Scheinheilig

22.03.2011 von Marcus Pohlmann

Scheinheilig

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Spieleranzahl: 2 bis 8 Spieler

Altersempfehlung: ab 8 Jahren

Spieldauer: ca. 30 Minuten

Erscheinungsdatum: 01.01.2010

Sprache: Deutsch

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Kleine, nicht übermäßig komplizierte und schnelle Spiele für fast alle Altersklassen sind schon fast so etwas wie ein Markenzeichen des Spieleverlages Amigo aus dem hessischen Dietzenbach. In dieses Schema passt auch sehr gut Scheinheilig, ein Kartenspiel bei dem bis zu acht Spieler versuchen ihre Handkarten loszuwerden und dabei die Konkurrenz auf die falsche Fährte zu locken.

Das Spielmaterial, welches sich in der kleinen Schachtel befindet ist recht übersichtlich. Ein sechsseitiger Würfel, der so genannte Rachewürfel, eine vierseitige Anleitung im Postkartenformat und 112 Karten, mehr Zutaten braucht es nicht um daraus ein unterhaltsames Spiel zu machen. Siebzig der Spielkarten sind von eins bis zehn durchnummeriert und mit Engeln in verschiedenen Stadien ihrer “Himmelfahrt” illustriert. 26 Karten mit einem Engelsgesicht dienen als Joker, die jede beliebige Zahl ersetzen können, acht Karten mit einem Teufelchen versehen haben gar keinen Wert und zu guter Letzt sind auch noch acht Karten vorhanden, die einen Mitspieler eine Runde aussetzen lassen.
Das Spielprinzip ist recht einfach erklärt. Jeder Spieler verfügt über zehn Handkarten, die es so schnell wie möglich verdeckt abzuwerfen gilt. Hierzu legt der erste Spieler alle Karten ab, die eine “1” zeigen und sagt den Zahlenwert auch an. Wenn er alle passenden Karten abgelegt hat oder nicht mehr ablegen möchte ist der zweite Spieler an der Reihe, der nun Karten mit der “2” ablegen muss. Ist die “10” erreicht, so wird der Ablagestapel mit den verbliebenen Karten zusammen gemischt und der Stapel wird wieder mit der “1” neu aufgebaut. Die Probleme für die Spieler fangen nun damit an, dass sie sehr wahrscheinlich keine passenden Karten zum Ablegen haben. Tritt dieser Fall ein, so gibt es zwei Möglichkeiten für den Spieler, entweder er passt und zieht eine zusätzliche Karte vom Nachziehstapel oder er versucht zu bluffen indem er eine Karte mit einem anderen Zahlenwert ablegt und dennoch die passende Zahl ansagt. Da die Karten verdeckt abgelegt werden kommt es darauf an, die Mimik, Körpersprache und Stimme des jeweiligen Spielers zu beobachten um daraus Rückschlüsse auf den Wahrheitsgehalt seiner angesagten Karte zu ziehen. Sollte ein Spieler zu dem Schluss kommen, dass hier ein Bluff vorliegt so kann er “Scheinheilig!” rufen. Nun werden die Karten umgedreht um festzustellen ob es sich tatsächlich um einen Bluff handelt. Ist dies der Fall, so muss der enttarnte Spieler mit dem Rachewürfel bestimmen, wie viele Karten er zusätzlich auf die Hand nehmen muss. Handelt es sich um eine falsche Verdächtigung, dann bekommt der Spieler die Karten, der angezweifelt hat.
Nachdem ein Spieler seine letzte Karte ablegen konnte ohne der Lüge überbführt zu werden, ermitteln die Spieler nun seine Siegpunkte. Hierzu werden die verbleibenden Karten-Werte aller Mitspieler zusammen addiert. Erreicht ein Spieler auf diese Weise 500 oder mehr Punkte, so hat er die Partie gewonnen, andernfalls wird eine neue Runde gespielt. Neben diesen Grundregeln gibt es zudem noch zwei weitere Regelvarianten die den Spielablauf etwas aufpeppen und den Zufallsfaktor bei der Bestimmung der Karten ein wenig reduzieren.

Die Regeln von Scheinheilig sind einfach und auch für jüngere Kinder recht schnell zu erfassen. Zudem gestaltet sich der Spielverlauf flüssig und verursacht keinen sonderlich großen Leerlauf bei den Spielern wenn sie nicht an der Reihe sind, da sie ja immer die Konkurrenz im Auge behalten müssen. Allerdings kann sich eine Partie grade bei sechs und mehr Spieler schon deutlich länger als die angegebene halbe Stunde hinziehen, da es kaum möglich ist, ohne Rachekarten davon zu kommen. Auch stellen sich spätestens bei der zweiten oder dritten Partie in Folge gewisse Ermüdungserscheinungen ein, da der Spielablauf zu wenig Abwechslung bietet. Von diesen kleinen Mankos abgesehen veröffentlicht Amigo hier ein nettes, übersichtliches Spiel für die ganze Familie das durchaus des öfteren seinen Weg auf den Spieltisch findet und bei dem auf jeden Fall die beiden zusätzlichen Spieloptionen genutzt werden sollten. Besonders hervorzuheben sind zudem die Illustrationen von Markus Wagner. Diese sind durchweg niedlich und passen sowohl zur Thematik als auch zur Zielgruppe sehr gut und werten damit das Spiel nochmals deutlich auf.

Ein unkompliziertes, einfaches und schnelles Spiel, das zwar nicht das Zeug zum Klassiker hat, aber durchaus zu gefallen weiß.

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