Roll Player – Monsters & Minions

24.01.2020 von Marcus Pohlmann

Roll Player - Monsters & Minions

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Spieleranzahl: 1 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Spieldauer: 60 bis 90 Minuten

Erscheinungsdatum: 02.01.2020

Sprache: Deutsch

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Als alter Fantasy-Rollenspieler habe ich natürlich mit Roll Player viel Spaß – simuliert das Spiel doch die klassische Erschaffung eines Charakters. Eine ausführliche Rezension gibt es daher HIER. Nach einer längeren Wartezeit hat es der Friedberger Verlag Pegasus Spiele nun auch geschafft, die erste Erweiterung auf den Markt zu bringen. In Monsters & Minions müssen nun Helden den Kampf gegen abscheuliche Kreaturen antreten.

Was steckt drin?

Ein Teil des Materials wird Kennern des Grundspiels bekannt vorkommen. So finden sich beispielsweise fünf neue Charaktertableaus in der Schachtel. Die Spieler haben die Wahl zwischen Dämon, Bestie, Konstrukt, Dunkelelf und Gnom – jeweils in männlicher und weiblicher Version. Neben dem Portrait der Figur gibt es Felder für die sechs Attribute (Stärke, Geschick, Konstitution, Charisma, Weisheit, Intelligenz), mit Platz für je drei Würfel. Weitere Felder sind der Gesinnung, der Vorgeschichte und der Klasse des Charakters vorbehalten. Über 60 sechsseitige Würfel kommen im Kampf, bei der Verstärkung (mit Werten zwischen 3 und 8) oder bei der Ermittlung der Attribute zum Einsatz.

Die komplette Erweiterung

Die komplette Erweiterung

Insgesamt verfügt Monsters & Minions über 170 Karten. Auch hier ist ein Teil wieder bekannt, beispielsweise die Klassen-, Vorgeschichte- und Gesinnungskarten. Verschiedene Übersichtskarten fassen die Spielabläufe zusammen und auf dem Markt gibt es nun Schriftrollen zu erwerben. Die wichtigsten Neuerungen im Ablauf bringen jedoch die Abenteuer-, Lakaien- und Monsterkarten. Außerdem umfasst das Spielmaterial über 100 Papp-Marker, beispielsweise für Gold, Verletzungen oder Ruhm. Die Marker für Erfahrungspunkte sind dagegen kleine, blaue Kunststoffquader. Das zwölfseitige Regelheft, ein Startspielerstein aus Holz und ein Notizblock, um seinen Helden zu verewigen, vervollständigen den Inhalt der Schachtel.

Wie wird’s gespielt?

Im Prinzip bleiben die Regeln des Grundspiels erhalten, allerdings kommen einige Modifikationen und Neuerungen hinzu. Beim Spielaufbau kommen die Kampfwürfel in die Mitte des Tisches, alle anderen Würfel wandern in den Beutel. Jeder Spieler erhält fünf Gold – die Abstufung entfällt. Die Zusammensetzung der Marktkarten ändert sich, außerdem werden die Initiativekarten ersetzt. Gänzlich neu hinzugekommen ist die Vorbereitung des Endgegners. Zuerst wird das Monster, beispielsweise ein Troll, ein Vampir oder gar ein Dämon, zufällig ermittelt. Die Abenteuerkarten mit Informationen zu Ort, Hindernis und Angriff des Endgegners gehören dazu. Schließlich wird noch der Stapel mit Lakaienkarten gebildet.

Ein böswilliger Dunkelelfen-Assassine

Ein böswilliger Dunkelelfen-Assassine

Die ersten beiden Phasen des Spiels sind identisch mit dem Original. Auch in der vierten Phase gibt es nur eine kleine Abweichung, was das Aufdecken der Marktkarten angeht. Die einzig wirklich gravierende Änderung gibt es in der dritten Phase, dem Einkaufen. Hier ist für die Spieler neben dem Kaufen neuer Karten und dem Tausch in Gold eine weitere Option hinzugekommen.

