Saboteur – The Lost Mines

20.04.2019 von Marcus Pohlmann

Saboteur - The Lost Mines

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Spieleranzahl: 3 bis 9 Spieler

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Spieldauer: ca. 45 Minuten

Erscheinungsdatum: 10.01.2019

Sprache: Deutsch

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Der Titel des Spiels The Lost Mines sagt eigentlich schon alles aus: Die Zwerge aus dem beliebten Saboteur-Kartenspiel haben ihre Minen verloren! Nun machen sie sich in dem neuesten Ableger der Serie von Amigo auf die Suche nach den Eingängen. Bis zu neun Spieler können sich als Mitglieder zweier Zwergenclans an der Expedition durch den finsteren Wald beteiligen.

Was steckt drin?

Im Zentrum des Spiels liegt – ganz offensichtlich – der Spielplan. Dieser teilt sich in 11 x 7 Felder auf, am rechten Spielfeldrand kommen noch neun Minenfelder hinzu. Aufgedruckt sind vier Mineneingänge und die beiden Startfelder für die Zwergenclans. Für diese sechs Felder gibt es auch entsprechende Karten, der Weg zu den Minen wird aus 40 Wegekarten gelegt. Auf diesen Karten sind die Pfade zu sehen, die sich durch den Wald schlängeln. Aber auch Hindernisse, die das Fortkommen erschweren oder Lagerfeuer, an denen die Zwerge sich erholen können sind auf den Karten abgebildet. Mit den 23 Aktionskarten lassen sich beispielsweise Bäume fällen, Tümpel überqueren, Wege blockieren oder einen Blick auf die Karte eines Mitspielers werfen. Beide Zwergenclans setzen sich aus fünf Charakteren zusammen. Jeder davon hat ein Charakterplättchen, einen Aufsteller und eine Zwergenkarte. Diese verdeckt gezogene Karte entscheidet über die Rolle des Spielers in der Runde. Schatzkarten für das erfolgreiche Erreichen einer Mine bringen Gold, Silber und Edelsteine und damit Punkte. Siegpunkt- und Waldplättchen ergänzen das Spielmaterial, zusammen mit der sechsseitigen Spielanleitung.

Wie wird’s gespielt?

Wo gehts zur Mine?!?

Wo gehts zur Mine?!?

Die Minenkarten kommen verdeckt auf die Eingänge. Die Anzahl der Schatzkarten ist dabei abhängig von der Spielerzahl. Jeder Spieler zieht verdeckt eine Zwergenkarte, die seine Rolle bestimmt. Dabei sind drei Zwerge loyal zu ihrem Clan, einer arbeitet heimlich für das gegnerische Team und ein Zwerg sammelt nur für sich selbst Schätze. Anschließend nehmen sich die Spieler Plättchen und Aufsteller eines Zwerges. Die Wege- und Aktionskarten bilden einen gemeinsamen Stapel – von diesem werden zehn Karten komplett aus dem Spiel genommen. Jeder Spieler erhält nun vier Handkarten von diesem Stapel.

Der Zug eines Spielers teilt sich in drei Phasen auf. Zu Beginn muss er sich entscheiden, eine Karte auszuspielen oder bis zu zwei Karten abzulegen. Entscheidet er sich für die erste Variante, legt er die Wegkarte passend an eine bereits ausliegende Karte. Bei einer Aktionskarte handelt der Spieler den entsprechenden Effekt ab. So lässt eine Falle einen Mitspieler eine Handkarte verlieren, der Troll blockiert einen Weg oder das Gewitter entfernt eine bereits ausliegende Karte. Im zweiten Schritt kann der Spieler seine Figur bis zu drei Felder weit bewegen. Erreicht er dabei ein Minenfeld, wird dieses aufgedeckt und der Spieler nimmt sich eine entsprechende Schatzkarte. In der dritten Phase zieht ein Spieler eine oder zwei Handkarten nach. Anschließend ist der nächste Spieler an der Reihe.

Der Weg ist lang und beschwerlich

Der Weg ist lang und beschwerlich

Eine Spielrunde endet, wenn entweder der Stapel mit den Nachziehkarten aufgebraucht ist, oder alle Schatzkarten aus den Minen geplündert wurden. Für die Punktverteilung decken alle Spieler ihre Zwergenkarten auf und verteilen die gesammelten Schätze. Die loyalen Zwerge teilen die gesammelten Punkte gleichmäßig unter sich auf. Der Verräter wandert mit seinen Schätzen zum gegnerischen Clan und erhält dort seine Punkte. Der egoistische Zwerg nimmt nur die Punkte, die er selbst gesammelt hat – muss aber auch nicht teilen.
Für die zweite Runde ändert sich nichts am Ablauf – lediglich die Karten werden neu verteilt. Nach dieser Runde endet die Partie, und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Kann das Spiel was?

Wie auch schon seine Vorgänger ist Saboteur – The Lost Mines ein Spiel um Gier, Verrat und verschachtelte Wege. Vom Grundthema her macht dabei es wenig Unterschied, ob sich die Zwerge einen Weg durch den Wald oder die Minen bahnen – die Spielabläufe und auch der -spaß sind sehr ähnlich. Wilde Verdächtigungen, falsche Fährten und hinterhältige Manöver liegen zwar nicht jedem, machen aber in diesem Fall den eigentlichen Reiz der Schatzsuche aus. Dabei bleibt das Spiel jedoch auf eine recht charmante Art gemein, ohne dass sich die Spieler übermäßig ärgern oder gar streiten. Die Züge laufen in der Regel recht schnell ab, so dass sich die Wartezeiten auch bei großen Spielrunden in einem überschaubaren Rahmen halten. Die Mechaniken sind recht einfach gehalten, so dass das Spiel schnell erklärt und gespielt ist – wobei die Altersempfehlung mit 10 Jahren vielleicht schon etwas zu hoch angesetzt ist. Die Spielvorbereitungen nehmen zudem nur wenig Zeit in Anspruch. So lässt sich schnell eine zweite oder dritte Partie spielen – optional kann auch die Anzahl der Spielrunden erhöht werden.

Wer mag der Verräter sein?

Wer mag der Verräter sein?

Die Illustrationen der Charaktere von Alexander Jung bedienen sämtliche Zwergenklischees und sind wirklich gut gelungen. Auch die Karten sind hübsch und sehr stimmig gestaltet, was viel zur Spielatmosphäre beiträgt. Kleine, liebevolle Details werten die Zeichnungen zusätzlich auf. Qualitativ macht das Spielmaterial ebenfalls einen sehr hochwertigen Eindruck, einzig die Aufsteller für die Zwerge hätten etwas größer sein können. Die Anleitung führt sehr ausführlich durch die einzelnen Spielabschnitte. Dank der zahlreichen bebilderten Beispiele bleiben keine Fragen offen.
Wie gewohnt liefern Amigo nicht nur mehr Einblicke in das Spiel und die Regeln, sondern auch einen kleinen Trailer und ein Tutorial-Video auf ihrer Homepage.

Wer sich nicht an (falschen) Verdächtigungen, Bluffs und hinterhältigen Mitspielern stört, bekommt mit Saboteur – The Lost Mines ein hübsch aufgemachtes und spannendes Spiel.

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