Resident Evil 2

01.10.2019 von Marcus Pohlmann

Resident Evil 2

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Spieleranzahl: 1 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Spieldauer: 90 bis 120 Minuten

Erscheinungsdatum: 24.01.2019

Sprache: Englisch

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Die Konsolen- und Computer-Spiele der Resident Evil-Reihe von Capcom sind seit Jahren DAS Aushängeschild für Survival Horror. Spätestens durch die verschiedenen Verfilmungen sollte der Hintergrund auch einem breiteren Publikum außerhalb der Spieler-Szene bekannt sein. Damit die Spieler den Kampf gegen die Umbrella Coporation ohne Strom antreten können, haben Steamforged Games das Ganze mit Resident Evil 2 als Brettspiel umgesetzt.

Was steckt drin?

Ein zentrales Element des Spiels sind natürlich die Miniaturen. Von diesen gibt es zwölf Zombies (drei unterschiedliche Designs), vier Zombie-Hunde und zwei Licker. Außerdem sind mit dem G-Mutant und Birkin zwei deutlich größere Boss-Monster in der Schachtel. Jede Monsterart hat eine Karte mit spieltechnischen Angaben, beispielsweise Bewegungsweite, der Art des Angriffs und etwaige Sonderregeln. Für die Spieler stehen vier Charaktere zur Auswahl – Leon S. Kennedy, Ada Wong, Claire Redfield und Robert Kendo. Zu jeder Figur gehört außerdem eine Leiste für die Lebenspunkte und eine Profil-Karte. Diese enthält Informationen, wie viele Felder sich die Figur bewegen und wie gut sie ausweichen kann. Außerdem wird hier aufgelistet, mit welchen Waffen der Charakter umgehen und wie viel Ausrüstung er tragen kann. Schließlich verfügt er über eine individuelle Fähigkeit, so ist beispielsweise Claire Redfield in der Lage einen anderen Charakter auch ohne Erste-Hilfe-Set heilen.

Willkommen in Racoon City

Willkommen in Racoon City

Weitere Karten gibt es für Gegenstände, unter anderem Waffen, Munition oder Dinge, die für Szenarien benötigt werden. Das „Tension-Deck“ setzt sich aus grünen, orangenen und roten Karten zusammen und wird für jede Mission gesondert zusammengestellt. Dieses Deck bringt ein Zufallselement ins Spiel und lässt Monster erscheinen oder unterstützt die Charaktere. Für jede Schusswaffe gibt es eine Drehscheibe, die den Stand der Munition anzeigt, außerdem Marker für Verletzungen, Gegenstände oder Geländemerkmale.

Das Spielfeld setzt sich aus unterschiedlichen Bodenplatten zusammen. Diese Platten haben verschiedene Formen und sind ihrerseits in quadratische Felder aufgeteilt. Einige dieser Felder lösen bestimmte Spieleffekte aus, die aus dem jeweiligen Szenario ersichtlich sind. Zum Spielumfang gehören außerdem sechs sechsseitige Würfel. Drei blaue Würfel dienen der Verteidigung und zeigen auf ihren Seiten verschiedene Ausweichsymbole. Zwei rote Würfel kommen beim Angriff zum Einsatz – diese haben Treffersymbole oder Leerseiten. Schließlich gibt es den Bedrohungswürfel, der beim Betreten eines neuen Spielplanteiles geworfen wird. Anhand einer Tabelle wird damit ein entsprechendes Ereignis ausgelöst.

So macht das Zombiejagen Spaß!

So macht das Zombiejagen Spaß!

Das 24seitige Regelheft und der Band mit den Szenarien komplettieren das Spielmaterial. Jedes Szenario besteht dabei aus einem oder mehreren Spielplänen, enthält Informationen zu Gegnern und Gegenständen. Die Zusammensetzung des Tension-Decks ist ebenfalls aufgelistet und es gibt Tabellen für den Bedrohungswürfel. Hier findet sich außerdem eine kurze Hintergrundgeschichte und die Siegbedingungen des Szenarios.

Wie wird’s gespielt?

Der Spielzug eines Charakters teilt sich in drei Phasen auf, die nacheinander durchlaufen werden. In der „Action Phase“ kann der Spieler mit seiner Figur bis zu vier Aktionen ausführen, beispielsweise sich bewegen, Türen öffnen, Räume untersuchen und Gegner angreifen. Dazu nimmt der Spieler die der Waffe entsprechende Würfelanzahl und würfelt. Für jeden Treffer oder Doppeltreffer greifen die Regeln – auch diese sind von der Waffe abhängig. So wirft ein Treffer mit einer einfachen Pistole einen Zombie um ein Feld zurück, tötet ihn aber nicht. Dagegen verursacht ein Doppeltreffer mit der gleichen Waffe einen Schadenspunkt – was im Falle des Zombies ausreichend ist, um diesen vom Feld zu nehmen. Zudem haben manche Waffen besondere Effekte, beispielsweise kann der Charakter pro Aktion mehrere Schüsse abgefeuern, die Waffe ist besonders schwer oder mehrere Gegner werden auf einmal getroffen.