Es ist möglich, Jagd auf Lakaien des Monsters zu machen. Der Spieler kann hierbei den obersten Gegner des Stapels angreifen, oder im Austausch gegen Gold, eine andere Karte aufdecken. Anschließend generiert der Spieler Kampfwürfel. Einen erhält er grundsätzlich, weitere Würfel bekommt er durch die Sonderregeln des Gegners. Außerdem kann der Spieler zusätzliche Würfel gegen Gold oder Erfahrungspunkte (XP) kaufen. Schließlich wirft er alle Kampfwürfel und addiert die Ergebnisse. Je nach erreichter Summe gibt es verschiedene Belohnungen, beispielsweise XP, Gold oder Ruhmplättchen. Manche Lakaienkarten darf der Spieler zudem als Trophäe behalten.
Ist die Charaktererschaffung abgeschlossen, endet die Partie nicht, sondern es schließt sich der Kampf gegen das Monster an. Zuerst handeln die Spieler hierfür die Abenteuerkarten ab – diese bringen zusätzliche Würfel für den Endkampf.

Das Vorgehen ist dabei im Prinzip identisch mit dem Kampf gegen Lakaien: Die Spieler generieren ihren Vorrat an Kampfwürfeln und werfen diese. Anschließend erhalten sie noch Boni für Ruhmplättchen, aber auch die Sonderregeln des Monsters modifizieren den Wurf. So entfernt beispielsweise der Vampir gewürfelte 4en oder der Troll erzwingt den Wiederholungswurf aller 6en. Je nach Höhe des Ergebnisses bekommt der Spieler für den Sieg über den Gegner zusätzliches Ansehen.
Damit endet die Partie und die Spieler addieren ihr Ansehen für die Charaktererstellung und den Endkampf. Der Spieler mit dem höchsten Ansehen ist der erfolgreichst Abenteurer und gewinnt das Spiel.

Neben dem normalen Spiel sind noch zwei optionale Varianten in der Anleitung erwähnt. Zusätzlich gibt es Regeln für das Solospiel, bei denen es darum geht, einen möglichst hohen Punktestand zu erreichen.

Kann das Spiel was?

Monsters & Minions führt die Thematik von Roll Player konsequent fort: Die Helden ziehen nach der Charaktererschaffung auf Abenteuer aus. Dass sie sich zwischendurch immer wieder mit den Lakaien des Monsters auseinandersetzen, passt durchaus dazu. Die Charaktere und auch die neu hinzugekommenen Karten sind eher etwas für zwielichtige Gestalten, beispielsweise eine ausgestoßene dämonische Anwältin oder ein geknechtetes Konstrukt. Im Gegensatz zu den Erweiterungen vieler anderer Spiele, wird das Material nicht nur einfach aufgestockt und die Regeln leicht verändert. Der Autor liefert neben kleineren Neuerungen einen kompletten zusätzlichen Spielabschnitt.

Dabei sind die Änderungen an Spielablauf, Balancing und Dauer nicht sonderlich gravierend – geben dem Spiel jedoch einen „runden“ Eindruck. Ein erfolgreicher Kampf gegen das Monster ist dabei nicht mit dem Sieg der Partie gleichzusetzen. Auch Spieler, die an ihrem Gegner scheitern, haben immer noch die Möglichkeit zu gewinnen – allerdings ist dies deutlich schwerer. Im Kampf kann dem Würfelglück gegen den Einsatz von Gold und XP ein wenig auf die Sprünge geholfen werden. Diese Möglichkeit das Ergebnis zu modifizieren gefällt mir sehr gut, hängt doch relativ viel an nur einem Wurf.

Der Drache und seine Schergen

Der Drache und seine Schergen

Die Illustrationen liefern einige sehr schöne klassische Fantasy-Motive und fügen sich nahtlos ins Grundspiel ein. Die Kampf- und Verstärkungswürfel sehen gut aus, die Attributswürfel wirken dagegen eher langweilig. Marker, Karten und die restlichen Spielmaterialien sind qualitativ auf gewohnt hohem Niveau und geben keinen Anlass zur Kritik. Die Anleitung liefert verschiedene Beispielsituationen und ein kleines Glossar. Allerdings finde ich die Struktur ein wenig verworren – erst nach dem zweiten oder dritten Durchgang, hatte ich alle Regeln zusammen.

Mehr Informationen zum Grundspiel und zur Erweiterung gibt es auf der Homepage von Pegasus Spiele. Dort gibt es auch die Möglichkeit, einen Blick in die Spielregeln zu werfen.

Mit Roll Player – Monsters & Minions rundet der Verlag das Konzept wirklich schön ab und bietet den Spieler zusätzliche Spielmöglichkeiten.

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