Rituale des Wahnsinns

10.01.2020 von Marcus Pohlmann

Rituale des Wahnsinns

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Spieleranzahl: 2 bis 5 Spieler

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Spieldauer: ca. 45 Minuten

Erscheinungsdatum: 14.11.2019

Sprache: Deutsch

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Es ist schon beinahe eine liebgewonnene Tradition, dass der kleine Spieleverlag Sphinx jedes Jahr ein Spiel mit cthuloider Thematik veröffentlicht. Für 2019 übernehmen die Spieler darin die Führung eines finsteren Kultes, und versuchen eine Mythos-Gottheit herbeizurufen. Dazu schicken sie ihre Schergen aus, um Rituale des Wahnsinns durchzuführen und Einfluss zu sammeln.

Was steckt drin?

Im Mittelpunkt des Spiels stehen die zwölf Ritualplätze – jeder davon einer anderen Mythos-Gottheit geweiht. Jede Karte trägt ein entsprechendes Symbol für die jeweilige Kreatur und deren Namen. Den restlichen Raum nimmt eine großformatige Illustration des Ortes ein. Außerdem kommen 92 Ritualkarten zum Einsatz. Auf 80 davon sind Kultisten zu sehen – wieder mit Namen und Illustration. Ergänzt wird dies durch spielrelevante Angaben wie den Wahnsinnsgrad, den Rang innerhalb des Kultes und den Einfluss. Drei Symbole legen fest, welche Gottheiten der Kultist verehrt. Zwölf Ereigniskarten vervollständigen das Deck. Diese verschieben meist Karten oder bringen neue Ritualplätze ins Spiel. Für jeden Spieler gibt es eine Karte „Geheimer Einfluss“ – diese dient der Bestimmung der Siegpunkte. Eine Übersichtskarte und die zweiseitige Anleitung finden sich ebenfalls in der Schachtel.

Wie wird’s gespielt?

Die Ritualplätze werden in die Tischmitte gelegt, jeder Spieler erhält sieben Handkarten und den „Geheimen Einfluss“. Die restlichen Karten bilden den Nachziehstapel. Anschließend müssen die Spieler einen Ritualplatz auswählen – hier entscheidet allein die Schnelligkeit. Diese Karte legt der Spieler vor sich ab. Damit sind die Vorbereitungen abgeschlossen und die Rituale können beginnen.

Lasst die Rituale beginnen

Lasst die Rituale beginnen

Eine Spielrunde teilt sich dabei in drei Phasen auf. In der ersten Phase legen alle Spieler eine Kultistenkarte verdeckt vor sich ab. Haben sie eine Wahl getroffen, wird diese Karte aufgedeckt. Nun müssen sie einem Ritualplatz zugewiesen werden – dabei beginnt der Kultist mit dem geringsten Wahnsinnsgrad. Hat er ein Götter-Symbol, das zu einem (oder mehreren) Ritualplätzen gehört, darf der Spieler entscheiden, wohin er die Karte legt. Ist kein entsprechendes Symbol vorhanden, kommt ein neuer Ritualplatz aus der Tischmitte zum Einsatz. Liegen an einem Ritualplatz vier Kultistenkarten, so wird die Beschwörung durchgeführt. Anschließend gibt der Spieler den Kultist an Position 1 an einen beliebigen Mitspieler, die Positionen 2 und 3 kommen zum Geheimen Einfluss des Spielers und bringen einfach Punkte. Der vierte und letzte Kultist wandert ebenfalls zum Geheimen Einfluss – allerdings werden dessen Punkte verfünffacht. Während dieser beiden Phasen haben die Spieler außerdem noch die Möglichkeit, Ereigniskarten von ihrer Hand zu spielen. Die letzte Phase dient dazu, wieder auf sieben Handkarten aufzuziehen. Haben auch alle Spieler diesen letzten Schritt absolviert, beginnt eine neue Runde.

Cthulhu Fhtagn!

Cthulhu Fhtagn!

Ist der Nachziehstapel aufgebraucht, endet die Partie – es folgt die Abrechnung. Jeder Spieler zählt die Älteren Zeichen seiner Kultisten und multipliziert diese mit 1 oder 5, abhängig davon, ob sie links oder rechts der „Geheimer Einfluss“-Karte liegen. Der Spieler mit dem größten Einfluss (den meisten Siegpunkten) gewinnt.

Kann das Spiel was?

Rituale des Wahnsinns nimmt sich selbst nicht sonderlich ernst. Dies passt zwar weniger zum Hintergrund, sorgt aber für ein recht unterhaltsames Spiel. Es macht schon Spaß, mit den Sternsingern, dem Gerichtsvollzieher, der Pizzaboten und dem mutierten Hohepriester ein Ritual zu veranstalten. Viele Punkte bringt dies zwar nicht – aber alleine die Vorstellung ist lustig. Der Spielablauf ist einfach, schnell erklärt und bleibt auch bei maximaler Teilnehmerzahl flüssig. Auch für rege Interaktion ist gesorgt – manchmal ist es durchaus nützlich, gegnerische Rituale zu vollenden. Durch die geschickte Positionierung der Kultisten und den Wahnsinnsgrad lassen sich recht hohe Einflusswerte (und damit Siegpunkte) erreichen. Allerdings können die Ereigniskarten die schönsten Pläne zunichte machen. Glücklicherweise ist die Anzahl dieser Karten überschaubar. Die meisten Partien blieben deutlich unter der angegebenen Spieldauer, wobei die Spieleranzahl darauf wenig Einfluss hat.

Die hoffnungsvollen Kultisten

Die hoffnungsvollen Kultisten

Die Illustrationen von Stephan Baumgarten machen sehr viel vom Reiz des Spiels aus. Die Kultisten sind großartig in Szene gesetzt, wobei auch die eine oder andere bekannte Persönlichkeit zu erkennen ist. Auch die Ritualplätze sind lustig anzuschauen, haben jedoch einen eindeutig Bezug zur jeweiligen Mythos-Gottheit. Die Karten sind von guter Qualität und haben ein Standard-Format. Die Anleitung ist übersichtlich aufgebaut und fasst die Mechanismen sehr gut und verständlich zusammen.

Wer sich weiter über das Spiel informieren möchte, ist auf der Homepage des Sphinx Spieleverlag richtig.

Der Verlag legt mit Rituale des Wahnsinns wieder einmal ein kleines, lustiges Spiel mit Bezug auf den Cthulhu-Mythos vor.

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