Die Karten im Überblick

Die Karten im Überblick

Hat der Spieler seine Aktionen abgehandelt, folgt die „Reaction Phase“. Nun bewegen sich alle Gegner auf der Bodenplatte, auf der der aktive Charakter steht, ebenso wie auf den angrenzenden Platten in Richtung des Charakters. Erreichen ihn die Zombies, greifen sie an. Dazu würfelt der Spieler und muss mindestens so viele „Ausweichen“-Symbol erzielen, wie Attacken auf der Karte des Gegners angegeben sind. Gelingt dem Spieler dies, übersteht er den Angriff schadlos, ansonsten verliert er entsprechend der Differenz Lebenspunkte.

Die „Tension Phase“, und damit ein Zug vom Tension-Kartendeck beendet den Zug des Spielers. Diese Karten können relativ harmlos sein, unter Umständen bekommen jedoch alle Gegner eine Extra-Bewegung oder neue Monster erscheinen. Sollte sich ein Endgegner auf dem gleichen Feld wie ein Charakter befinden, kommt stattdessen das Behaviour-Deck zum Einsatz. Dieses gibt die Aktionen und Bewegungen des Gegners vor.

Nette Gesellschaft

Nette Gesellschaft

Ist dies abgehandelt, kommt der nächste Spieler an die Reihe und der Ablauf setzt sich fort. Erfüllen die Spieler das Szenarienziel, haben sie die Partie gewonnen. Stirbt jedoch ein Charakter, oder sind (abhängig vom gewählten Spielmodus) alle Karten des Tension-Deck gezogen, endet das Spiel mit einer Niederlage.

Kann das Spiel was?

Resident Evil 2 setzt das Spielgefühl des Konsolenklassikers ausgesprochen gelungen auf dem heimischen Spieltisch um. Die Atmosphäre ist bedrohlich und der Druck auf die Spieler erhöht sich beständig. Nach der nächsten Korridorbiegung können die untoten Horden lauern, die Munition ist knapp und die Erste-Hilfe-Sets nicht zur Hand, wenn man sie braucht. Sowieso ist es meist besser, den Gegnern soweit wie möglich aus dem Weg zu gehen und Kämpfe zu vermeiden.

Für einen Sieg ist es unbedingt erforderlich, dass sich die Spieler untereinander absprechen und ihre Aktionen koordinieren. Einzelgänge führen beinahe unweigerlich zum Tod des Charakters und enden damit in einer Niederlage. Sowohl der Solo-Modus als auch Partien mit zwei oder drei Spielern funktionieren recht solide, aber wirklich Spaß macht der Survival-Trip zu viert. Die meisten Szenarien haben einen knackigen Schwierigkeitsgrad – ich würde empfehlen, die ersten Partien im Einsteiger-Modus zu spielen. Dies vermeidet Frust und lässt den Spielern Zeit, sich im Szenario zu Recht zu finden.

Die Auflösung könnte besser sein

Die Auflösung könnte besser sein

Die Qualität der Figuren ist für ein Brettspiel ordentlich, auch wenn manche Details etwas schwammig sind. Die Designs basieren auf den digitalen Vorlagen und haben durchaus einen Wiedererkennungseffekt. Über Layout und Übersichtlichkeit der Karten lässt sich ebenfalls nichts Negatives sagen. Allerdings ist der Karton recht dünn – die Spieler sollten unbedingt auf Kartenhüllen zurückgreifen. Die Bodenplatten sind zwar stabil, aber extrem dunkel, so dass sich Details kaum erkennen lassen. Diese haben zwar keinen Einfluss auf den Spielablauf, trübt aber letzten Endes den ansonsten sehr guten Gesamteindruck.

 

Was lauert in der Dunkelheit?!?

Was lauert in der Dunkelheit?!?

Steamforged Games stellen auf ihrer Homepage neben mehr Informationen zum Spiel auch die Regeln als Download zur Verfügung. Wer mehr über die Konsolenspiele erfahren möchte, findet auf der Seite von Capcom das Gesuchte.

Dem Verlag ist die Umsetzung von Resident Evil 2 für den heimischen Spieltisch hervorragend gelungen – auch ganz ohne Splatter-Effekte.

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