreifen. Pro Angriff stiehlt er ihnen eine zufällige Handkarte.
Das Spiel endet, wenn es einem Spieler gelingt, den Helikopter mit mindestens einer Vorratskarte zu erreichen. In diesem Fall gewinnt er alleine. Segnen alle Charaktere vorher das Zeitliche, haben die Zombies gewonnen.

Kann das Spiel was?

Mit einer übermäßig hohen Erwartungshaltung sollte man nicht an Selfish – Zombie Edition herangehen. Es handelt sich um ein sehr einfaches, ausgesprochen glücksabhängiges Spiel. Die Flucht vor den Untoten zieht ihren Reiz daher auch nicht aus taktischem Anspruch oder ausgeklügelten Strategien, sondern in erster Linie aus dem Konkurrenz-Aspekt zwischen den Spieler. Ein bisschen Taktik und Zurückhaltung sind dennoch vonnöten. Macht man sich bei seinen Mitspielern unbeliebt und werden zu viele Charaktere zu Zombies ist es praktisch unmöglich zu gewinnen. Ein wenig mehr Abwechslung bei den Karten hätte ich mir schon gewünscht, grade bei den Aktionskarten gibt es viele Wiederholungen. Die Regeln sind innerhalb weniger Minuten erklärt und eine Partie dauert selten länger als eine Viertelstunde.

Bei dem Spiel macht man sich keine Freunde

Bei dem Spiel macht man sich keine Freunde

Die Flucht vor den Zombies funktioniert zwar bereits zu zweit, aber mit mehr Spielern entwickelt sich eine deutliche größere Dynamik. Das macht das Spiel zu einem gelungenen Lückenfüller oder Absacker nach anspruchsvolleren Spielen. Die Altersempfehlung gibt sieben Jahre an, aber alleine wegen der Thematik und dem teils fiesen Spielablauf würde ich erst deutlich ältere Mitspieler an den Tisch lassen.
Trotz der blutrünstigen Zombies haben die Illustrationen einen recht harmlosen, lustigen Comic-Charakter. Dies passt zum eher lockeren, nicht übermäßig ernsten Spielablauf. Die Anleitung erklärt den Ablauf sehr verständlich und garniert die Beispiele großzügig mit Bildern.

Ridley’s Games geben auf ihrer Homepage einen kleinen Einblick in das Spiel – ebenso wie die Weltraumvariante. Für ganz Eilige gibt es die Regeln als umfassendes Video-Tutorial (in englischer Sprache).

Für eine lockere, schnelle und gemeine Spielrunde eignet sich die Selfish – Zombie Edition ziemlich gut. Eine zu hohe Erwartungshaltung sollte man aber nicht haben.

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